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30 Letzte Kilometer - Schwarzes Meer - Bahnhofsgespräche

Veröffentlicht: 16.10.2020

Montag, 3.9.2018


Strecke: Donau-Radweg 5 (Baia-Constanta)

gefahrene Kilometer: 79

Highlight des Tages: schnelles Vorankommen, Zugtickets doch noch bekommen, das Meer, NM-Kennzeichen gesehen, Schweizer gesehen, Essen


Der Tag begann recht früh, indem es unten bei der Rezeption in Baja Frühstück gab. Dann sperrte uns der Rezeptionist die Tür zum Fahrradschuppen auf und los ging es um 9. Es war nicht ganz so heiß wie sonst immer, ein leichter Wind erfrischte uns. Und es lief. Wir waren echt schnell dran. Erneut fuhren wir durch endlose weiten, auch Windräder sahen wir. Es gab wieder größere und kleinere Seen und ganz sanfte Steigungen. Irgendwann kamen wir in ein großes Industriegebiet, ich glaube, da war sogar eine Raffinerie. Und dazwischen wieder Seen. Dann wurden die Straßen breiter und da war dann richtig viel Verkehr. Ca. 20 km ging es so durch Industriegebiete.

Eine wirkliche Pause machten wir den ganzen Tag nicht. Die Industriegebiete gingen nahtlos über in Hotelreihen. Denn links von uns war bereits das Schwarze Meer, was wir aber erst in Mamaia ungefähr gesehen hatten, weil auf dem einen Kilometer zwischen Straße und Meer lauter Hotels in zwei Reihen gebaut waren. Rechts dagegen war ein großer See. Straße und Hotels befanden sich also auf einer ca. 2 km breiten Landbrücke. So fuhren wir bestimmt noch mal 6 km nach Constanta. Dort gab es eine riesige Seilbahn, die einen zum Strand bringt. Es ist halt alles auf Badetourismus ausgelegt, denn es gab alte und neue Hotels und moderne Straßen und in Mamaia sogar extra Radwege. Mamaia ging direkt über in Constanta, der einzige Unterschied war, dass es in Constanta keine Radwege mehr gab. Dafür war die Straße in jede Richtung 3-spurig, sodass wir problemlos auf der Straße fahren konnten. Aber es war sehr viel Verkehr. In Constanta sahen wir das Schwarze Meer zum ersten Mal richtig, mir kam es schon dunkler vor als andere Meere ;) .

Wir entschieden uns, gleich zum Bahnhof zu fahren und Zugtickets zu kaufen, bevor wir die Unterkunft suchten. Durch die Stadt zu fahren war der Horror für mich. Überall waren mehrspurige Straßen, viel Verkehr, es gab Ampeln, die fehlten irgendwie und musste einfach wissen, dass man hier halten müsste, … Ständig hupte irgendjemand und wir wussten nicht warum. Irgendwann wurde ich richtig narrisch, als wir am Bahnhof waren, war ich fertig mit der Welt.

Am Bahnhof suchte ich als erstes das Klo. Das ist lustig: man zahlt 1,50€ an eine Klofrau, die da sitzt, dafür gibt sie dir Klopapier. Dann ging ich zum Schalter. Dort saß zu meinem Pech eine sehr blöde Frau. Man konnte nicht direkt mit ihr sprechen, zwischen uns war eine Glaswand und wir mussten über Mikro und Lautsprecher kommunizieren. Dadurch versteht man einander sowieso recht schlecht. Und ihr Englisch verstand ich gleich dreimal nicht. Dann war sie noch genervter, weil ich sie nicht verstand und suchte gaanz langsam Zettel und Stift her, um mir etwas aufzuschreiben. Dort schrieb sie dann Uhrzeiten auf, total genervt. Ich deutete auf eine, aber mit Fahrräder. Ja das geht nicht, Fahrradticket ist ausverkauft. Und für den Vortag ist Fahrradticket auch ausverkauft. Dann ging ich einfach wieder. Aber mit den Nerven war ich fertig.

Julius meinte dann, das wird schon. Dann passte ich auf die Fahrräder auf und er stellte sich an einem anderen Schalter an. Die Frau dort konnte leider kein Englisch, aber hinter ihm war jemand, die Englisch konnte, und die übersetzte. Die Dame hinter diesem Schalter meinte, es gäbe keine Fahrradtickets, sondern wir sollten einfach den Zug um 13:00 nehmen, und sie verkaufte uns dafür Tickets. Wir waren uns jetzt auch nicht ganz sicher, was denn nun richtig war, denn als ich am Schalter war, kam ein Kerl zu Julius und wollte ihm Tickets und Fahrradtickets für diesen Tag verkaufen, die er loswerden wollte. Aber wir brauchten sie ja für Mittwoch.

