Familienzeit Teil 2 und die Nordinsel Neuseelands
Moin liebe Familie und Freunde, seit dem letzten Blog ist einiges passiert und wie man am Titel erkennen kann, bin ich mittlerweile in Neuseeland. Aber der Reihe nach... Nach...


Veröffentlicht: 22.02.2020












































Kia Ora liebe Familie und Freunde,
so begrüßen sich die Maori in Neuseeland. Aufregende und erlebnisreiche Wochen in Neuseeland liegen mittlerweile hinter uns. Zum Ende des letzten Blogs haben wir gerade den letzten Tag auf der Nordinsel in Wellington verbracht und sind mit der Fähre nach Picton auf die Südinsel gefahren.
Dort angekommen sind wir weiter in Richtung Campingplatz gefahren und haben dort unser Zelt bei Sturm in unmittelbarer Strandnähe aufgebaut. Nach der ersten Nacht hatten wir zwei Erkenntnisse: 1. Das Zelt ist wirklich sturmfest, obwohl der Sturm einem regelmäßig das Zelt ins Gesicht drückt, 2. Die Luftmatratze von Louis und mir entwickelte sich zunehmend eher zur Matratze bzw. Isomatte, weil die Luft rausging. Langsam, aber stetig!😂
Am zweiten Tag sind wir dann weiter Richtung Süden an die Westküste gefahren und haben uns die Stadt Nelson angeguckt. Das ist eine kleine Stadt mit einer schönen Einkaufsstraße. Hier haben wir erst eine neue Luftmatratze gekauft und danach in der Touristeninformation das Programm für die nächsten Tage gebucht. Es ging für uns in den Abel Tasman Nationalpark. In diesem Nationalpark gibt es keine Straßen, sondern nur Wanderwege. Also hieß es nach einer weiteren Nacht im Zelt früh morgens: Zelt zusammenpacken, zum Startpunkt fahren, Zelt und Schlafsachen in die Rucksäcke einpacken sowie Essen (in 99% der Fälle gab es Nudeln mit einer Fertigsauce) und den Gaskocher... jeder hatte also eine Menge Gewicht im Rucksack, als wir uns in ein Boot gesetzt haben, das noch auf einem Trailer lag und von einem Traktor ins Meer gezogen wurde. Nebenbei nutzten wir das letzte bisschen Handynetz, um den aktuellen Stand beim HSV-Spiel mitzubekommen. Mit einer 2:0-Führung ging es ins absolute Netzloch und in die schönste Natur.
Auf dem Weg zu unserer Haltestelle Onetahuti wurde uns zunächst vom höchst motivierten Kapitän der nach dem Ayers Rock beliebteste Rock der Welt gezeigt. Zitat von ihm: „Ich verstehe nicht warum Menschen Bäume fotografieren, aber Steine sind die tollsten Sachen auf der Welt. Macht Fotos und erzählt allen wie toll das hier ist, damit der Stein im Ranking noch den Ayers Rock überholt!“ Nun gut, für uns war es schlichtweg ein Stein, der in der Mitte aufgespalten ist. Punkt.
Danach ging es weiter zu einem Zwischenstopp, an dem wir mehrere Seehunde mit ihren Kindern sehen konnten. Das war schön anzusehen und der Guide erzählte uns, dass die hier eigentlich sehr sicher leben können und viel Nahrung finden. Direkt danach erzählte er aber auch, dass vor einer Woche ein Orka in der Nähe gesehen wurde, was aus meiner Sicht diese Sicherheit doch einschränkt...
Danach wurden wir abgesetzt und die 16 km Wanderung ging los. Bei warmen Temperaturen ging es bergauf und bergab. Nach vier Stunden, in denen wir viele tolle Buchten gesehen haben, kamen wir am Totaranui Bay an und haben unser Zelt aufgebaut. Der „Campingplatz“, der eher ein kleines Loch im Wald war, lag an einer Bucht und hatte nur eine von Mücken stark besiedelte Toilette zu bieten, ohne Dusche oder Ähnlichem. Völlig unverständlich war es der teuerste Campingplatz der gesamten Zeit in Neuseeland! Um 17 Uhr haben wir unseren Gasgrill angeschmissen und es gab Nudeln. Man denkt ja nicht unbedingt immer an Alles und so merkten wir relativ schnell, dass wir schon lange nicht mehr die Gaskartusche getauscht hatten. Doch wider Erwarten reichte das Restgas genau, um die Portion Nudeln zu kochen. Der Versuch danach Wasser abzukochen scheiterte jedoch kläglich, da wir kein Gas mehr übrig hatten.
