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Zuletzt in Australien

Cairns bis Brisbane - man ist das hübsch!

Veröffentlicht: 08.03.2020

Hallo liebe Familie und Freunde,


zum Ende des letzten Blogs hatte ich schon geschrieben, dass ich aus Brisbane weiter gen Norden nach Cairns geflogen bin. Auf dem Flug konnte ich bereits aus der Luft einen Blick auf die unendlichen Weiten des Great Barrier Reefs werfen. 
Great Barrier Reef aus der Luft
In Cairns angekommen, hat mich der kostenlose Shuttle zum Mad Monkeys Hostel ins Zentrum Cairns gefahren. Dort bezog ich dann für einige Tage ein 4-Bett-Zimmer. Aufgrund der Wettervorhersage buchte ich noch schnell Ausflüge für die nächsten Tage, weil nach fünf Tagen das Wetter schlechter werden sollte. Die nächsten drei Tage hatte ich dann also volles Programm: Direkt am nächsten Morgen wurde ich per Bus zu einer Seilbahn gefahren, die mich nach 45-minütiger Fahrt über einen Regenwald nach Kuranda gebracht hat. Auf der Fahrt gab es zwei Stops, an dem einen bekam man einen näheren Einblick in den Regenwald und am zweiten Stop hielt man an einem gewaltigen Wasserfall.
Endlich mein „eigenes“ Insekt

Hier musste man jeweils aussteigen, da dann eine neue Seilbahn begann. Beim zweiten Stop wurde aufgrund eines aufziehenden Gewitters meine Fahrt noch vor dem Start gestoppt und ich musste 40 Minuten neben einer Kreuzfahrtschiff-Reisegruppe warten. Durch die Verzögerung hatte ich in Kuranda, einem kleinen Dorf im Regenwald, dann nur kurz Zeit, um mich kalorienbewusst schnell mit einem Burger zu stärken, bevor es mit einer historischen Eisenbahn entlang von Wasserfällen durch den Regenwald zurück nach Cairns ging.

Nach diesem schönen Tag, wartete am Tag darauf schon das größte Highlight in Cairns auf mich: Das Great Barrier Reef. Um 8 Uhr legte der Katamaran ab und es ging bei absolut besten Wetterbedingungen aufs Meer. Am ersten Stop habe ich bevor es ins Wasser ging eine Glasbottomboat-Tour gemacht. Hierfür sind wir mit einem separaten Schiff weiter vom Katamaran weggefahren und haben an einem Riff eine große Schildkröte und sehr viele bunte Fische und Korallen gesehen. Dann ging’s wieder an Bord und ich habe meine (zum Glück mit Sehstärke versehene) Taucherbrille aufgezogen. Dazu gab es noch einen Schnorchel und natürlich den Stinger-Anzug, der einen vor den ganzen giftigen Quallen und der Sonneneinstrahlung schützt.

Die erste Unsicherheit wegen potentiellen Haien in der Nähe wich genau in dem Moment, als ich ins Wasser gesprungen bin und die ersten Fische und Korallen gesehen habe. Auch wenn die meisten Korallen leider eher grau waren, hatten die Fische mehr Farben als das Feuerwerk an Silvester in Sydney! Was für ein Anblick! Nach 80 ununterbrochenen Minuten im Wasser wurden alle an Bord geholt und es ging weiter zu einem anderen Stop.Dort angekommen, konnte man gleich erkennen, dass es hier wohl noch größere Fische gibt. Das lag vor allem daran, dass diese hier nach dem Tauchgang am Boot gefüttert wurden. Auch hier ging es schnellstmöglich ins Wasser. Bereits nach wenigen Sekunden schwammen mehrere circa ein Meter große thunfischähnliche Fische auf mich zu auf der Suche nach Nahrung. Das war zuerst furchteinflößend, danach aber schnell beeindruckend. 10m weiter sah ich dann zwei Stachelrochen auf dem circa 3m entfernten Grund und nach längerem Suchen konnte ich auch kleine Katzenhaie entdecken. Nach weiteren 90 Minuten im Wasser wurde auch der Schorchelgang leider schon beendet und so blieben viele Eindrücke, die ich so schnell nicht vergessen werde!!! Auf dem Weg zurück konnte man viele fliegende Fische sehen, die vorm Katamaran wegflogen und auch Delfine waren in Sichtweite.

Einfach ein rundum gelungener Tag!


