kleine-perlen-spaniens
kleine-perlen-spaniens
vakantio.de/kleine-perlen-spaniens
Zuletzt in Linares de Mora

Eine Nacht mit klappernden Zähnen

Veröffentlicht: 25.10.2026

Fahrt
Puertomingalvo → Linares de Mora
Spain
Sehenswert
Linares de Mora
Linares de Mora, Spain
Attraktion
Pino del Escobón
Linares de Mora, Spain
Tour
Wanderung zum Pino del Escobón
Wanderung · 1h 30m

Eines vorneweg: Wir haben nicht in Puertomingalvo übernachtet. Ich hatte gerade den Blog-Beitrag von gestern weggeschickt, als meinem Schatz einfiel, dass sie gerne weiterfahren würde, weil 1. die Musik viel zu laut wäre und 2. sie die Titelauswahl schrecklich finde. Mir war nicht klar, welcher der beiden Punkte für ihre Entscheidung den Ausschlag gegeben hatte, und wenn ich ehrlich bin, wollte ich es auch gar nicht wissen. Okay, eine ganze Nacht mit dieser Musik wäre nicht ohne gewesen, aber dann noch einen Meter Luftlinie neben einer Frau, die mit einem leidenden Augenaufschlag an mein Gewissen appellierte – das wollte ich mir dann doch nicht antun.

So gondelten wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit die paar Kilometer zu unserer nächsten Station Linares de Mora. Und ich hatte auch schnell den passenden Stellplatz für meinen Schatz gefunden: 500 Meter außerhalb des Ortes, direkt neben einem Friedhof. Hier war es so still, dass wir im leichten Abendwind die Nadeln der Kiefernbäume ringsum tanzen hörten. Als ich in der Nacht mal wach wurde, hörte ich neben mir ein leises Klappern. Das mussten die Zähne meines Schatzes gewesen sein. Ein einsamer Friedhof … dunkle Nacht … gruselig … Aber es ist mucksmäuschenstill, dachte ich mir, drehte mich um und schlief sofort wieder ein.

Es war elf Uhr morgens, als bei Icke ein erster Gedanke ans Aufstehen leise anklopfte. Wegen der Zeitumstellung, meinte sie. Etwa zwei Stunden später brachen wir zu einem Spaziergang nach Linares de Mora auf. Wir saßen gerade bei einem kleinen zweiten Frühstück in einer Bar, als uns die Idee zu einer kleinen Wanderung kam. Wir wollten die berühmte Kiefer Pino del Escobón besuchen – was einen Fußweg von immerhin fast drei Kilometern erforderte. Das ist für uns, als müsste ein 100-Meter-Sprinter einen Marathon laufen. Aber wir hatten uns gut gestärkt und stiefelten frohen Mutes los.

Wir brauchten für den Hinweg fast eineinhalb Stunden. Zeitweise kam es mir vor, als gingen wir rückwärts, aber als wir unser Ziel erreicht hatten, wussten wir, dass sich der Aufwand gelohnt hatte. Vor uns stand ein wahrer Prachtkerl, eine Kiefer, fast 30 Meter hoch und mit einem Umfang von knapp sechs Metern. Der Pino del Escobón ist mehr als 400 Jahre alt. Eine einfache Zahl, die immer größer wird, wenn man sich vor Augen führt, was in diesem Zeitraum geschehen ist: Spanien war eine Weltmacht, in Deutschland tobte der Dreißigjährige Krieg und Galileo Galilei kämpfte um die Anerkennung seiner Erkenntnisse.

Wir standen voller Ehrfurcht vor dieser Kiefer, die gesund ist und bis zu 1.000 Jahre alt werden kann. Was wird sie in den nächsten 600 Jahren noch erleben? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wissen will …

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Herbst
Begleitung
Zu zweit (2)
AbenteuerlichEntspannend
  • Wanderung zum Pino del Escobón
  • Über 400 Jahre alte Kiefer, fast 30 Meter hoch
NaturAbenteuerRoadtrip
kleine-perlen-spaniensWie ein Newsletter: jeder neue Beitrag kommt per Mail.
Du reist in Gedanken mit?Schenk „kleine-perlen-spaniens“ einen Reise-GutscheinFür ein Fotobuch dieser Reise, echte Postkarten von unterwegs oder ein Jahr Premium – mit einem Foto aus diesem Beitrag, per E-Mail am Wunschtag.Gutschein verschenken
Antworten

Spanien
Reiseberichte Spanien