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Zuletzt in Australien

Familienzeit Teil 2 und die Nordinsel Neuseelands

Veröffentlicht: 28.01.2020

Moin liebe Familie und Freunde,


seit dem letzten Blog ist einiges passiert und wie man am Titel erkennen kann, bin ich mittlerweile in Neuseeland. Aber der Reihe nach...


Nach dem Ende des letzten Blogs habe ich noch acht weitere Tage mit meinen Eltern verbracht. Zunächst waren wir in Noosa, einem etwas größeren Ort, der hauptsächlich für den Noosa River und die Hastings Street, das ist die Hauptshoppingstraße mit Bars und Restaurants, bekannt ist. Dort hatten wir uns in ein wirklich schönes Hotel eingebucht und sind für 5 Nächte dort geblieben. Leider habe ich mich in der ersten Nacht ein bisschen erkältet und war dadurch ein bisschen geschwächt für die nächsten Tage. Trotzdem hatten wir dort eine tolle Zeit und sind unter anderem mit der Fähre, die letztendlich eher ein etwas größeres Boot war, bis zur Hastings Street gefahren, entlang vieler, ziemlich großer Villen. Für mich, als nicht so mit Shopping zu begeisternden Menschen, waren dann abends aber zum Glück schon die Geschäfte zu. 😂👍
Unser Blick vom Hotel auf den Pool👌
Noosa Nationalpark

Noosa hat scheinbar auch ungewöhnliche Tiere zu bieten, so haben wir am Hotelpool zwei Tannenzapfeneidechsen gesehen und wieder eine riesige Spinne in der Nähe des Hotels.

Die Tannenzapfeneidechse
Die Nachbarsspinne😱

Nach fünf Tagen ging es dann weiter nach Tin Can Bay. Das ist ein wirklich kleiner Ort, der für seine allmorgendliche Delfinfütterung bekannt ist. Mehr gibt es da auch wirklich nicht, wenn man den schönen kleinen Hafen vielleicht noch dazu zählt und ein Restaurant, das sehr lecker war, aber eher einer Kantine glich... Dort haben wir drei Nächte in einem Hotel mit tollem Blick auf den Hafen verbracht und, nachdem es mir besser ging, einen Ausflug nach Fraser Island gemacht.

Tin Can Bay

Fraser Island ist eine der bekanntesten Inseln an der Ostküste Australiens. Wir haben dafür einen geführten Tagesausflug gebucht und als unser Reisebus ankam und eher einem Panzer glich, hatten wir trotzdem noch nicht gedacht, dass die Fahrt so wackelig wird. Zuerst ging es über einen Strand zu einer Fähre, die uns zur Insel brachte. Danach folgten viele Kilometer Fahrt über den Strand, der sowohl Highway als auch Landebahn ist. Der erste Stop war der Eli Creek, ein kleiner Flusslauf, den man hochgehen kann und der genug Strömung hat, um sich Richtung Meer treiben zu lassen. Leider hatten wir nur sehr wenig Zeit dort, sodass wir uns den zwar in Ruhe angucken konnten, aber das Schwimmen auf später verschieben mussten.

Eli Creek


Nach einem kurzen Halt an einem sehr touristischen Schiffswrack, ging es weiter Richtung Lake McKenzie, dem wohl spektakulärsten Ort der Insel! Der Weg führte mit dem Bus durch einen Wald auf einer Strecke, die mehr Wellen und Löcher hat, als man es sich vorstellen kann. Da wir glücklicherweise auch noch in der letzten Reihe saßen, hielt es uns nur selten auf dem Sitz. 😂

Das „spektakuläre“ Schiffswrack
Der Lake ist ein Grundwassersee, der keinen Abfluss hat und deshalb das wohl klarste Wasser hat, was ich je gesehen habe. Dort hatten wir eine Stunde Zeit zum Baden und danach gab es ein leckeres, kaltes Buffet als Lunch.
Der Lake McKenzie

Danach ging es weiter (leider ohne Klimaanlage, weil die auf einmal nicht mehr ging) über löchrige Pisten zu einem kleinen Wanderweg im Regenwald, wo wir dann die erste Schlange des Urlaubs aus sicherem Abstand gesehen haben. Ich, als anerkannter Schlangenhasser, hoffe, dass das die letzte Schlange war, die ich in Down Under sehe...