Um klarzustellen wie anstrengend der Tag war: Um 18:30 lag ich im Zelt auf der neuen Luftmatratze und neben mir schliefen Louis und Jonas schon. Ich habe gekämpft, um wenigstens bis 19 Uhr wach zu bleiben und beim Einschlafen wurden wir von unfassbar lauten Grillen begleitet.
Am nächsten Morgen haben wir schnell das Zelt zusammengepackt und sind losgewandert durch die durch Ebbe nun trockene Bucht. Nach weiteren 14 km kamen wir endlich am Auto an. Zusammengefasst hatten wir auf der 30km langen Wanderung durchgehend wunderschöne Landschaften um uns rum und für die nächsten Tage auch genügend Muskelkater. 💪
Weiter ging es ins Landesinnere und auf den nächsten Campingplatz, der von unseren neuen Erzfeinden belagert wurde: Den Sandflies! Sandflies sind kleine widerliche, mückenähnliche Mistviecher, die einen gerne stechen. Den Stich merkt man leider aber erst, wenn die das gesamte Gift abgegeben haben. Die Stiche sind mittlerweile drei Wochen her und Jucken immer noch. Insgesamt hatte ich 30 Stück an den Beinen. Louis, der Jonas und mich zunächst immer noch ausgelacht hatte und meinte, dass wir uns nicht so anstellen sollten, merkte erst fünf Tage später, dass sein Blut genau so beliebt war bei den Sandflies. Einfach ätzende Tiere!
Weiter ging es an die Westküste, an der mehrere Gletscher sind und man tolle Blicke auf das Meer hat. Zunächst haben wir an den Pancake Rocks einen Zwischenstopp eingelegt. Diese haben ihren Namen, weil sie aussehen, wie viele übereinander gestapelte Pancakes.
Nach dem Stop ging es weiter nach Greymouth, der größten Stadt an der Westcoast mit beeindruckenden 10.000 Einwohnern. In diesem Dorf haben wir dann zwei Nächte verbracht, obwohl man hier schlichtweg nichts erleben kann. Zu unserer Freude gab es aber in der Nähe eine Bar, die den Super Bowl übertragen hat und so haben wir gemütlich um 13 Uhr das größte Sportevent der Welt gesehen. Das ist doch um einiges angenehmer als um 1 Uhr Nachts! Nach ein paar Bieren zum Spiel ging es abends nochmal an den Strand mit dem Ziel, Fisch zum Abendbrot zu fangen, doch auch dieser Versuch blieb erfolglos bei schlechten, stürmischen Bedingungen.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter zum Hokitika Gorge, einem eigentlich türkisblauen Fluss, der als wunderschönes Fotomotiv dient und durch eine Hängebrücke noch ansehnlicher wird. Leider hatte es die letzten Tage schon ordentlich geregnet, sodass sich der eigentlich tolle Fluss in einen braunen, überschwemmten Fluss verwandelt hat und nicht mehr so ansehnlich war.
Enttäuscht gingen wir zurück zum Auto mit Vorfreude auf unser nächstes Ziel, die Gletscher. Nach 2,5 Stunden Autofahrt kamen wir bei strömendem Regen am Franz Josef Gletscher an. Nach kurzem Warten bis es trocken wurde, ging es los auf den Wanderweg zum Gletscher. Nach 300 Metern öffnete der Himmel alle Schleusen und es goss gewaltig. Nachdem wir uns 5 Minuten lang vergeblich unter einem Busch untergestellt haben und komplett durchnässt waren, war der Rückzug angesagt. Im Vollsprint wurden die 300m zurückgelegt, ich würde souveräner Dritter von uns. Nach reiflicher Überlegung und Berücksichtigung der grauenvollen Wettervorhersage haben wir uns entschieden nicht an den Gletschern zu schlafen, sondern weiter in den Süden nach Haast zu fahren. Dort angekommen wurde auf nassem Rasen bei kurzfristiger Trockenheit das Zelt aufgebaut und in der Küche wurden zur Abwechslung hervorragende Nudeln angerichtet, während der Regen endlich wieder einsetzte. In dieser Nacht bewies das Zelt neben der Sturmfestigkeit auch eine ausgezeichnete Regenfestigkeit! Das war Spitzenklasse, nur die Kälteresistenz ließ zunehmend zu Wünschen übrig, da die Temperaturen nachts auf unter 10 Grad fielen.
