lenassurfingdiary

Vom Vollzeitjob zur Vollzeitsurferin! Eine Reise zum Genießen, Selbstfinden und Verwirklichen

Meine neue Liebe und der Besuch im Australian National Surf Museum

Zum Ende des letzten Wochenendes und somit auch zum Ende des angesetzen Zeitraums für die Bells Beach Competition war eine starke Dünung ("swell") im Anmarsch. Zu gern wurde hier von einem historischen 50-jährigen Swell gesprochen.

Naja, man muss sagen, die Wellen waren nicht historisch wie 1981 und  durch den starken Wind weniger perfekt. Für mich waren die höheren Wellen und die unruhigen Bedingungen anstrengend, da teilweise der Shore-Break (Wellen brechen an der Brandung) und somit das Erreichen der Line-Up (Bereich, in dem Surfer auf die Wellen warten) schwieriger zu bewältigen waren. Nachdem ich unangenehmes Zusammentreffen mit einem anderen Surfer nach einem immensen Wipe-Out (Sturz vom Board und anschließender Waschgang in der gebrochenen Welle) hatte, und dies mir an meinem Board erst mal wieder einen tiefen Ding (eine tiefe Beschädigung des Boards, Wasser kann dadurch in das Brett eindringen) einbrachte, versprach mir Kim an einem eher gemütlichen Anfängerstrand zu surfen, sodass sich die Tochter von Kims Kumpel Loglan McKenzie anschloss.

MacKenzie und ich


Hier waren die Wellen und deren Größe eher für mich zu bewältigen. Dennoch die nächsten Tage waren hart. Die Strömung war stark, eigentlich war ich eher damit beschäftigt dagegen anzupaddeln als eine Welle zu nehmen. Am Sonntag nahm dann die Wellenhöhe ab und wir hatten nach tagelangen choppy Wellengang endlich die von mir erhofften glassy Bedingungen (choppy water: unruhiges, aufgewühltes Wasser meist durch Wind und Strömung. Dadurch sind die Wellen ungleichmäßig und schwieriger zu fahren; glassy: windstille Surfbedingung, Wasseroberfläche ist absolut ruhig, erscheint wie Glas).

Obwohl ich meinen Ding amateurhaft repariert hatte war doch Wasser eingedrungen. Eine Reparatur hätte mich wohl mehr als einen Hunderter gekostet. Da ich zuvor schon in das Board 50 € investiert hatte, es allerdings nicht mehr als 250 € wert ist, dachte ich mir - was macht Frau am liebsten - let's go shopping!


Zunächst besuchte ich den bekannten Rip Curl Store mit einer riesigen Auswahl an Boards verschiedenster Marken. Jedoch wurde ich hier schnell enttäuscht. Neben wenig Beratung - naja eher keine weil mich keiner wirklich beachtete - und viel zu hohen Preisen, habe ich den Rat von Kim befolgt und bin zu dem lokalen Surfshop Strapper Surf gegangen.


Diese verkaufen neben ihren eigenhergestellten Brettern auch eine große Auswahl an verschiedenen anderer Hersteller. Eigentlich mit dem Willen ein Aussie-Board von Strapper aus Torquay zu kaufen blieb mein Herz beim Channel Island Surfboard stehen. Und das beste an der ganzen Sache: das Board war um einiges reduziert, da es ein Schönheitsmangel hatte. Puh was ein Glück. Noch ein bisschen Geplänkel mit dem netten - und gut aussehenden - Verkäufer, btw, gab es noch die Future Finnen und den Wachs gratis dazu. Für das Pad habe ich gerade mal die Hälfte bezahlt. Thanks Strapper Surf!




Wahnsinnig glücklich und mit den perfekten Bedingungen ging es am nächsten Tag nach Bells Beach Southside. Obwohl ich dachte, ich würde etwas Probleme haben, da das Brett nun etwas kleiner ist als mein Altes und weniger Volumen hat, bekam ich mehr Wellen als die gesamte letzte Woche! AWSOME!



Dienstag sank der Swell noch mehr, sodass wir nur morgens kurz surften. Aber der Surf war erstklassig!

Leider gab es dann heute gar keine Möglichkeit zum Surfen. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen zum Surfmuseum auszubrechen. Da Kim einige Dinge zu regeln hatte, musste ich mich nun mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Victoria auseinander setzen. Nach einer längeren Rechereche, die nur wenig brachte, d.h. also eigentlich nicht wirklich schlauer, bin ich dann aufgebrochen um die Bushaltestelle zu suchen.

Ich weiß, es hört sich so an, als wäre ich zu dumm mit dem Bus zu fahren, jedoch gibt es hier in Belmont nicht wirklich Fußgängerwege oder Bushaltestellen an jeder Ecke. Zusätzlich muss man eine Karte kaufen, die man mit Geld belädt. Laut Internet wäre dies nur in bestimmten Stores möglich.

Einmal die richtige Bushaltestelle gefunden und im Bus eingestiegen, half mir die nette Busfahrerin, wo ich das Museum finde und wo ich auszusteigen habe. Denn anders als in Deutschland werden hier keine Haltestellen angesagt oder angegeben, man muss sie einfach wissen. Aber ist man einmal mit einem Aussie ins Gespräch gekommen, unterhält man sich dann doch länger. So konnte ich die Fahrt über eine nette Konversation mit der Busfahrerin halten, die mir gute Tipps für weitere Unternehmungen gab.

Tipp meinerseits: Ich habe bis jetzt keinen Australier getroffen, der nicht hilfreich und freundlich ist. Jeder - egal welches Alter - hilft gerne weiter, hält gerne ein Schwätzchen, insbesondere wenn man aus Europa kommt. Obwohl es sich hier um eine Surfhochburg handelt, scheinen aus Oversea nicht viele Touristen zu kommen. Meist sind die Touris aus China oder Indien. Da ist doch eine Deutsche mal was Neues.

Nun also in Torquay angekommen, ging es in das Australian National Surf Museum. Und ich hatte dieses für mich komplett alleine.


Das Australian National Surf Museum erzählt die Geschichte der australischen Surfkultur.




Von riesengroßen Brettern aus Holz, die von Hawaii nach Australien gebracht wurden, über die revolutionäre Entwicklung des 3-Finnen-Systems (Thruster) bis hin zu alten Wetsuits und Surfbrettern der Bells-Beach-Gewinner, lernt man auch viel über das Shapen von Boards, verschiedene Finnen und die Verglasung.








Beeindruckt war ich vor allem von den alten Modellen, mit denen in 1981 die 15-ft hohen Wellen gesurft wurden und den Geschichten der lokalen Surfern, insbesondere rundum die Hotspots Torquays.












Mit mehreren Kurzfilmen, die verschiedenste Surfer oder Shaper mit unterschiedlichstem Hintergrund poträtierten, beendete ich meine Tour durch das Museum.


Ich denke als Surfer und für alle Surfbegeisterte ist der Eintritt von 12 $ definitiv lohnenswert und fast ein Muss, wenn man in Torquay ist.


Nach dem Museumsbesuch gönnte ich mir noch einen kurzen Abstecher ins Rip Curl Outlet.

Mit vielen Eindrücken reicher und einem kleinen Einkauf ging es zurück mit dem Bus. Auch hier half mir eine nette Dame und der Busfahrer den richtigen Stop zu finden. Eine 45-minütige Busfahrt später war ich endlich wieder in Belmont angekommen.

Und was würde einen Tag besser beenden, als von Kim mit einer frisch selbstgemachten Pizza erwartet zu werden. Thanks Mate!




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