Ἴκαρος
Griechische Mythologie ist kompliziert, verworren und widersprüchlich. Aber auch abgefahren und interessant. Ich versuche mal ohne KI od

Veröffentlicht: 08.09.2026
























Ich bin ja relativ schlecht darin, mich „treiben zu lassen“. Irgendwie bin ich dann meist unzufrieden, und weiß nach 10min nicht mehr, was ich machen soll. Auch ein Grund dafür, warum ich mich in meinen eigenen vier Wänden grundsätzlich am wohlsten fühle.
Hier stellt sich die Frage offenbar gar nicht und ich glaube, es heute einigermaßen hinbekommen zu haben. Nach dem Aufstehen habe ich erstmal auf der Terrasse gesessen, Kaffee getrunken und ein bisschen geschrieben. Maria hat mir leckere Feigen aus eigener Ernte geschenkt. Und wir haben uns im Rahmen unserer Möglichkeiten ein wenig unterhalten.
Danach habe ich mich auf den Weg in den Hauptort Agios Kyrikos gemacht. Von dort bin ich ca. 30Minuten nach Therma gewandert, wo es die berühmten heißen Radon-Quellen gibt. Leider war der Wind und damit auch der Wellengang heute zu stark um dort zu baden. stattdessen habe ich mich dann in eine Taverna gesetzt und bei einem Frappé die Stimmung aufgesogen. Der Ort wirkt wirklich wie ein etwas heruntergekommenes (aber das gute heruntergekommen) Kurbad aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, was davon kommt, dass es ein etwas heruntergekommener Kurbad aus dem letzten Jahrhundert ist. Die alten Griechen aus allen Himmelsrichtungen kommen seit Jahrzehnten hierher, hier ging es mit einer frühen Form des Tourismus auf der Insel los. Ich schätze, dass fast überall anders auf der Welt an so einem Ort Luxushotels und -Spas entstehen würden. Hier ist einfach der Eintritt frei, und selbst am Strand kosten die Liegen und Sonnenschirme nichts.
Auf dem Rückweg zum Auto habe ich mich dann entschieden, zum Seychelles-Beach weiterzufahren, der ebenfalls an der Südküste liegt. Der kleine Steinstrand ist in einer Bucht gelegen, und der Weg hinunter ist ziemlich steil und beschwerlich. Mehr Fotos als das Selfie mit roter Birne konnte ich dort nicht machen, da der Strand sehr klein ist und ich die Privatsphäre der anderen Leute dort respektieren wollte.
Das Wasser dort war traumhaft und ich habe etwas mehr als 2 Stunden dort verbracht, mehrmals gebadet und dazwischen einfach ein bisschen runtergefahren.
Anschließend bin ich dann durch die Berge zurück nach Evdilos gefahren, wo ich entgegen meines eigentlichen Plans (Fisch) wieder ein (bzw. zwei aufgrund eines Missverständnisses) Souvlaki Pita gegessen, und ein wenig am Hafen gechillt habe
Es ist abgefahren, wie eigentlich jede Straße hier auf der Insel verläuft. Ich schätze, dass die gerade Strecken sich insgesamt auf weniger als 50m kumulieren. Überall geht es immer bergauf oder -ab, Serpentinen müsste man prinzipiell neu definieren. Für 15Km von Agios Kyrikos zum Strand habe ich bspw. mehr als 45 Minuten benötigt.
Aber: Das ist völlig OK so. Die Strecke. Sind spektakulär schön. Leute mit echtem Interesse bzw. Talent für Fotografie würden wohl hinter jeder Kurve anhalten.
Ich habe das Gefühl, dass etwas mehr Autos unterwegs sind als 2010, aber auf dem Weg vom zweitgrößten Ort (Evdilos) in den größten (Agios Kyrikos) sind mir maximal 10 Autos entgegengekommen.
Ich bin sehr gespannt und aufgeregt, was der morgige Tag so bringen wird. Momentan geht die Tendenz Richtung Strandtag, aber das entscheide ich dann spontan.
Nun esse ich erstmal die Melone aus Marias Garten, die sie mir aufgeschnitten hat und gönne mir dazu meinen ersten Ouzo des Urlaubs.