Tag 1) Im Paradies der Backpacker
Strecke: Brugg AG - Zürich - Schwarzach-st.-Veit - Ljubljana Heute ging es nun endlich los. Um 08.00 Uhr stieg ich in Brugg in einen überfüllten Pendlerzug nach Zürich. Von...

Veröffentlicht: 22.06.2016
Das fängt ja gut an. Gestern Abend war ich zu Besuch in einer der zahlreichen Flussbars um den 21.00 Match zu sehen. Ich kam mit zwei Einheimischen ins Gespräch und nachdem wir über Fussball und die EU diskutiert hatten, kam die wichtigste Frage meinerseits auf. "Was würdet ihr besuchen wenn ihr nur einen Tag in Ljubljana zur Verfügung hättet?"
Ihre Antwort? "Wir würden nach Bled gehen, Ljubljana hast du in zwei Stunden gesehen."
Meine internationalen Zimmergenossen (2 Kanadierinnen, 1 Australier, 1 Amerikaner und 1 Israeli) geben mir aber doch einige Tipps mit, wie ich den Tag verbringen kann. Der Tag begann mit dem Aufstieg zu der Burg von Ljubljana. Schweissüberströmt kam ich oben an. Der Aussichtsturm der Festung bietet eine fantastische Rundumsicht; angeblich sieht man an guten Tagen 1/3 Sloweniens. Danach gab es noch ein Video über die Geschichte der Burg und eine Ausstellung zur Geschichte Sloweniens. Sehr interessant war der Abschnitt über das letzte Jahrhundert. Nach dem Besuch in der Burg spazierte ich durch den Schlosswald und ging zurück in die Stadt. Das Wetter war den ganzen Tag über höllisch heiss und man schwitzte sich fast zu Tode. In der Altstdat sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Brücken; einerseits die Dreibrücken (drei nebeneinanderstehende Brücken wer hätte das gedacht?) und eine Brücke die mit Liebesschlössern zugeschlossen ist und vor der lauter Touristen stehen. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt weder ein Schloss noch eine Freundin zur Hand. Ich entschied mich schliesslich für eine 50minütige Sightseeingtour per Boot um meine Füsse zu schonen. Leider war kein Guide dabei und Kapitän und Matrose waren die einzigen Laibacher die in den zwei Tagen gesehen habe, die kein englisch sprechen. Was wieder auffällt: nach 5 Minuten Schiffahrt und einer Flussbiegung hat man das Gefühl, man sei tief im Land. Am Ufer liegen überall Pärchen und knutschen hemmungslos. Ich frage mich langsam ob nicht Ljubljana die wahre Hauptstadt der Liebe ist...
Während der Fahrt komme ich mit einer finnischen Politikdoktorandin ins Gespräch und wir diskutieren über die Zukunft Europas. Zurück auf dem Land erinnere ich mich wieder daran, welche "Sehenswürdigkeit" ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte. Das Cat's café. Ein Café in dem man sich den Platz mit 8 Katzen teilt. Die Katzen schlafen fast die ganze Zeit, aber zumindest bei den Stammgästen springen sie oft auf den Schoss, den Laptop oder sogar die Schultern. Ich fühle mich von den Katzen nicht akzeptiert; höchstend gedultet. Aber was soll's. Sind halt Katzen. Am Abend traf ich beim Public viewing ein Schweizer Ehepaar welches mit von ihren Autoreisen und schlechten Erfahrungen auf bulgarischen Campingplätzen erzählte. Um 23:55 uhr wird schliesslich mein Zug nach Villach fahren und morgen um 09.22 Uhr bin ich in Bratislava.