Dann fuhren wir zu unserer Unterkunft, das war mehr eine Pension, denn es war eine privat geführte Unterkunft in einem Wohnhaus nahe dem Strand mit ca. 6 Zimmern. Von der Straße aus (gleich die erste hinter dem Strand und erhöht) hatte man einen genialen Ausblick auf den Strand, sehr schön! Gerade als wir zur Pension kamen, ging ein Junge, ca. 18 vor uns rein. Er hielt uns die Türe auf, aber drinnen fanden wir keine Rezeption und nichts. Also standen wir 5 Minuten dumm in der Gegend rum, bis der Junge zurück kam und uns eincheckte. Er war wohl der Sohn der Besitzer. Er zeigte uns alles und unser Zimmer war echt schön.

Nachdem wir uns ein bisschen frisch gemacht hatten, gingen wir wieder raus, an der großen Straße mit Meerblick entlang, dann hinunter an den Strand. Dort flanierten wir entlang. Das Schwarze Meer ist richtig schön! Überall schöner Sandstrand mit unendlich vielen Muscheln. Am Ende des Strands, noch vor dem Jachthafen mit seinen vielen Restaurants gingen wir wieder hinauf in Richtung Altstadt. Ein paar Sehenswürdigkeiten gibt es, z.B. eine Ovidstatue, das Kunstmuseum, eine Moschee, wo man aufs Minarett hinauf könnte,… Aber aufs Minarett traute ich mich ehrlich gesagt nicht so rauf, weil wir einfach nicht wissen, wie man sich in einer Moschee verhält und wir auch die Sprache nicht verstehen. Dafür sahen wir uns eine neue Basilika und daneben die Ausgrabungen der alten an. In dieser orthodoxen Kirche waren wieder ganz viele Gemälde, ganz viel Gold überall, also schon schön. Wir waren aber nicht lang drin, da dort gleich ein Gottesdienst begonnen hätte. Stattdessen setzten wir uns am Hauptplatz in eine Kneipe, die Racing-Bar hieß und genossen ein paar kühle Getränke. Alle Gerichte dort hatten Autonamen!

Dann schlenderten wir weiter durch die Stadt. Es fiel auf, dass es viele alte, herrschaftliche Gebäude gab, die aber gar nicht in Schuss gehalten wurden. Zum Teil ersetzte ein Pappkarton die Fensterscheibe. Andererseits gibt es aber auch Gegenden, Gebäude, die total neu und schön oder renoviert sind. Dort ist dann alles auf Tourismus ausgelegt. In der Altstadt selbst gibt es zahlreiche Restaurants, Cafés und Kneipen. Am anderen Ende der Altstadt sahen wir wieder das Meer. Dort war dann der Frachthafen. Das ganze Hafengebiet war top in Schuss, entlang der Hafenpromenade gab es viele kleine Häuschen, in die man sich setzen und den Ausblick genießen konnten. Dort daneben stand das Alte Casino, das vor einigen Jahren wohl die größte Attraktion war. Von Weitem ist es immer noch sehr imposant, von Nahem allerdings ist es auch ziemlich heruntergekommen. Heute steht es auch leer. Entlang des Strandes gingen wir wieder zurück.

Später gingen wir nochmal in die Altstadt zu Essen. Es gab Pizza und Burger für uns und später noch eine Nachspeise. Gegen Ende sahen wir die Schweizer vorbeilaufen. Zunächst hab ich nur sie gesehen, aber nicht erkannt. Dann sah ich ihn, und sein Gesicht ist schon auffällig. Aber es dauerte kurz, bis ich ihn zuordnen konnte. Aber bis ich es kapiert hatte, waren die Beiden leider schon wieder weg. Das ärgerte mich fast ein bisschen, dass sie mich und mein Geschnipse nicht bemerkt hatten. Als wir fertig waren gingen wir in die Richtung, wo sie verschwunden waren, aber wir fanden sie nicht wieder. Wahrscheinlich waren sie schon in ihrer Unterkunft. In einem Geschäft kauften wir uns noch Chips und Wein und genossen dies dann auf dem Zimmer. Mal wieder schlief ich gleich ein.
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