🐍

Danach ging es, zur Abkühlung mit offener Tür, wieder Richtung Hotel. Am nächsten Morgen sind wir dann früh zur Delfinfütterung gegangen und haben die wilden Delfine, die jeden morgen wieder zur gleichen Stelle kommen um zu frühstücken, mit einem Fisch gefüttert. Das war schon ziemlich cool! Den restlichen Tag haben wir am Pool und mit Tasche packen verbracht.

🐬
Am nächsten Morgen war es dann Zeit sich zu verabschieden und wieder ein bisschen Richtung Süden per Greyhound Bus nach Brisbane zu Jonas und Louis zu fahren. Der Bus holte mich in Tin Can Bay ab und vier Stunden später war ich in Brisbane. An dieser Stelle nochmal Danke an meine Eltern für die tolle Zeit zusammen in Australien, wer hätte gedacht, dass wir zusammen nochmal Australien erkunden...
In Brisbane angekommen hieß es dann wieder „Hallo Jonas und Louis“ und nach einem schnellen, kurzfristigen Besuch beim Fußballspiel zwischen Brisbane und Wellington und zwei Nächten imHostel, ging es danach per Flieger nach Auckland in Neuseeland und unser nächstes Abendteuer begann.

Nach einem kurzweiligen Flug mit zwei Flaschen Bacardi aus dem Duty Free Shop im Gepäck, haben wir unseren Leihwagen für die fast vier Wochen abgeholt. Ein Nissan Tiida, der mehr Steinschläge im Lack hat, als vermutlich erlaubt ist. Trotzdem bringt uns der Wagen schon seit fast zwei Wochen ohne Probleme durchs Land!💪


Unser kleiner Porsche


Mit dem Auto sind wir (nur Louis und Jonas sind als Fahrer eingetragen) dann in die größte Stadt Neuseelands nach Auckland gefahren und haben die erste Nacht im Hostel verbracht. Auckland hat einen schönen Hafen und eine recht große Skyline.  

Nachdem wir den Abend am Hafen verbracht haben, sind wir durch die drei Stunden Zeitverschiebung ziemlich früh und müde ins Bett gegangen und am nächsten Tag in Richtung Norden gefahren. Auckland liegt zwar schon im Norden der Nordinsel, aber danach folgen noch die Bay of Islands und Whangarei, die wir uns noch angucken wollten. So haben wir an einigen Stränden zum Baden gestoppt und bei toller Atmosphäre den Sonnenuntergang und unsere erste Nacht im Zelt verbracht, die doch kälter war als angenommen. Die Tage darauf sind wir (also Jonas und Louis) viel Auto gefahren und haben unter anderem noch einen riesigen Schwarm Glühwürmchen in einer Höhle gesehen und mehrere Wasserfälle bestaunt.

Der erste, bisher schönste Campingplatz
Der Höhleneingang zu den Glühwürmchen

Südlich von Auckland kam dann der erste Versuch neuseeländischen, frischen Fisch zu fangen, doch er scheiterte sang- und klanglos. Doch noch haben wir das Kapitel nicht aufgegeben.

Die nächsten Tage sind wir weiter die Ostküste runtergefahren und haben unter anderem am Hot Water Beach Halt gemacht. An diesem Strandabschnitt haben wir uns bei Niedrigwasser eine Schaufel geliehen und damit Löcher gebuddelt, um in warmem bis heißem Thermalwasser zu baden. Die ersten Versuche scheiterten zwar, aber danach haben wir in einem schon warmen Loch weitergebuddelt und sind endlich auf teilweise sehr heißes Wasser gestoßen. Zur Abkühlung war das Meer dann ja direkt in der Nähe. Eine Erfahrung wert, aber auch ein ziemlicher Touri-Magnet!

Hot Water Beach
Weiter ging es nach Tauranga, einer etwas größeren Stadt, die besonders für ihren Blick vom Mount Maunganui bekannt ist. Somit wurden wir zu Bergsteigern und es ging bergauf bei 30 Grad Hitze. 800 Stufen später hatten wir einen tollen Blick über die Stadt und waren froh, dass es jetzt wieder bergab geht. Zur Erholung ging es baden im Meer. 
Mount Maunganui
Am nächsten Tag waren wir in Hobbiton, dem Drehort für die „Herr der Ringe“- und „Hobbiton“-Filme. Jonas und Louis als ambitionierte Hobbitfans waren ganz aufgeregt und saugten die Atmosphäre aus der „Stadt“ auf, während ich als Nichtfan mir einfach die schöne Natur dort angesehen habe und das Gratis-Bier um 9:15 Uhr morgens am Ende der Tour genoss. Zumindest sehe ich jetzt einen Grund, mir die Filme einmal anzusehen. 😂
Eine Hobbit-Höhle (glaub ich)
„Was mache ich hier?“
Die nächsten Tage war Jonas leider krank, weshalb ich viel mit Louis alleine gemacht habe. Wir haben uns zusammen Taupo und den anliegenden, riesigen Lake Taupo angeguckt und ich habe versucht nach zwei Monaten ohne Golf, mal wieder einen Schläger in die Hand zu nehmen und mit einem Hole-In-One 10.000$ zu verdienen. An dem Wort „versucht“ erkennt man, dass ich gescheitert bin und um ehrlich zu sein, war es nicht mal ein knappes Scheitern...
Huka Falls am Lake Taupo

