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29.10. Kleines Angkor Wat

Veröffentlicht: 29.10.2018

Heute besichtigten wir die Ruinen der, sehr englisch klingenden, Tempelanlage von My Son. My Son war Mittelpunkt der Cham-Kultur, die sich ab dem 2. Jahrhundert an der Küste Vietnams ausbreitete. Dabei lassen sich heute Verbindungen zum indischen Hinduismus ausmachen wie zum Beispiel die Anbetung des hindischen Gottes Shiva.

Die Tempelanlage von My Son entstand Schätzungen zur Folge in der Zeit zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert, ist also schon beachtliche anderthalbtausend Jahre alt. Leider wurde sie während des Vietnamkrieges stark beschädigt und manche Gebäude sogar komplett zerstört. So auch der wohl spektakulärste Teil der Anlage, ein 24 Meter hoher Turm. Kurz nach dem Krieg fingen zwar Restaurierungsmaßnahmen an, jedoch stand man wie sooft bei historischen Gebäuden vor der Frage: wie schafften es die Leute damals eine solche Anlage zu errichten? Beton gab es nicht und scheidet auch für den Wiederaufbau aus, da er in Verbindung mit den alten Steinen zu einer raschen Bemoosung führen würde. Man vermutet deshalb eine biologische Paste, die den Gebäuden vor 1500 Jahren ihre Form gab, kann diese Paste jedoch nicht rekonstruieren. Es ist schlicht ein bizarrer Umstand, dass Menschen vor anderthalb Tausend Jahren dem hochgelobten und von sich so überzeugten „Modernen Menschen“ etwas voraus hatten...



Der Ort, an dem einst der größte Turm stand

Die Ruinen lagen eingebettet und verstreut in einem Tal, sodass man während der Besichtigung gleichzeitig einen kleinen Spaziergang durch Bananen- und Bohnenplantagen machen konnte, es jedoch ratsam war, sich nur auf den Wegen aufzuhalten, da die Gefahr von Tretmienen in diesem Gebiet, das stark unter Beschuss genommen worden war, nicht auszuschließen war.


Nachdem wir das Areal besichtigt hatten, fuhren wir per Roller zurück in die Stadt, da My Son recht weit abseits lag. Es war schön nach Angkor Wat in Kambodscha wieder so etwas Altes und Ehrwürdiges zu sehen und wenngleich My Son die Größe und den guten Zustand Angkor Wats nicht erreichen konnte, hatte es durch den roten Stein und seine Lage zwischen den Bergen einen speziellen Charme.

Abends gingen wir dann wieder durch das wunderschön erleuchtete Hoi An und suchten uns eine schöne Dachterasse mit Ausblick auf den Fluss und die bunte Uferpromenade, um dort wieder einmal Karten zu spielen.


Morgen steht am Nachmittag ein vietnamesischer Kochkurs auf dem Programm, auf den wir schon sehr gespannt sind.

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