#61 Der erste Schritt Richtung Heimat
Hinweis: Der Blog und auch die Audioaufnahme (1:12 h) sind aus bald verständlichen Gründen etwas ausgeartet. 😂 Hier der Link: https://tinyurl.com/2x3pnc7q Am Montag hieß es...


Veröffentlicht: 05.11.2023









































Zu allererst muss ich sagen, dass ich etwas verwirrt war, dass mir einige schon einen guten Flug und alles gewünscht haben, dabei habe ich den Blog doch extra „erster Schritt ..“ betitelt, sodass ich dachte, dass es klar war, dass ich nicht direkt nach Deutschland komme. 😅 Und als ob ich den Abschied von Trooper und Kanada an einem Tag verkraftet hätte. 😅😭 Nie im Leben. Über den Abschied müssen wir nicht reden, aber war nicht leicht und irgendwann kann man auch nicht mehr alle Emotionen in sich drin behalten.
Und dann hier für die Ohren:
https://tinyurl.com/yqa69gwu (42 Minuten)
Aber als wir in Vancouver gelandet sind, ging es für mich erst mal zu Vedesh. Dieser wohnte überraschenderweise immer noch in der gleichen Wohnung und ich durfte zwei Nächte bei ihm schlafen. Da Vedesh Barkeeper ist, ist die Nacht sein Tag und so schlief er mal wieder bis mindestens 16 Uhr. Daher konnten wir auch nicht wirklich etwas zusammen machen, wodurch am Samstag und Sonntag nichts Spannendes passiert ist, außer einem Besuch in der Saune (Whirlpool war kaputt 😭) und ein paar Spaziergänge am Strand.
Montag Vormittag bin ich dann losgelaufen Richtung „Bloedel Conservatory“. Dieser tropische Indoor-Garten ist echt ... super warm. 🥵 Also da möchte man sich am liebsten direkt ausziehen, das war halt schon ein starker Kontrast zur Außentemperatur. Ich liebe ja Pflanzen, die machen alles so von der Atmosphäre her angenehmer. Ich weiß noch, als meine Mitbewohnerin und ich während der Coronazeit unser Wohnzimmer ungestaltet und mit einigen Pflanzen bestückt hatten. Das war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Es ist einfach schön, Pflanzen im Haushalt zu haben. Das hat mir auch bei Jenny und David gefehlt. Die haben wirklich keine Blumen in ihrem Haus und das finde ich sehr schade. Vielleicht stellen sie ja welche rein, wenn alles fertig ist. Jetzt aber wieder zurück zum tropischen Garten. Es ist ein Augenschmaus, die Farbenvielfalt der Natur zu betrachten. Ein fader Beigeschmack war dennoch vorhanden, denn neben den Pflanzen gab es auch Vögel, vor allem Papageien und da dachte ich mir auch so. Es ist auf der einen Seite unfassbar schön, solch einen Vogel zu sehen. Ich frage mich halt wirklich, wie diese Farben entstehen. Es sind doch nur Federn? Also aus was bestehen die damit die so krass aussehen? Ich check es nicht. Auf der anderen Seite wiederum ist dieser Bereich einfach unfassbar klein für solche Vögel und noch dazu sollten Tiere nicht so gehalten werden. Das war das schöne hier in Kanada, denn hier hat man die Wildtiere einfach „vor der Haustür“. Zoos sind meiner Meinung nach nicht wirklich artgerecht und solche Papageien dort zu halten....also klar, die kennen es nicht anders, dennoch etwas bedauerlich.
