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Montana und Glacier National Park

Veröffentlicht: 10.08.2016

Die Fahrt zum nächsten Ziel, dem Glacier National Park, haben wir etwas ruhiger angehen lassen. Sie führte uns quer durch Montana. Die Landschaft war grün und satt, außerdem etwas kühler. Wir haben abermals viele Meilen auf endlosen Straßen zurück gelegt. Ein paar Städte haben wir angesehen, u.a. Livingston, Bozeman, Butte und Missoula. Alles mit einem gewissen Cowboy-Flair, die meistens waren Ansiedlungen bzw. Überbleibsel aus der Pionier- und Bergbauzeit… ein bisschen Goldgräberatmosphäre halt. Auch ihre Liebe zu Waffen wurde uns hier eindrucksvoll vermittelt. Bei einem Besuch im Campingladen (wir brauchten ein Ersatzteil für unseren Gas-Kocher) lief es einem eiskalt den Rücken runter. Noch nie haben wir so viele Waffen auf einem Haufen gesehen. Von der Pistole über die Pump Gun bis zum Sturmgewehr… Im Campingladen! Beängstigend. Naja, aber ansonsten ein sehr schöner Bundesstaat.

Eines Morgens war die Batterie unseres Autos hin, keinen Zuck hat er mehr gemacht, es stank schön nach Schwefel und die Säure lief schon aus der Batterie. Und wir standen im Wald, fernab von allem. Beeindruckend war wieder einmal die Freundlichkeit der Amies. An der nächsten Straße hielt das erste Auto an und der Fahrer fragte, wie er helfen kann. Starthilfekabel hatte er keines, aber wir sollten auf die Ladefläche springen, er bringt uns zum nächsten Zeltplatz. Der Erste, den wir dort ansprachen, ließ sofort alles stehen und lud uns abermals auf seine Ladefläche und fuhr mit uns zurück in den Wald. Starthilfe klappte und so kamen wir zumindest ins nächste Nest – Hungry Horse (und der Name war hier Programm). Kein Telefon, kein Internet. Aber die erste Frau die wir ansprachen gab uns sofort ihr Handy und sagte wir könnten telefonieren so viel wir wollten, sie sei noch knapp zwei Stunden in der Nähe. In dem Telefon steckten auch ihr Ausweis und ihre Kreditkarte… In Sachen Freundlichkeit, Vertrauen und Unvoreingenommenheit kann man hier einiges lernen… So konnten wir die Mietwagenfirma im hunderte Meilen entfernten Los Angeles anrufen, die dann im Handumdrehen alles organisiert hat. Kurzdrauf kam ein Mechaniker mit ner neuen Batterie aus einem Nachbarort und schon lief die Karre wieder. Innerhalb von 1 ½ Std war alles erledigt. Wir waren beeindruckt!! Am Arsch der Heide, auf nen Samstagmorgen… Respekt!

Jetzt konnte es weiter nach Glacier gehen (zum Glück war es mit der Batterie nicht dort passiert). Auch wieder ein toller Nationalpark. Von den riesigen Gletschern, die hier die Berglandschaft und auch die kontinentale Wasserscheide in die Landschaft gefressen haben, ist leider nicht mehr viel übrig. Trotzdem eine tolle Landschaft mit vielen glasklaren Bergseen. Ferner führt quer über die Berge die „Going-to-the-Sun-Road“. Sehr beeindruckend und mit ebenso beeindruckenden Aussichten. Wir haben viele kleine und mittlere Wanderungen unternommen. Ein Höhepunkt war sicher das besonders schöne Exemplar einer Bergziege, ein sehr seltener und überraschender Augenblick!

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