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1. Wie schläft man am Brenner?

Veröffentlicht: 14.04.2025

Bus
Traxl → Grafing Bahnhof
Deutschland
Zug
Grafing Bahnhof → Kufstein
Deutschland → Österreich
Zug
Kufstein → Brenner
ÖBB
Unterkunft
Damenklo am Brennerbahnhof
Brenner
Zug
Brenner → Florenz
Italienische Bahn
Zug
Florenz → Assisi
Italienische Bahn
Unterkunft
schön gelegene Herberge in Assisi
1 Nacht · Hotel · Assisi
Essen
Essen in der Unterkunft in Assisi
$$ · Abendessen
Sehenswert
Assisi
Assisi, Italien
Tour
Ausflug der französischen Großfamilie zum 50. Hochzeitstag
Tour

Kurz gesagt: Am Brenner übernachten kann ich nicht empfehlen. 

Aber nun der Reihe nach: Bus von Traxl nach Grafing Bahnhof - pünklich, Regionalbahn nach Kufstein - pünktlich. 

Und dann das Ereignis, das mein Weltbild erschüttert: der Zug, der mich zu meinem Liegewagen nach Linz bringen soll - 30 Minuten Verspätung. Der Grund der Verspätung -  so höre ich aus mehrmals aus dem Lautsprecher - sei die Schweizer Bahn. 

DIE SCHWEIZER BAHN! Was um Himmels Willen ist mit dieser Präzisionmaschinerie geschehen? Aber was hat die Schweizer Bahn mit Kufstein und dem ÖBB zu tun? Egal, ich steige nicht in den Zug nach Linz ein, denn was soll ich dort, wenn mein Liegewagen da nicht mehr ist, nachts um 24.00 Uhr. 

Also entscheide ich mich, über den Brenner zu fahren. Am Brenner, so lese ich in der ÖBB- App, habe ich 4 Stunden 50 Minuten Zeit zum Umsteigen. Diese Zeit ist zum Umsteigen auf jeden Fall ausreichend, soweit die gute Botschaft. Was ich nicht bedacht habe: der Brenner ist ein Un-Ort, seine Infrastruktur dient alleine dem Transfer von Autos und Güterzügen. 

Ich, der einzige Mensch im Zug und am Bahnhof. Nur triste und endlos lange Bahnsteige mit verweisten und versperrten Bahnhofsgebäuden. In meiner Naivität habe ich mir am Brenner tatsächlich einen beheizten Warteraum vorgestellt.

Dann der rettende Ort

Der einzige Platz, der mich über die Wartezeit hinweg tröstete, war das Damenklo, wo ich auf einer Plastikplane (Gott sei Dank doch noch mitgenommen) und unter dem Regenponcho zusammengekauert ausharrte, während zwei Alpenpässe von mir entfernt mein geliebter Liegewagen nach Süden unterwegs war. Ohne mich.

Ich habe die Nacht überlebt und kann mir jetzt ein Bild davon machen, wie es Obdachlosen auf der Suche nach einem geschützen Raum geht.

Die italienische Bahn hat mich dann zuverlässig (und pünklich) ans Ziel gebracht: erst nach Florenz (eine schöne Stadt, mit viel zu vielen Menschen) und dann nach Assisi.

Und dann wurde es doch noch ein guter Start.

Während der Zugfahrt habe ich verschiedene Orte tangiert, durch die ich im letzten Jahr gelaufen bin. Wie gerne wäre ich zu Fuß gegangen und nicht mit dem Zug gefahren. Seltsamer Gedanke, nicht wahr?

Meine Ankunft in Assisi hat mich schließlich für die Nacht entschädigt. Der Reiz der Stadt, die schön gelegene Herberge und das tolle Essen, das man hier für uns Gäste gekocht hat. 

Mit in der Unterkunft: eine französische Großfamilie (mit insgesamt 26 Personen in drei Generationen), die mit den Großeltern zum 50. Hochzeitstag hierher einen Ausflug gemacht haben. Sie sagten, ich solle doch nicht alleine sitzen, sondern zu ihnen an den Tisch kommen. Um mir eine Freude zu machen (oder vielleicht auch, um mir zu imponieren), haben sie zu späterer Stunde noch voller Inbrunst deutsche Volkslieder gesungen (mit fehlerfreien Texten, auswendig bis zur dritten Strophe).  

Diese Reise fängt schon wieder gut an.

Nachtrag

Die ÖBB hat mein Ticket erstattet und sie haben auch noch nach der Rechnung für die Übernachtung gefragt. Ich habe erklärt  dass im Damenklo niemand gewesen sei, der mir eine Rechnung hätte ausstellen können. Die ÖBB hat mir daraufhin einen Gutschein geschenkt, für die nächst Fahrt mit ihr :-).


Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Abseits der PfadeSparsam
  • Brenner mit 4 Stunden 50 Minuten Umsteigezeit
  • Übernachtung im Damenklo am Bahnhof
  • Weiterfahrt nach Florenz und Assisi
  • schöne Unterkunft und gutes Essen in Assisi
  • deutsche Volkslieder mit einer französischen Großfamilie
RegenponchoPlastikplane
TransitRoadtripStadtKulturEssen
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Antworten (1)

vor mehr als 1 Jahr
Hallo Maria, ich freue mich, ein bisschen auf deiner Reise dabeizusein und wünsche dir noch viele schöne Begebenheiten. Für heute noch einen schönen Abend. Liebe Grüße, Ingrid

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