karibikflittern
Reisebericht unserer Flitterwochen in der Karibik

Martinique

Da wir gestern Abend noch so von unserem Ausflug erschöpft waren, kommt erst heute der entsprechende Bericht. Damit es aber zu keinen weiteren Verzögerungen kommt, schreiben wir gerade parallel - einer am Handy, der andere am Laptop. Ich bin gespannt, ob ihr herausfindet, wer welchen Bericht schreibt. Aber ich glaube, das lässt sich sehr schnell am Stil erkennen ;-)

Jetzt geht's aber wirklich los. Der Weg nach Martinique begann mit einem gemeingefährlichen Hangabstieg, wie man ihn aus den Alpen kennt. Bei uns heißt der Hang "Straße" und es galt, diese bis zur Hauptkreuzung, wo der Bus entlangfährt, zu überwinden. Dies konnte erfolgreich gemeistert werden. Kaum ragten unsere Schuhspitzen in den Sichtbereich der Hauptstraße, wurden wir angehupt - der Bus war da! Also direkt rein und ab zur Marina (ja, Marina ist tatsächlich die Namensgeberin des örtlichen Hafens). Das Schiff lag schon an seinem Dock und davor stand ein Klapptisch, der zum Büro umfunktioniert wurde. Nach kurzem Check unserer Identität wurden uns die Reisepässe abgenommen, da diese für die Organisation der Martinique-Immigration benötigt wurden (komisches Gefühl, die Pässe einfach so wegzugeben). An Bord angekommen, stellten wir fest, dass wir die Gäste Nummer 3 und 4 waren, was vor allem mit unserer deutschen Pünktlichkeit zusammenhing - es war kurz nach 7 Uhr und um 7.30 Uhr sollte es losgehen. Nach einiger Zeit stellten wir jedoch fest, dass eigentlich erst um 7.30 Uhr das Boarden losging, denn das Schiff fuhr erst um 8.30 Uhr los. Innerhalb dieses Zeitraums stiegen noch 80 weitere äußerst internationale Gäste auf unser Katamaran, sodass wir froh waren, gute Sitzplätze zu haben.

Schließlich ging es dann auch kurz nach 8.30 Uhr los in Richtung Martinique. Es war absolut beeindruckend, wie unsere Urlaubsinsel hinter uns immer kleiner und die Zielinsel immer größer wurde. Der Wellengang war beachtlich, aber aus der Sicht der Verantwortlichen unbedenklich. So bestand die Fahrt aus einem ständigen auf und ab, teilweise mit freiem Fall, was zu unserer Belustigung beitrug. Der gesamte Trip wurde im All-inclusive Stil durchgeführt. Trotz des Wellengangs war die Getränkebar dauerhaft besetzt. Und aufgrund des 50 %igen Schwabenanteils unserer Minireisegruppe musste diese auch regelmäßig aufgesucht werden. Das Problem dabei war jedoch, dass sich die Bar auf dem Unterdeck und wir uns auf dem Oberdeck befanden. Somit mussten artistische Höchstleistungen aufgebracht werden, um die Leiter herunter- und vor allem im Anschluss mit vollem Getränkebecher wieder hochzukommen.

Kurz vor Martinique wurden plötzlich hektische Rufe laut: Ein ziemlich großer Wal tauchte neben uns auf und beschloss, die Schiffsbesatzung mit ein paar Flossenschlägen zu bespaßen. Leider war dieses Spektakel schnell vorbei, sodass es davon keine Bilder gibt.

Nach einigem Warten und Shoppen im Duty-Free-Hafenbereich - unsere Einwanderung musste schließlich genehmigt werden - wurden wir auf die Hauptstadt Fort de France losgelassen. Im Vergleich zu allen Städten auf St. Lucia und Grenada ist sie definitiv als Metropole anzusehen. Es gibt Hochhäuser, organisierte Stadtstrukturen und jede Menge französisch sprechende Menschen. Hätte man jemanden aus einer anderen Ecke der Welt in's Koma versetzt, mitten in der Stadt abgesetzt und wieder aufgeweckt, hätte diese Person bestimmt nicht geahnt, dass sie sich auf einer Karibikinsel befindet. Besonders skurril war die Tatsache, dass die Stadt ein französisches Department ist. Somit kann man dort mit Euro zahlen, typisch französische Leckereien und Kleidung kaufen und auch von dort aus wie im EU-Ausland telefonieren. Deshalb wurden die ersten Minuten der Aufenthaltsdauer dazu genutzt, Tims EU-Flatrate auszunutzen, um die Familien anzurufen.

Beim Schlendern durch die Straßen konnten wir jede Menge interessante Gebäude wie das Parlament, das Rathaus, das Theater, das Einkaufscenter oder den Markt begutachten. Überrascht waren wir ständig von den Preisen - während auf Grenada oder St. Lucia fast alles extrem teuer ist, herrscht auf Martinique tatsächlich ein französisches Preisniveau vor. Insgesamt lässt sich die Stadt als exzellent zum Shoppen zusammenfassen (es werden explizite Shoppingfahrten von anderen karibischen Inseln dorthin angeboten), aber außerordentlich schön oder stilvoll ist sie nicht. Trotzdem war der Besuch ein tolles Erlebnis.

Nach etwa 1,5 Stunden ging es dann zum Schiff zurück, das uns zu einer Schnorchelbucht brachte. Wir legten alle das Equipment an und sprangen anschließend wie die Lemminge hintereinander von der Bordkante ins warme Karibikwasser. Auch hier konnten wieder tolle Korallen und Fische beobachtet werden, wie wir sie maximal aus dem Zoo kennen. Dass man tatsächlich so viel sehen kann, hat uns beide überrascht.

Der Rückweg führte uns am "Diamond Rock" vorbei, den Viele als das Wahrzeichen der Karibik betrachten. Er liegt geschätzte 2-3 Kilometer vor der Küste Martiniques und sieht aus wie ein überdimensionierter Fels, den jemand vom Himmel in das Wasser geworfen hat. Besonders Vögel finden ihn klasse, sodass sie ihn fröhlich bevölkern und bekacken.

Die restliche Rückfahrt (die Gesamtdistand beträgt rund 40 Kilometer) war noch etwas holpriger und kann in allen Belangen als feucht-fröhlich beschrieben werden. Aufgrund des guten Biers, des Rumpunchs, der hohen Wellen oder wegen einer Kombination aus allem wurde so manchem etwas übel, sodass einige Umpositionierungen vorgenommen werden mussten. Marina schaute irgendwann zwar auch nicht mehr so ganz relaxed drein, aber wir sind wieder wohlbehalten im Hafen angekommen.

Wieder im Apartment stellte Marina ihre Kochkünste unter Beweis und kreierte einen Nudelsalat mit einer Supermarktsoße made in St. Lucia (aber die Nudeln waren hervorragend gekocht und gewürzt ;-)). Danach ging es dann ziemlich schnell in's Bett und Tim hatte seine schalfreichste Nacht im Apartment, die nichtmal von den Hunden, Grillen, Hähnen oder Fernsehern unterbrochen werden konnte.

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