Vom Pool in die weisse Stadt
Unser Aufenthalt in Santa Cruz ist nur sehr kurz geplant. Wieder eine Nacht in einem richtigen Bett und Anklimatisierung (auf 440 M.ü.M. ziemlich auf Züri-Level) bevor es dann in...


Veröffentlicht: 09.10.2018




















Eingebettet zwischen Hügeln und Bergen in einem Tal östlich des Altiplano liegt Sucre, die weisse Stadt und konstitutionelle Hauptstadt Boliviens. Die Stadt liegt bereits schon auf 2800m über Meer, was man doch das eine oder andere Mal gemerkt hat.
Die wunderschöne Kolonialstadt mit ihren weissen Gebäuden hat uns auf Anhieb sehr gefallen. Sehr lebendig zwar aber mit einer sehr entspannten Atmosphäre und sehr freundlichen Menschen. Einziger Negativpunkt ist der starke Verkehr, der sich durch die so schönen Strassen zwängt und die Fussgänger auf die eher schmalen Trottoirs zwingt. Da man wegen der Höhe je eh schon etwas schwerer atmet, gilt es dann auch noch statt dem spärlichen Sauerstoff nicht auch noch massenweise stinkenden Dieselqualm einzuatmen.
Wir sind lange Zeit einfach herumgeschlendert, haben den Markt besucht und das spannende Angebot an speziellen Gemüsen und Früchten bewundert und.. als speziellen Gruss an Mirj – frischgepresste Fruchtsäfte kredenzt. Dies notabene ohne vorher prophylaktisch Bioflorin eingenommen zu haben und – viel wichtiger – ohne nachher häufiger als sonst «el baño» aufsuchen zu müssen. Da reicht auch eine Kuhschnauze nicht, die hier offenbar landläufig als Delikatesse angeboten wird.
Sucre ist eine elegante Stadt, mit vielen modernen und sehr gestylten Geschäften, Cafés und Restaurants. Generell entspricht das, was wir bislang von Bolivien gesehen haben eigentlich nicht meiner Vorstellung. Ich hatte es mir noch wesentlich einfacher und weniger modern vorgestellt aber die Bolivieneisen von Leuten, die mir ihre Eindrücke geschildert haben, liegen natürlich auch schon einige Jährchen zurück und der Fortschritt schreitet voran. Bequem ist es allemal.
Besonders schön ist die Stadt in der Abenddämmerung, welche die weissen Gebäude und die umliegenden Berge in ein ganz spezielles Licht taucht. Auf den Strassen herrscht auch Abends reges Treiben und man kann sich auch nach Einbruch der Dunkelheit absolut problemlos bewegen. Für das Nachtessen haben wir uns komplett an die bolivianische Karte gehalten und es nicht bereut Besonders fein war Bettinas Quinoa-Auflauf, der ähnlich wie eine grobkörnige Polenta mit Käse schmeckt. Käse haben sie hier übrigens auch ausserordentlich leckeren.
Wohl noch etwas Jetlag, die Reise, das Schlafmanko von vor den Ferien und sicherlich auch die Höhe: wir waren um 21.00 Uhr so fixfertig, dass wir das Nachtleben für einmal auslassen mussten. Hasta mañana.