Spiegelglatte See

Am nächsten Morgen ging es dann direkt weiter in den Daintree Nationalpark, dem ältesten Regenwald der Welt. Mit einer kleinen Reisegruppe sind wir zunächst nach Port Douglas gefahren, um dort am Strand zu frühstücken und dann in den Regenwald weiterzufahren. Dort machten wir eine kurze Wanderung auf der ich auch einen Cassowary sehen konnte, ein sehr seltener großer Vogel, der nur im Daintree Nationalpark lebt. Dieser Vogel sieht aus wie ein Strauß mit einem blau-bunten Hals. Wenn man diesen in die Enge treibt, kann der auch für Menschen lebensgefährlich werden, da er sehr spitze Krallen und sehr viel Kraft in den Beinen hat. 

Weiter ging es zu einem kleinen Fluss, in dem wir gebadet haben und in den man mit einem Seil wie Mogli reinschwingen konnte. Dafür musste ich nur an ein zwei größeren Spinnen vorbei auf einen Baum klettern und los geht’s. Zum Glück hatte ich aber meine Brille nicht auf, deshalb kannte ich die Spinnen nur aus den Erzählungen der Anderen... Wer mich kennt, und das tun eigentlich alle die das hier lesen, weiß, dass ich sportlich nicht immer auf ganzer Linie glänzen kann und so habe ich die ersten beiden Male erfolgreich mit dem Kopf auf der Wasseroberfläche gebremst. Das hat für Erheiterung in der Gruppe gesorgt und nachdem ich so „elegant“ als Erstes gesprungen bin und es unverletzt überlebt habe, wusste jeder, dass einem Nichts passieren kann. 

Mogli Müller

Nach dem Baden ging es weiter zu einem schnellen Mittagsessen und dann zu einer Tour auf einen Fluss, um Salzwasserkrokodile zu finden. Unser an dem Tag 70(!) Jahre alt gewordener Kapitän lenkte uns im Zickzack über den Fluss und konnte uns mehrere Krokodile zeigen.

Danach ging es wieder zurück nach Cairns während im Bus Musik auf voller Lautstärke lief und jeder (am lautesten natürlich meine Wenigkeit und mein Sitznachbar aus Bayern) gröhlte in voller Lautstärke mit! Ein guter Abschluss eines erlebnisreichen Tages!Danach trat in mein Leben in Cairns erstmal ein bisschen Ruhe ein. Da mir das Hostel und die Stadt so gut gefielen, habe ich gleich zweimal meinen Aufenthalt verlängert und war im Endeffekt fast zwei Wochen da, obwohl nur fünf Tage geplant waren. Besonders schön in Cairns ist die Esplanade Lagoon, eine angelegte Lagune, die zum Baden perfekt ist, da man im Meer aufgrund von Haien, tödlichen Quallen und natürlich auch noch tödlicheren Salzwasserkrokodilen nicht Baden kann...
Esplanade Lagoon

Nach einigen entspannten Tagen bei 35 Grad und sehr hoher Luftfeuchtigkeit, habe ich an einem Pub Crawl teilgenommen. Das ist ein organisierter Abend, an dem man von Bar zu Bar gefahren wird, um dort ein Gratisbier zu trinken und Barspiele zu spielen. In Australien ist Alkohol ziemlich teuer, also kommt einem so ein Abend sehr entgegen und es gab auch viele gute Angebote. Kurzum, wir hatten viel Spaß und der nächste Tag diente wieder eher der Erholung...😂

Bevor ich Cairns verlassen habe, habe ich mich für noch einen Ausflug entschieden, den mir der Bayer empfohlen hatte. An diesem Tag haben wir vier verschiedene Wasserfälle besucht, um dort zu baden. Das war wirklich cool, nicht nur weil es echt viel Spaß gemacht hat, sondern auch, weil es an dem Tag tatsächlich recht kühl war und das Wasser in den Flüssen auch eher 20 Grad hatte anstatt der sonst eher 29 Grad in den Lagunen...

Der Millaa Millaa Wasserfall war dabei am schönsten und bekannt für ein besonderes Fotomotiv. Eigentlich soll das bei Frauen und Männern mit Haaren sehr spektakulär aussehen, bei mir sieht es haarlos also ein wenig anders aus, aber trotzdem ein schöner Hintergrund...😂

Zum Abschluss des Tages haben wir in einem Süßwassersee gebadet, in dem auch ein Süßwasserkrokodil leben soll. Der See war nicht sooooo riesig und so haben wir zwar alle gebadet, aber trotzdem hatte man immer den Hintergedanken an das Krokodil. Allerdings hat uns unser Guide auch vorher erzählt, dass Süßwasserkrokodile keine Menschen angreifen und es in Australien noch keine Angriffe gab. Letztendlich hatte sie recht und wir haben es überlebt!