Südlich von Taupo hat uns Jonas dann am Tag darauf für eine Wanderung abgesetzt. Gut, wer mich kennt weiß, dass wandern und bergsteigen nicht zwingend zu meinen Qualitäten gehören, aber ich habe dem Ganzen eine Chance gegeben und die Challenge der 19,4km des Tongariro Alpine Crossing angenommen.

6,5 Stunden später konnte ich resümieren, dass das Wandern und Bergsteigen auch weiterhin nicht zu meinen Stärken und Hobbys gehören wird. Man, war das anstrengend....Die ersten vier Kilometer gab es nur kleine Anstiege und ich war flott unterwegs und lag klar vor Louis in Führung, doch irgendwann begann der Berg mir meine Freude zu nehmen. Die nächsten 30 Minuten ging es nur bergauf und dadurch nahm nicht nur die Qualität des Wanderweges ab, sondern auch meine gute Laune. Völlig fertig oben angekommen, war ich für circa 3 Sekunden stolz, dann sah ich nach vorne und schon war klar, da kommt noch Einiges! Hier ein Foto von dem Moment der Erkenntnis😅
Man sieht mir die Enttäuschung an!

Der gesamte Anstieg wird (meines Erachtens völlig untertrieben) Devils Staircase (deutsch: Treppenhaus des Teufels) genannt. Oben angekommen gab es dann erstmal Mittag und natürlich, ein Foto mit der HSV-Flagge!




Dass danach der schwierigste und im Nachhinein auch schmerzhafteste Teil kommen wird, war mir da noch nicht klar... Von der Spitze des seit circa 1970 nicht mehr ausgebrochenen Vulkans ging es plötzlich auf den nächsten 300m extrem steil bergab und aus einem festen Weg wurde eine bröckelige Schotterpiste😳 Genau das Richtige für mich mit meinem ausgeprägten Sinn für Körperbalance und für das elegante Fallen. Nach den ersten fünf Metern fühlte ich mich recht sicher und schlitterte mit breiter Brust den Hang hinunter, als plötzlich meine Füße schneller wurden als der restliche Körper und ich dem nächstgelegenen Stein einen üblen Tritt mit meinem Schienbein verpasste! Komischerweise fing nicht der Stein, sondern mein Schienbein an zu bluten.🤔
Demnach war dann auch die Sicherheit weg und ich schlich den Berg hinunter wie ein Häufchen Elend. 😂 
Die nächsten Kilometer zusammengefasst bin ich noch zweimal hingefallen, aber im Endeffekt habe ich den Höllentrip (auf dem mich auch 70-Jährige und Kleinkinder überholt haben) gerade noch so überlebt. Zu meiner Beruhigung war aber auch Louis die Anstrengung anzusehen! Selbstverständlich hatte ich die nächsten beiden Tage noch deftigen Muskelkater, aber danach musste sich mein Körper auch auf die nächsten Wanderungen vorbereiten. Dazu aber mehr im nächsten Blog. 😉
Den Abend haben wir dann auf einem schönen Campingplatz an einem Fluss verbracht, um am nächsten Tag den restlichen Weg nach Wellington zu fahren. Wellington ist die Hauptstadt Neuseelands und ist der Ausgangsort, von dem die Fähren einen auf die Südinsel bringen. Viel mehr hat die Stadt aus unserer Sicht auch nicht zu bieten gehabt, da sie sehr klein ist. Abends haben wir uns in einer Bar noch ein bis zwei Bierchen gegönnt und dann die Nacht im Hostel verbracht.Am nächsten Tag fuhr uns die Fähre dann nach Picton auf die Südinsel, von wo aus der zweite Teil des Neuseeland-Abenteuers beginnt.


Dazu aber auch mehr im nächsten Blog. 

Bis dahin, liebe Grüße in die Heimat!

Euer Max
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