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Anreise in die Cameron Highlands und Wanderung auf dem Dschungelpfad und durch die Teeplantagen

Veröffentlicht: 30.03.2025

Bus
Busbahnhof Kuala Lumpur → Tanah Rata Busbahnhof
Malaysia
Taxi
Kuala Lumpur → … → Brinchang
Malaysia
Unterkunft
Hotel in Brinchang
Hotel · Brinchang
Attraktion
Mount Brinchang Barat
Brinchang, Malaysia
Tour
Wanderung auf dem Dschungelpfad und durch die Teeplantagen
Wanderung · 8h 30m
Essen
Pizzeria
$$ · Abendessen

Gestern ging es dann zum späten Vormittag auf Weiterreise in die Cameron Highlands. Der Gastwirt auf dem Rooftop meines Hotels meinte zu mir, dass es dort ganz schön kalt sei. Da mir die 35 Grad in Kuala Lumpur mit hoher Luftfeuchtigkeit doch nicht unbedingt durchschnittlich warm vorkamen, hatte ich nichts gegen eine kleine Abkühlung. Aber kalt ist halt relativ. Heute waren es in den Cameron Highlands 27 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 93%. 

Aber zunächst hieß es also wieder Rucksack packen und dann mit dem Grab-Taxi zum Busbahnhof. Man solle eine Stunde eher da sein; ich war 40 Minuten eher da. Ich dachte mir schon, was ist das für ein Quark mit der Stunde, da sitze ich dann wieder ewig rum. Der Busbahnhof in Kuala Lumpur hat aber Ausmaße eines größeren Flughafens, sodass man sich erst einmal durchwurschteln muss bis man sein konkretes Ticket in der Hand hat und auch bis man die Strecke zu seinem Gate zurückgelegt hat. Aber alles klappte, meine Wartezeit war nur 15 Minuten und dann saß ich 4,5 Stunden im angenehmen Reisebus mit äußerst breiten Sitzen und viel Beinfreiheit. Angekommen in Tanah Rata - dem Hauptort in den Cameron Highlands - rief ich mir wieder fix ein Grab-Taxi, um die letzten Kilometer ins nahe Brinchang zurückzulegen, wo sich mein Hotel befand. Ich kam noch pünktlich zum Check-In an, bevor das Hotel für knapp drei Stunden wegen des Ramadan schloss. Das Wetter war neblig, ungemütlich und es nieselte. Der Wetterbericht zeigte mir für die nächsten zwei Tage auch Regen und teilweise Gewitter an. Na prima, wenn das nicht beste Voraussetzungen für die geplanten Wanderungen sind. Nach einer kleinen Ortserkundungs- und Essensrunde sowie einem kleinen Abstecher in den 7/eleven gings in meine Schlafgemächer. Dies auch recht zeitig, da die letzte Nacht im Rockpub doch etwas länger ging und auch die Busanreise etwas gezerrt hat. Trotz des vorausgesagten miesen Wetters suchte ich mir vor dem Schlafengehen noch eine Route für den heutigen Tag bei Komoot und buchte mir auch noch meine Weiterreise am Montag (31.03.).

Als ich am nächsten Morgen aufwachte und die Gardinen öffnete, traute ich kaum meinen Augen. Es war Sonnenschein und weitgehend blauer Himmel. Das ist durchaus ungewöhnlich, da hier über die Hälfte des Monats Regentage sind. Die Cameron Highlands sind die fruchtbarste Region Malaysias und überall wächst und grünt es auf den Teeplantagen, Erdbeerfeldern und den Blumenplantagen. Ich stiefelte also nach dem Frühstück los. Komoot sagte mir, dass die ausgesuchte Tour schwer ist und alpine Erfahrungen vonnöten seien. Brinchang liegt bei ca. 1500 m und es sollte rauf auf über 2000 m gehen. Die ersten Kilometer lagen auf dem Dschungelpfad... Und die Komoot-Beschreibung sollte nicht ganz Unrecht haben. 

