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Happy High Herbs - Nimbin / 14.12.2018

So läufts hierDas DrogentorRegenbogenhippiebankKookaburras beim Barbeque

Heute sind wir morgens um 9:30 nach einer etwas größeren und erholsameren Mütze Schlaf mit dem Hostelshuttle in die Stadt gefahren, weil von der Busstation heute eine Tour nach Nimbin starten würde. Nimbin ist eine kleine Hippie- (und große Kiffer-) Stadt in der Nähe von Byron, dessen Ruf ihr gehörig voraus eilt. Deshalb dachten wir uns auch, wenn wir schonmal hier sind, wieso nicht mit einem knallbunt angemalten alten Schulbus dorthin fahren, und mal auschecken, worüber alle so reden. Es gibt Gerüchte, dass dort an jeder Ecke Gras verkauft wird, obwohl das in New South Whales ja gesetzlich verboten ist.

Die Fahrt war ziemlich lustig und Ev, unser Busfahrer und Tourleiter spielte die ganze Zeit coole Musik. Er klärte uns außerdem über die Drogensache auf, zwinkerte uns aber dabei zu und wusste natürlich auch, dass einige, mit denen wir uns schon unterhalten hatten, eigentlich nur aus Einkaufsgründen diese Fahrt mitmachten.

Nach einer Stunde Bussitzerei schmiss Ev uns in einer Straße Nimbins raus und es gab auch wirklich nur diese eine Straße. Keiner wusste so richtig, wohin er gehen sollte und wir waren ziemlich verwirrt von dem kleinen Ort. Überall gab es Regenbogenzäune und -bänke und wir bschlossen, einfach mal die Straße rauf und runter zu gehen und die vielen kleinen Läden zu erkunden. In jedem davon gab es irgendwelche kitschigen Glaspfeifen oder andere Hanf- und Rauchmischungen, aber auch lustigen Krimskrams, wie zum Beispiel Badelatschen, die aussehen, als ob ein Fisch deinen Fuß frisst, und süße Ketten und Armbänder. Ich kaufte mir ein paar bunte Armbänder und Linni sich eine Lebensbaumkette, nachdem wir das groß ausgedruckte Drogencookierezept hinter dem Tresen bewunderten. Uns war es echt ein Rätsel, wieso Nimbin so sein konnte, wie es ist, denn wenn die Polizei hier wirklich mal richtig auf Drogensuche gehen würde, säße die halbe Stadt im Knast.

Irgendwann kamen wir zu einem Gebäude mit einem riesigen Eingang in Form eines Hanfblatts und da wir neugierig waren, wie die Kräuterhexen so aussahen, schauten wir uns darin mal um. Zwei von unserer Gruppe tuschelten darin leise und so wusste man irgedwie, dass die sich gerade was nicht so legales gekauft hatten. Wir fragten die beiden und siehe da, die alte dünne Frau hinter dem Tresen verkaufte wohl Gras.

Später stießen wir noch auf eine weitere verdächtig aber sehr nett und fröhlich aussehende Frau, denn die hatte die krassesten Hippieklamotten an, knallrot gefärbte Haare und eine Blumenkrone um den Kopf. Außerdem fragte sie alle mehr oder weniger diskret, ob sie Cookies kaufen wollten und wenn sie nicht gerade auf der Straße stand, saß sie an einem kleinen Tisch und sagte ein paar Leuten ihre Zukunft voraus. Uns schenkte sie 2 Mangos, die wir überrascht aber freudig annahmen - hoffentlich würden die nichts Sinnesbenebelndes enthalten.

Insgesamt bekamen wir einen ganz guten Eindruck von der Stadt und der ganze Regenbogen Lifestyle war irgendwie cool.

Nach gut einer Stunde sammelte Ev uns alle wieder ein, überall flüsterte es - hier waren definitiv Schuldige am Werk - er schmunzelte jedoch nur amüsiert. Er hatte uns alle ja voher belehrt, mehr konnte er auch nicht machen.
Auf der Fahrt zurück nach Byron Bay hielten wir an einem kleinen Wasserfall, der wirklich sehr trocken war und nur ein kleines Rinnsal in die tiefe Schlucht plätscherte, und Ev bereitete uns ein leckeres Aussie Barbecue auf den öffentlichen Grills zu. Die Würstchen waren zwar noch nicht mal halb so gut, wie die aus Deutschland, aber es war trotzdem Fleisch und das konnten wir uns ja sonst nicht so oft leisten.
Hier blieben wir noch eine Weile, ruhten uns auf einer schönen Wiese an einem kleinen See aus und hörten den Kookaburras - ziemlich großen, pelzigen Vögeln - beim Singen zu. Am Abend ging es dann wieder zurück.

Da um die Uhrzeit kein Shuttlebus fuhr, mussten wir den gesamten Weg zum The Aviary laufen, wir waren aber einfach nur froh, dass wir unsere schweren Rucksäcke nicht dabei hatten. Außerdem verging die Zeit erstaunlich schnell, trotzdem waren wir erschöpft und krochen irgendwann nach einer kleinen Salatschnippelei müde in unser Zelt.



Song of the day: Because I got High von Afroman, weil Nimbin eine Kifferstadt ist und unser Busfahrer das auf der Hinfahrt gespielt hat.

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