Mindo - Nur Fliegen ist schöner
Als ich in Mindo ankam, fand ich erst einmal alles blöd. Das lag aber wohl daran, dass es meinem Magen nicht so gut ging und ich die letzten 2 Nächte aufgrund bescheuerter...


Veröffentlicht: 29.07.2018
Von Mindo ging's wieder zurück über Quito nach Otavalo in den Norden Ecuadors. Ich hatte natürlich einen Bus erwischt, der nicht bis nach Otavalo reinfuhr, sondern mich einfach vor Otavalo an der Panamericana rausgeschmissen hat. Also marschierte ich erstmal 2 km bis zu meinem Hotel in der Nähe des Busbahnhofs (ein Taxi hätte bestimmt nicht viel gekostet, aber je länger man als Backpacker unterwegs ist, desto geiziger wird man). Otavalo ist umringt von Bergen und Seen vulkanischen Ursprungs und ist bekannt für seinen großen Samstagsmarkt, zu dem die umliegende indigenen Bevölkerung kommt und ihre Waren verkauft.
In Otavalo angekommen, habe ich wie immer erstmal ein wenig die Stadt erkundet. Am nächsten Tag machte ich mich auf den Weg zu einer Wanderung um die Laguna Cuicocha, nicht weit entfernt von Otavalo. Am Busbahnhof nahm mich freundlicherweise ein Busfahrer unter seine Fittiche, kaufte mir ein Ticket und platzierte mich auf dem Sitz neben dem Busfahrer, damit ich auch ja nicht verloren gehe. Auf meinem Ticket stand ein ganz anderer Ort und das Meiste, was der Busfahrer mit erklärte, hatte ich eh nicht verstanden. Trotzdem kam ich im richtigen Ort an, um mit einem Taxi weiter zum Ausgangspunkt der Wanderung zu gelangen. Der Taxifahrer hatte nicht genug Wechselgeld, versprach mir aber mich am Nachmittag hier wieder abzuholen (soweit ich das halt verstanden habe). Na gut, sicher war ich mir nicht, ob der sich wirklich dran hält, aber egal...
Die Wanderung um den durch einen Vulkanausbruch entstandenen See ist 14 km lang. Laut meinem Reiseführer braucht man 6 Stunden, laut Hinweisschild 5 Stunden. Der Weg führt zunächst immer bergauf auf 3450 m Höhe am Kraterrand entlang, hier merkt man schon die dünne Luft der Anden, das Herz pumpt schneller, das Atmen fällt schwerer, aber man gewöhnt sich dran. Vom Weg aus hat man fast immer Blick auf den See. Im Kratersee befinden sich 2 Inseln, die wie 2 Meerschweinchen aussehen sollen, aber auch nur mit viel Fantasie. Ich glaube ja eher, dass da mal ein sehr hungriger Ecuatorianer am Ufer saß und einfach alles so aussah wie ein Meerschweinchen, weil die das ja hier so gern essen.
Der Blick auf den Vulkan Cotacachi ist durch die Wolken leider versperrt. Auf dem Rundweg trifft man zum Glück nur wenig andere Touristen. Die meisten kommen zum See, um eine Bootstour um die beiden Inseln zu unternehmen.
Nach 4 1/2 Stunden kam ich wieder am Ausgangspunkt meiner Wanderung an und siehe da, der Taxifahrer hat wirklich Wort gehalten und mich wieder zurück gebracht.
Am nächsten Tag ( Samstag) war großer Markttag in Otavalo. Etwas außerhalb fand zum einen der Tiermarkt statt. Hier wurde alles, was laufen oder fliegen kann verkauft. War nix für mich, also auf zum großen Markt in die Innenstadt. Auf der Plaza de Poncho und den umliegenden Straßen wurde alles von Kleidung, Decken, Taschen, Schmuck über Kunst und Kitsch verkauft. Aus den angrenzenden Dörfen kam die indigene Bevölkerung in traditioneller Kleidung zum Kaufen und Verkaufen. Leider oder auch zum Glück ist in meinem Rucksack nicht ganz so viel Platz, sonst hätte ich wohl so Einiges gekauft. Letztlich blieb es bei einem Schal aus Alpakawolle und einer kleinen Tasche.