Aus der Stadt heraus stieg ich an einer Stelle auf den Dschungelpfad ein. Und dann ging es steil bergauf. Komoot lenkte mich ganz gut und zudem war auch der Streckenwart weitgehend zuverlässig auf dem gesamten Tourverlauf, sodass ich nur einmal falsch ins Unterholz abgebogen bin und eine Zusatzrunde gedreht habe. Als klassischen Wanderweg nach deutscher Version darf man sich die Route nicht vorstellen, viele der Wege waren zugewachsen, oft war klettern angesagt, es ging unter umgefallenen Bäumen geduckt hindurch oder drüber hinweg, über matschige Stellen und durch kleine Bachläufe, gelegentlich einmal hochziehen an Seilen oder klettern über Metallleitern. Das machte es im Gesamtpaket doch recht anstrengend und obwohl der Wegeverlauf ganz gut ausgeschildert war, musste man oft schauen, wo es denn eigentlich gerade lang gehen soll. Denn gelegentlich hatte sich der Weg einmal durch umgestürzte Bäume oder Abrutschen von Hängen auch geändert. Das hatte schon etwas Abenteuerliches. Auf diesem Streckenabschnitt mit 5 Kilometern, die fast 3,5 Stunden beanspruchten, kam mir auch keine Menschenseele entgegen. Man hörte nur das Zirpen und Schwirren der Insekten, das Gezwitscher irgendwelcher Vögel, deren Tagesablauf ich wohl störte, und das Knacken und Wedeln der Bäume. Wie ich dann später beim Heraustreten aus dem Dschungel-Abschnitt bemerkte, lag die Menschenleerheit wohl auch daran, dass die Route aktuell gesperrt war. Ups, das war an mir vorbeigegangen, aber es ging ja alles gut. Irgendwann hatte ich den höchsten Punkt, den Mount Brinchang Barat mit 2005 m Höhe, erreicht. Und die immer noch klare Aussicht belohnte für die Strapazen. Ich machte kurz 15 Minuten Rast. 

Nun dachte ich, wird es beim Abstieg ja einfacher. Weit gefehlt. Der Abstieg über Stock und Stein war dann noch einmal sehr herausfordernd; und auch kein wirklicher Abstieg, denn es ging weiter hoch und runter. Irgendwann kam ich aber aus dem Regenwald-Dschungel dann doch raus und ab da wurde die restliche Route von 12 km - vergleichsweise - sehr entspannt. Ich war im Nachhinein froh, dass es auf dem Abschnitt bei mir nicht geregnet hatte, sodass sich der rutschig-matschige Untergrund im Rahmen  gehalten hat...

Bei der übrigen Strecke ging es also weitgehend bergab und immer an traumhaften Bilderbuch-Landschaften vorbei. Die Route verlief an Teeplantagen entlang, wo auch fleißige Erntehelfer im Einsatz waren, an kleinen Siedlungen und an vielen Serpentinen auf engen Wegen vorbei. Und natürlich habe ich dann knapp 6 Kilometer vor dem Ziel noch einen ordentlichen Regenguss abbekommen. Das Unterstellen half wenig, aber die nächste Ortschaft war nur 15 Minuten entfernt. Dort sah ich von Weitem ein kleines Café, wo ich dann klitschnass hinschlenderte, und wenige Meter bevor ich dort einkehren wollte, erblickte ich daneben eine Pizzeria. Das passte noch besser. Ich bestellte mir also eine Pizza und nachdem ich diese verdrückt hatte, hatte sich auch der Regen gelegt, sodass ich meine nasse Jacke wieder im Rucksack verstauen konnte und die letzte Stunde der Wanderung in Angriff nehmen. Ein kleines Nieseln nahm ich noch mit bis ich in meinem Hotel ankam.

Schuhe säubern und auch mich selbst stand dann noch an und ansonsten fand der Abend eher gemütlichen Ausklang ...

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
2 Tage
Wetter
Frühling · 27–35°C
Begleitung
Allein
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • Busfahrt von Kuala Lumpur in die Cameron Highlands
  • Wanderung auf dem Dschungelpfad
  • Mount Brinchang Barat auf 2005 m
  • Teeplantagen und Nebel in Brinchang
  • Pizza als Zwischenstopp bei Regen
RucksackWanderschuheRegenjacke
NaturRoadtripTransitEssenAbenteuer
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