Nochmal Therma
Therma hatte ich ja neulich schon mal erwähnt. Heute habe ich mich erneut auf den Weg dahin gemacht, da es Mittags nahezu windstill war. Es fühlt sich dort im Wasser an den...

Veröffentlicht: 12.09.2026












Laut der griechischen Mythologie ist Ikaria einer der möglichen Geburtsorte des Gottes Dionysos.
Dionysos, der ein Sohn des Zeus war, ist bekannt als Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase. Er soll hier den Menschen den Weinbau gezeigt haben, und Tatsächlichkeit Ikaria seit der Antike für seinen Wein berühmt.
Die Tradition der Herstellung von Wein hält sich bis heute, und gestern durfte ich selbst daran ein bisschen teilhaben.
Als ich aus Therma zurückkehre, treffe ich meine Vermieterin in der kleinen Kapelle neben meinem Ferienhaus. Sie wischt und putzt dort den kleinen Raum mit seinen Heiligenbildern und sonstigen Heiligtümern. Ich habe keine Fotos gemacht, weil ich das doch ein wenig zu intim fand. Während ich einen Moment lang staunend und ehrfürchtig die Atmosphäre aufgenommen habe, erzählte sie mir (glaub ich!) davon, dass der Pope heute leider kaum noch in die Kapelle kommt und sie immer in andere Orte muss, wenn sie an einem Gottesdienst teilnehmen möchte.
Ich hatte eigentlich geplant, nur mein Ladekabel aus dem Ferienhaus zu holen, um dann in Evdilos am Hafen wieder etwas zu essen.
Maria erzählte mir aber, dass ihr Bruder, der nebenan wohnt, um Sechs Uhr beginnen würde Wein zu machen. Ich habe das tatsächlich verstanden, da alle relevanten Vokabeln der Information tatsächlich schon teilweise in meinen (zumindest passiven) Wortschatz eingezogen sind 😊
Meinen Plan habe ich dann insofern geändert, als dass ich erstmal Wäsche gemacht, und dabei auf έξι η ώρα gewartet habe.
Als das große Pressen losging, wurden nach und nach Kisten voller Weitrauben in die mobile Presse geworfen, und landeten in einem 1x1m großen Bassin (in dem drei Tage vorher die Oliven gepresst wurden). In diesem stand der Beuder von Maria in Gummistiefeln, und trampelte auf den zermatschten Trauben herum. Ab und zu wurde der Ablauf geöffnet, und der Traubensaft strömte literweise in einen blaue Plastiktonne, gefiltert durch ein in einem Korb liegendes Tuch. Ich glaub, verkaufen dürfte man das Erzeugnis zumindest in Deutschland nicht.
Meine Hilfe bestand darin, nicht im Weg herumzustehen und ab und an einen Eimer mit Traubensaft weiter zu geben. Ich wurde die ganze Zeit mit viel zu vielen köstlichen Weintrauben versorgt, durfte den Saft direkt probieren, und war wegen meines weißen T-Shirts auch eine gewisse Belustigung für die arbeitende Familie (ja, ich weiß was λευκό πουκάμισο bedeutet 😂).
Es dauert nun zwei bis drei Monate, bis der Wein fertig ist. Was bis dahin passiert wurde mir mit Hände. Und Füßen erklärt, weshalb ich das schlecht wiedergeben kann.
Es war auf jeden Fal ein echt schönes Erlebnis, das ich dann später noch ausgiebig mit Fava und gegrillter Dorade gefeiert habe.