Aristocats
Bei der Castingshow Popstars trieb Anfang des Jahrtausends ein weiblicher Gesangscoach namens Artemis ihr Unwesen. In einer Werbepause wurde als Gewinnspiel die Frage gestellt,...

Veröffentlicht: 12.09.2026
Therma hatte ich ja neulich schon mal erwähnt. Heute habe ich mich erneut auf den Weg dahin gemacht, da es Mittags nahezu windstill war.
Es fühlt sich dort im Wasser an den richtigen Stellen tatsächlich an, als sässe man in der Badewanne. Ein Grund für meine heutige Entscheidung dorthin zu fahren war tatsächlich eine Verspannung im Nacken, die ich mir gestern am Strand von Nas eingehandelt habe, und diese ist jetzt wie weggeblasen.
Das Phänomen der heißen, radioaktiven Quellen entsteht durch besondere Umstände, die hier herrschen. Zum einen besteht der Kern der Insel zum Großteil aus Granit. In Granit sind immer Spuren von Uran und Radium enthalten, die über Millionen von Jahren zerfallen. Beim Zerfall entsteht das radioaktive Edelgas Radon. Zum Anderen befindet sich Ikaria in eines tektonisch sehr aktiven Gegend, und die Insel sowie deren Umgebung sind von tiefen Rissen in der Erde durchzogen. In diese Risse sickert nun das Meer- und Regenwasser bis in die Nähe des Erdmantels, wo es erhitzt wird und deshalb unter starkem Druck wieder aufsteigt. Dabei wäscht es das Radon aus dem Granit (wie der studierte Physiker es sagen würde). Wenn das Wasser dann also in Therma aus dem Boden tritt, ist es sehr warm und stark Mineral- und Radonhaltig.
Das ganze ist jedoch nicht gefährlich, da sich das Radon sehr schnell verflüchtigt und sich nicht im Gewebe von Lebewesen oder der Umwelt festsetzt. Trotzdem wird einem geraten, nicht länger als 15-20 Minuten in den Quellen abzuhängen.
Es ist belegt, dass die Quellen bereits im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als Heilbad genutzt wurden. Reste der antiken Badeanstalt sind heute noch zu besichtigen, unter anderem auch ein Aquädukt und sogar zerbrochene Badewannen aus Marmor.
Die Antike Stadt hieß Thermai, was „heiße Quellen“ bedeutet. Und da wird es wieder spannend, da aus erhaltenen Tributlisten des von Athen dominierten attischen Seebundes hervorgeht, dass Thermai steuerzahlendes und stimmberechtigtes Mitglied dieses Bundes war. Der Gesundheitstourismus scheint also auch damals schon ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor gewesen zu sein.
Vermutlich im 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zerstörte dann ein heftiges Erdbeben Thermai, man errichtete aber praktisch direkt nebenan einen neuen Kurort.
Und natürlich gibt es auch hier einen lokalen Bezug zur Mythologie und zur Ikaros Sage: Bei seinem Sturz hat Ikaros die Energie der Sonne mitgebracht, und das Meer um seinen Absturzort herum erhitzt.
Leider konnte ich aus Schusseligkeit keine Fotos machen. Das werde ich bei meinem nächsten Besuch dort aber nachholen.