Dann ging es auch wieder per Fuß zurück. Auf dem Hinweg habe ich eine falsche Brücke genommen, die mich einfach eine Stunde (!) Umweg gekostet hat. Diesmal also die richtige Brücke angesteuert und zurück zu Vedesh gelaufen. Es ist hier in Vancouver echt sehr warm. In Tatla Lake hatte ich morgens ja bereits – 18 °C und hier sind es morgen um die + 9 °C. Daher habe ich immer das Gefühl, dass ich viel zu dick angezogen bin und irgendwann die Jacke nicht mehr genutzt habe. Bei Vedesh angekommen hieß es nun Sachen packen und ab zu meinem neuen Hostel fahren. Dabei hatte ich auch wieder eine peinliche Story mit dem Busfahrer, aber egal 😅 Irgendwann dann angekommen, nachdem ich zwei Stationen zu weit gefahren bin und mit meinem Gepäck zum Hostel laufen musste, stellte sich heraus, dass ich das beste Bett habe. Denn es ist das letzte in dem 18 – Mannzimmer. Megageil, da es in so einer Art extra Raum ohne Tür ist und das ist echt mega. Eigentlich hätte ich auch die Zimmer wechseln müssen, aber das hat sich dann doch erledigt und daher kann ich hier jetzt meine Tage verbringen. 😁😎
Dienstag kam dann wohl die größte Gönnung, nachdem tropischen Garten. Es ging zur Whale Watching Tour. Es war die letzte Tour für diese Saison, da die hier lebenden Wale sich hier noch vollfressen und dann nach Mexiko und/oder Hawaii schwimmen, um dort ihre Kinder zu bekommen. Es ist krass, ich hätte nicht erwartet, dass Wale so nahe an der Küste entlang schwimmen, denn nach knapp fünf Minuten kam bereits der erste Buckelwal aus dem Wasser heraus. Ist das nicht verrückt? Ein Buckelwal? 😍🐋 Ach, ich freute mich, diese Tiere sehen zu dürfen. Kurz darauf kam auch eine Gruppe Orcas an unser Boot entlang geschwommen, das war schon ziemlich nah. ❤️🐳🐋Neben den „normalen“ Orcas haben wir auch noch eine spezielle Untergruppe von Orcas gesehen. Gefühlt waren diese nur so groß wie Delfine, sahen aber aus wie Orcas. Es war sehr schwer Fotos zu machen, da die Wale immer nur für einen sehr kurzen Moment auftauchten. Leider habe ich dadurch auch keine Fotos von den gigantischen Rückenflossen dieser Tiere, allerdings habe ich dann auch irgendwann beschlossen, dass ich das Handy in der Hose lassen und einfach mal so genießen kann. Aber den einen Buckelwal am Ende hätte ich dir gerne gezeigt. Der kam so plötzlich aus dem nichts, direkt neben unserem Boot. Währe man vom Boot aus gesprungen, wäre man locker auf ihn gelandet. Beeindrucken, wie groß diese Tiere sind und dann doch so ganz entspannt durchs Wasser gleiten. ❤️😍Ich bin mir nicht sicher, ob ich schonmal Seelöwen gesehen habe, aber das sind solch fette Tiere, das ist der Wahnsinn. Bis zu eine Tonne schwer können die werden. Diese durfte ich nämlich auch zum Ende noch beobachten.
Allerdings gab es auch hier ein Dilemma, welches mir auch vorher bewusst war. Solch eine Whale Watching Tour kann auch als Whale Hunting Tour betitelt werden, denn nichts anderes ist es leider auch. Es gibt einige größere Unternehmen, die solche Touren anbieten und diese arbeiten alle zusammen, das heißt, sieht ein Boot ein Wal gibt der Käpt´n über Funk den anderen Unternehmen bescheid und dann rasen alle auf diesen Wal zu. Nachdem er dann kurz manchmal umzingelt wird, wird dankenswerterweise der Motor ausgemacht, sodass es kurz still wird und der Wal nicht komplett ausrastet wahrscheinlich. Das ist leider die „Schattenseite“ solcher Sachen.