Morgens ging es dann weiter zu den sogenannten Blue Pools, die ähnlich wie der Hokitika Gorge optisch eine Augenweide sein sollte. Doch auch diese wurden durch den Regen zu einer braunen Suppe... Eigentlich soll man hier jede Forelle klar sehen können, aber bei uns sah es leider eher nach Kakao aus, aber seht selbst den Vergleich zwischen Soll- und Ist-Zustand:
Danach habe ich die beiden noch im Minigolf in ihre Schranken verwiesen, bevor es weiter zum Mount Cook, beziehungsweise zu dem Campingplatz in der Nähe von eben jenem ging. Der Mount Cook ist mit 3724m der höchste Berg Neuseelands und am nächsten Tag sind wir zu diesem einen 8km langen Walk gewandert. Das war wirklich ein toller Anblick!
Danach ging es wieder zurück zu dem Campingplatz und uns erwartete die kälteste Nacht des Neuseelandaufenthaltes. Früh morgen gegen 5 Uhr verließ Louis das Zelt und suchte Wärme im Auto, während Jonas und ich noch frierend im Zelt ausharrten. Eine halbe Stunde später fiel dann aber die Entscheidung, schnell das Zelt abzubauen und die Qualität der Autoheizung zu testen. So schnell wie an diesem Morgen haben wir das Zelt noch nie abgebaut und die Autoheizung zeigte zum Glück, dass sie leistungsfähig ist. Man war das eine kalte Nacht!!
Dann ging es für uns weiter nach Dunedin, der nach Christchurch zweitgrößten Stadt der Südinsel Neuseelands. Hier haben wir in einem Hostel endlich mal wieder eine warme Nacht verbracht und den Stadtkern besichtigt. Am nächsten Tag ging es zu dem Ort, für den Dunedin bekannt ist und ausgezeichnet wurde: Der Baldwin Street, die steilste Straße der Welt! Wie ich während des Schreibens dieses Blogeintrages bei Wikipedia erfahren habe, hat die Straße eine maximale Steigung von 35%. Wow! Ok, alle die hier nicht völlig von den Socken sind beim Lesen dieser Zeilen kann ich verstehen, traurigerweise steht bei Wikipedia sogar, dass es mittlerweile nur noch die zweitsteilste Straße der Welt ist, was es tatsächlich noch ein bisschen unspektakulärer macht. Trotzdem sind wir die Straße einmal hochgelaufen und haben wie viele andere Touristen Fotos davon gemacht, hier das Ergebnis:
Nach diesem lebensverändernden Erlebnis ging es weiter zu einem Campingplatz auf halber Strecke zwischen Dunedin und Christchurch. Hier haben wir auch ein letztes Mal versucht Fische zu fangen und im Sinne der Nachhaltigkeit der Fischpopulation, haben wir auch hier keinen der sicher vorhandenen Fische an unseren Haken gelassen.
In Christchurch angekommen ging es für zwei Nächte ins Hostel. Christchurch ist die größte Stadt der Südinsel und leider im Jahr 2011 durch ein starkes Erdbeben fast komplett zerstört wurden. An vielen Orten sieht man noch marode Gebäude, da nicht genug Geld da ist, um alles zu sanieren. Auch die Kirche der Stadt ist nach wie vor zerstört.
Danach bin ich weiter nach Cairns geflogen, wo ich mittlerweile seit 5 Tagen bin. Dazu aber mehr im nächsten Blog!
Liebe Grüße in die Heimat,Euer Max