Drei Tage später bin ich dann mit einem Greyhound-Bus nach 10,5 Stunden langer Fahrt in Airlie Beach angekommen. Airlie Beach ist ein kleiner, hübscher Urlaubsort, der sich selbst als „Heart of the Reef“ bezeichnet, da von hier auch Touren zum Great Barrier Reef starten und auch Touren zu den Whitsundays angeboten werden. 
Ich habe hier dann einen Tagesausflug zu den Whitsundays gemacht. Morgens ging es mit einem Speedboot los in Richtung der Inseln und wir starteten mit zwei Schnorcheltrips in den Tag. Beim ersten Stop wurden wir durch die Strömung entlang eines Riffs „gespült“ und man musste gar nichts machen, um sich fortzubewegen und die vielen Fische und hier sogar buntere Korallen zu sehen. Am Ende des Riffs angekommen wurden wir wieder eingesammelt und es ging weiter an einen zweiten Stop, wo dann die Fische gefüttert wurden. Allerdings wurden die um uns herum gefüttert und so schwamm man inmitten von hunderten Fischen und wurde vom Guide mit hartem Fischfutter abgeworfen. Dadurch kam man schon sehr auf Tuchfühlung mit den vielen Fischen und es fühle sich an, als würde ich in einem Aquarium schwimmen. 

Weiter ging es zu einem kurzen Stop für das Mittagessen in einer Bucht. Während wir gegessen haben, tauchten um uns herum häufig sehr, sehr große Schildkröten auf. Leider habe ich kein ordentliches Foto hinbekommen; ich kann nur sagen, dass ich anfangs dachte es wären Delfine, weil die für meine Vorstellung zu groß für Schildkröten waren...

Danach ging es zum eigentlichen Highlight der Tour, dem Whitehaven Beach. Das ist der wohl bekannteste und beliebteste Strand Australiens und diesen Titel kann ich ihm nicht absprechen. Nach einer kurzen Wanderung auf einen Aussichtspunkt sah man die ganze Bucht des Strandes und was soll ich sagen, es war umwerfend! Aber seht selbst...

Danach ging es runter an den Strand, direkt am Übergang vom Weg zum Sand merkte ich, dass das kein normaler Sand ist. Dieser Sand ist so fein, dass es richtig knatscht, wenn man drauf geht und trotz der heißen Temperaturen war er nicht heiß. Der Guide erzählte, dass es daran liegt, dass der Anteil des reinen Sandes am Strand hier so hoch ist wie sonst nirgendwo. Dann ging es ins Wasser, das wirklich kristallklar war. Ich war kaum drei Minuten im Wasser, schon sah ich etwas Größeres auf mich zu schwimmen. Ein circa 1 Meter großer Zitronenhai schwamm da auf mich zu. Zuerst war das doch ein bisschen beängstigend, aber nachdem alle diesen fotografiert haben und nicht weggelaufen sind, habe auch ich meine Handykamera rausgeholt und bin dem Hai hinterhergelaufen, um ein gutes Foto zu bekommen. Das war wirklich aufregend, insbesondere, wenn der Hai auf einen zu geschwommen ist!
Danach ging es mit dem Boot wieder nach Airlie Beach und der schöne, erlebnisreiche Tag war vorbei! Zwei Tage später, die ich an der ebenfalls sehr schönen Lagune in Airlie Beach verbracht habe, bin ich dann auch schon wieder vom Flughafen in Proserpine nach Brisbane geflogen. Der Flughafen in Proserpine ist definitiv der Kleinste, den ich je gesehen habe. In einer kleinen Halle werden sowohl ankommende als auch abfliegende abgefertigt und es fliegen vier Maschinen am Tag dort ab.
Die drei Gates vom Flughafen Proserpine

In Brisbane angekommen, habe ich überlegt, was es für mich hier noch zu erleben gibt. In den 3 Monaten habe ich nun wirklich schon eine ganze Menge erlebt! Natürlich gibt es noch den Ayers Rock (Uluru), aber das ist die teuerste Sehenswürdigkeit der Welt und der reizt mich auch nicht so wirklich. Dann gibt es natürlich noch die Westküste, die nochmal eine ganz andere Natur zu bieten hat. Nach einem fast einstündigen Telefonat mit meinem Reisebüro, habe ich mich nun entschieden, zunächst am 11.03. nach Perth an die Westküste zu fliegen, dort mir noch fünf Tage lang alles anzusehen und mich dann wieder auf den Weg nach Deutschland zu machen. Wenn also alles nach Plan läuft und Emirates nicht noch auf die Idee kommt durch den Coronavirus die Flüge zu streichen, werde ich am 17.03. mittags in Hamburg landen. Das ist also schon in weniger als zwei Wochen!

Ich freue mich jetzt auf die kommenden Tage, aber dann freue ich mich auch darauf, Familie und Freunde in Hamburg wiederzusehen!

Viele Grüße aus Brisbane

Euer Max
Das Casino in Brisbane


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