Nach der Tour ging es dann kurz ins Hostel und ab zu Vedesh. Dienstag war Halloween und das ist ja ein abnormal großes Event in Nordamerika. 😁🎃Daher dachte ich mir, dass ich doch mal in einen Club gehen könnte. Vorher wollte ich aber noch bei Vedesh vorbeigucken und dann guckten wir noch einen Film, ehe ich mich gegen ein Uhr aufmachte. Vedesh hatte mir das schon gesagt, dass die Polizei die „Party-Straße“ wirklich komplett für den Verkehr absperren. Diese wurde dann aber auch gegen halb zwei dann von der Polizei sehr schnell „gesäubert“, sodass der Verkehr wieder dort entlangfahren kann. Glücklicherweise arbeiten Vedesh und Desmond in diesen Club, sodass ich kostenlos reinkam. 😎😅 Aber was soll ich sagen. Die erste Sache, die ich sofort spürte: In der Gruppe ist man stärker und so wurde ich von links nach rechts geschupst. Dankenswerterweise war einer vorne am Gelände angelehnt und schon gut dabei, sodass er immer ein wenig meine Stütze war, wenn ich wieder zu stark geschupst wurde. 😅 Leider verließ mich meine Stütze irgendwann und wurde von einem Pärchen abgelöst, welches gefühlt gleich rambazamba auf der Tanzfläche machen wollte, das war dann doch sehr anstrengend. 😁 Und so wechselten die verschiedenen Personengruppen, die sich an mich vorgedrängelten oder versuchten, meine hart erkämpfte Tanzfläche einzunehmen. Irgendwann war es dann kurz vor drei und ich ging, da der Club um drei zu machte und ich den großen Schub umgehen wollte. Ich habe mir hier zwar auch gegönnt und zwar ein kleines Bier für bescheidene 10 CAD, aber das habe ich nicht genossen. Das war das Corona Bier und das hat mir überhaupt nicht geschmeckt und dann war es auch noch das einzige, was sie hatten.... und das soll der beste Club der Stadt sein. Ich weiß ja nicht. Leider fuhren um diese Uhrzeit keine Nachtbusse mehr und so musste ich den ca. 1 ½ h Weg per Fuß zurücklegen. Natürlich auch hier wieder viel zu warm gefühlt und erst mal ohne Jacke gelaufen.
Ja, was soll ich sagen, das war es erst mal mit Gönnung, denn dank meiner immer zu leichten Kleidung, hat mich jetzt eine Erkältung hingerafft. Direkt am Mittwoch habe ich es gemerkt. Glücklicherweise habe ich jetzt kein krassen Husten. Es ist eher ein etwas dickerer Hals und Schlappheit. Ich war nie wirklich krank in Kanada und auf der letzten Etappe rafft mich eine Erkältung hin. Ich habe auch null Appetit, was leider bestimmt ein häufiges Kommentar in Deutschland zur Folge haben wird: Du bist aber dünn geworden. Ich musste mir am Mittwoch, als ich eine kurze Runde an die frische Luft wollte, auch erst mal in einem Second Hand Laden einen Gürtel kaufen. 😅 Sonst liege ich die meiste Zeit im Bett und konnte mir daher nicht mehr so viel gönnen.
Bis zum heutigen Samstag. Bereits vor einigen Tagen hatte ich mir ein Ticket für das Space Centre gekauft, sodass es für mich heute etwas länger raus aus dem Bett ging. Irgendwann am Space Centre angekommen, begann auch fast direkt die „Show“. Man konnte sein Ticket mit einer Art Film verknüpfen, welche verschiedene Themen betrachten. Mein Film hieß: Von der Erde in das Universum. Natürlich ist es für mich immer noch anstrengend fließend Englisch sprechende Menschen einwandfrei zu verstehen und das die verwendeten Begriffe, wenn es um das Universum geht, nicht in meinen Alltag gebrauch finden, ist wohl auch verständlich. Somit war es schon etwas anstrengend den Kurzfilm durchgehend zuflogen. Noch dazu waren einige Eltern mit ihren Kleinkindern da, für die es absolut nichts war. Also das war halt wirklich schon etwas fachspezifischer und nicht vorwiegend kindergerecht. Die Kleinkinder konnten natürlich auch nicht stumm sitzen, sodass ein weiterer „Faktor“ hinzukam, der es etwas „anstrengender“ gestaltet hat. Nach dem Film ging es dann noch durch das dazugehörige Museum. Für mich als Weltraum-Fan natürlich schon interessant, durch das viele (fachspezifische) Englisch und meiner leichten Erkältung, war ich jedoch sehr erschöpft, sodass ich vor allem zum Ende hin dann doch schnell hinausging. Und so bin ich nun wieder hier und kuriere mich weiter aus.
Auch wenn ich mir eigentlich noch mehr gönnen wollte, bin ich doch echt dankbar für die Erfahrungen, die ich hier in den ersten Tagen erleben durfte. Ich denke, die Wale sind einfach echt eine Sache, woran man sich immer wieder zurückerinnert, da diese Tiere einfach so krass riesig und beeindruckend sind. Ich hoffe einfach, dass ich vielleicht in den nächsten Tagen wieder richtig fit werde, sodass meine Gönnung weitergehen kann. 😅
Bis dahin
Samuel
