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Nusa Lembongan und der erste "BaliKiss"

Veröffentlicht: 23.04.2017

Am Dienstagabend ist meine liebe Freundin Laura angekommen. Das Gepäck hat es leider nicht mit ihr ans andere Ende der Welt geschafft, aber in unserer Mädels-WG waren natürlich alle essenziellen Dinge aufzufinden und der erste Urlaubstag auf Bali auszuhalten :). 

Spontan entschieden wir uns über das kommende Wochenende nach Nusa Lembongan zu fahren. Und wow, jetzt am Sonntagabend kann ich sehr zufrieden sagen - ein tolleres Wochenende hätte ich mir nicht vorstellen können.

Am Freitag hatte ich erst einmal meine erste Stunde in Bahasa Indonesia. Ich hatte schon die Tage zuvor Hummeln im Hintern, weil ich es gar nicht mehr abwarten konnte endlich die Sprache zu lernen. Die erste Stunde war... okay?... Wir haben kreuz und quer grundlegende Vokabeln und hilfreiche Sätze vorgetragen bekommen und ich habe alles fleißig in mein Vokabelheft gekritzelt. 

Die größte Bereicherung des Tages für mich:  "Oh ... Mahal!" (meint so viel wie: "Oh... das ist aber teuer!" Das hätte ich, nachdem Charley und ich in den letzten Tagen ganz eindeutig des Öfteren beim Obstkauf auf dem Markt verarscht wurden, gern schon etwas früher gewusst.

Nach der Uni sind wir dann also mit dem Taxi nach Sanur und von dort aus mit einem Speedboat rüber nach Nusa Lembongan. Die Schiffsfahrt fühlte sich an wie ein Besuch auf dem Hamburger Dom. Ich liebe den Dom. Anka auch. Charley und Laura nicht. Während ich es tatsächlich hinbekam die Hälfte der Fahrt in dem über die Wellen springenden Boot zu schlafen, haben Charley und Laura mit Herzrasen und umgedrehtem Magen nur noch die Kopfstütze vor sich fixiert und Stoßgebete abgeschickt. Die rasante Fahrt hat sich letztendlich aber ganz eindeutig gelohnt: Nach nicht einmal 30 Minuten Domtour erreichten wir das Paradies. 


Am Samstag klingelte der Wecker schon früh, weil uns ab 8 Uhr eine Schnorcheltour bevorstand. Obwohl wir am Vorabend bereits angekündigt hatten, dass wir gern schon um 7:30 Uhr frühstücken würden, wuchs unserem Guesthouse-Inhaber die ungewohnte Situation eines frühen Frühstücks scheinbar über den Kopf und er schickte uns mit leerem Magen zur vierstündigen Schnorcheltour. Unser Schnorchelguide hatte uns dann netterweise schonmal um 8 Uhr das Nasi Goreng angeboten, welches eigentlich für die Mittagspause gedacht war. Wir lehnten aber erstmal freundlich ab. Für Nasi war´s dann doch noch etwas früh. 

Die Tour kostete umgerechnet ca. 10€ pro Person und ab dem Moment wo wir auf dem Boot saßen und den ersten Spot ansteuerten dachte ich mir, ich hätte alleine nur für diese Bootsfahrt schon das doppelte gezahlt. Gänsehaut bei 30 Grad, das hatte ich glaube ich noch nie. Dieser Ort hat mir in dem Moment jeden Sinn und Verstand geraubt. Zwischen Nusa Lembongan und Nusa Ceningan sah es aus wie in Fluch der Karibik und als wir am Crystal Bay von Nusa Penida vorbeischipperten wusste ich endlich wie diese ganzen paradiesischen Strände die man nur von Postkarten kennt in live aussehen. 




Der erste Schnorchelspot war eigentlich dazu gedacht Manta Rochen zu sehen. Die sieht dort wohl jeder jeden Tag. Nur wir an diesem Tag natürlich nicht. Ganz schön enttäuscht sind wir nach ca. 20 Minuten Manta-Suche wieder ins Boot gekrabbelt. Nächster Halt: Crystal Bay. Hier hob sich die Laune wieder deutlich nachdem wir in crystalklarem Wasser fast jeden Fisch aus Findet Nemo und wunderschöne Korallen gesehen haben. Für mich und Anka war danach dann Nasi Goreng angesagt. Für Charley und Laura nicht, da das Boot wieder einen Touch too much in Action war. Der dritte und letzte Spot hat mich nochmal richtig von den Socken gehauen. Umgeben von tausenden bunten Fischen findet man zwischen Nusa Lembongan und Nusa Ceningan 9 Buddha Statuen auf dem Meeresgrund. 



Nach unserem Bootstrip liehen wir uns Scooter aus (die im deutschen Straßenverkehr auf jeden Fall nicht mehr zulässig gewesen wären) und fuhren querbeet über die Insel von Traumstrand zu Traumstrand. Über eine schmale Brücke konnten wir auch rüber nach Nusa Ceningan fahren wo wir den schönsten Ausblick von der Blue Lagoon aus hatten. 


Und dann lässt man einmal die Laura ans Scootersteuer und es eskaliert direkt. Nachdem sie die ersten Kilometer reibungslos abgerissen hatte, wurde es dann auf einem schmalen Sandpfad etwas holprig und das Abenteuer endete liegend an einer Mauer begraben unter unserem Scooter. 

Und wie häufig habe ich schon dran gedacht... "weg mit den Beinen vom Auspuff", weil es doch leider so typisch auf Bali ist! Da drückte sich in diesem Moment auch schon mein rechtes Bein auf den kochendheißen Auspuff. Die Haut zerschmolz gefühlt in Zeitlupe und zurück blieb der sogenannte "BaliKiss". Im Nachhinein freuen wir uns natürlich, dass wir beide mehr mit einem Schrecken davongekommen sind und nichts schlimmeres passiert ist (da es auf den Nusa Islands auch keine Helme gibt). Betaisadona wird´s schon richten und so habe ich nun wohl mein Leben lang eine Erinnerung an ein schönes Wochenende auf einer traumhaften Insel während eines aufregenden halben Jahres mit den tollsten Freundinnen.




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