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Chasing waterfalls - Babinda Boulders, Josephine Falls, Millaa Millaa, Volcanic craters, Curtain Fig Tree, Lake Eacham / 02.11.2018

Lake EachamVor den Josephine FallsThe Strangler FigDie Wasserfallrutsche runter

Unser mega netter und lustiger Tourguide Jim (ich weiß, ich sag irgendwie immer, dass die Leute cool und lustig sind, aber es sind hier einfach alle so) begrüßte uns heute morgen um 7:45 am Nightmarket in Cairns und lud uns in seinen Bus ein. Diesmal waren wir ein paar mehr Leute in einem größeren Bus, aber das war auch ganz cool. Er erzählte uns bevor wir dann endgültig losfuhren noch etwas über die Tiere und die Geschichte Australiens, ein nennenswertes Zitat von ihm ist "Everything in Australia wants to kill you.", wonach er, um seine Message nochmal zu unterstreichen ein Lied über die giftigen und gefährlichen Dinge Australiens vorspielte: Deadly Animals von Scared Weird Little Guys. Danach fühlten wir uns erstmal sehr vorbereitet auf den heutigen Trip und es ging los.

Unser erster Halt waren die Babinda Boulders, das ist ein flussartiges Gewässer mit vielen großen Steinen darin, dort bekamen wir auch erstmal Tee und lecker Kaffee, und zu diesem Ort gehört eine eigentlich ganz schön gruselige Legende: Früher war da mal ein wunderschönes Mädchen namens Oolanda, die einen respektierten Älteren von ihrem Stamm heiraten sollte. Irgendwann kam aber noch ein anderer Stamm in das Gebiet und damit auch ein gutaussehender talentierter Typ, in den sich Oolanda, wie es halt so ist, verliebte und am Ende flüchteten die beiden. Beide Stämme waren erbost und verfolgten die Geliebten, sie nahmen den Typen mit und aus Trauer um ihn sprang Oolanda in das Gewässer und schrie nach ihm, sodass die Steine von unten auftauchten und sie in die Tiefe rissen. Sie wurde ein Teil von diesem Ort und es heißt, dass sie bis heute immer noch nach ihrem Geliebten schreien würde. Seitdem sind zwischen diesen Steinen schon bis zu 17 Menschen gestorben - fast alle von ihnen junge Männer, da sie besonders von Oolandas Stimme angelockt werden.
Linni und ich gingen hier aber nicht schwimmen, da es am morgen noch etwas kühler war.

Als nächstes gingen wir wieder zu den Josephine Falls und wir freuten uns richtig, dass wir hier nochmal hingekommen sind, weil es im Regenwald einfach so schön war. Wir kannten auch den Weg schon, diesmal blieben wir aber am unteren Teil des Wasserfalls und schauten nur kurz zu dem Ort hoch, an dem jetzt für immer ein Stück unserer Seelen wohnen würde.
Jim zeigte uns eine mega coole Wasserrutsche die glibschigen Steine hinunter, die ich dann auch hinunterrutschte und mich mit 2 anderen deutschen Mädchen anfreundete, die uns später beim Mittagessen ein paar echte Horrorstories von Hostels und Jobs erzählten - Linni blieb hier wieder draußen, weil sie sich nicht noch mehr erkälten wollte und ihr kalt war, das Wasser war auch ziemlich kalt, aber nach der Rutsche war einem ganz warm.

Die Stadt Millaa Millaa, was so viel wie viele Wasserfälle heißt, war unser nächster Halt, und wir schauten uns die Millaa Millaa Falls an, die schon ziemlich beeindruckend waren. Hier begann das Wetter aber, sich etwas zuzuziehen und es wurde etwas kälter, weshalb wir wieder nicht ins Wasser gingen, sondern uns einfach nur ansahen, wie die Wassermengen von oben in das Becken vor uns fielen.
Wir fanden hier auch einen Bushturkey der ganz nah zu uns heran gekommen ist, sie haben knallrote Haut und einen gelben Hautlappen um den Hals, Männchen haben davon mehr als Weibchen und der Alpha hat am meisten. Wir sahen am Ende sogar zwei Truthähne, die sich um Kekskrümel geprügelt haben, dabei sprangen sie weit in die Luft, plusterten sich auf und versuchten, den anderen zu verjagen.

Danach fuhren wir zu einem kleinen Pub, bei dem wir unser Mittagessen bestellten, das ganz lecker war, aber nicht so gut wie gestern im Regenwald.

Nach der Mittagspause ging es weiter zu einem Vulkankrater, der aber nur eine riesige Eindellung inmitten der vielen Felder Australiens darstellte, indem 2 kleine schimmernde Seen zu erkennen waren. Hier sahen wir auch unsere erste Schlange, sie war grün und eher klein aber ziemlich lang und auch wenn sie sehr harmlos aussah, war sie hochgiftig, wie uns Jim erzählte. Sie streckte aber nur ihren kleinen Kopf aus einer Felsspalte und schien mehr Angst vor uns zu haben, als wir vor ihr.
Der zweite Vulkankrater war viel beeindruckender, weil es diesmal ein 55 Meter tiefes Felsbecken war in dem unten Wasser stand, das nochmal um die 70 Meter tief sein sollte. Wenn man da hinunter schrie, erzeugte das ein mega krasses Echo. Wir wollten aber trotzdem schnell wieder zum Bus, da es hier richtig anfing zu regnen, zuerst war ich noch aufgedreht und freute mich über die Abkühlung, aber irgendwann war mir einfach nur noch kalt, vor allem weil ich meine Regenjacke im Hostel zurückgelassen hatte.

Die nächste Busfahrt fürte in den Curtain Fig Nationalpark zu dem Curtain Fig Tree - ein riesiger Baum, der von einer starken Schlingpflanze von oben nach unten völlig gefesselt und quasi erwürgt wurde, die nun verhindert, dass er wachsen kann und ihn somit umbringt. Dort hat Jim auch ein Gruppenbild von uns gemacht, er hat generell den ganzen Tag über ein paar Bilder geschossen, die wir nächste Woche irgendwann bekommen würden.

Jim wollte danach mit uns an einem ziemlich trüben Fluss Schnabeltiere beobachten, aber da es so kalt und regnerisch war, hatte keiner so richtig Geduld und durch den Regen konnte man auch nicht Ausschau nach kleineren Wellen halten, die die Schnabeltiere beim Auftauchen machten, weil die Wasseroberfläche sowieso ständig in Bewegung war. Wir haben also leider keins gesehen, was etwas traurig war, aber vielleicht bekommen wir ja nochmal irgendwo irgendwann irgendwie die Gelegenheit dazu, eins zu sehen.

Unser letzter Stopp war beim See Eacham, ein türkiser glasklarer See zwischen Regenwaldbäumen. Es nieselte nun nur noch etwas, was der Umgebung etwas geheimnisvolles verlieh und es zog leichter Nebel im Hintergrund auf. Insgesamt ein ziemlich schönes Ende, das wir wieder mit Kaffee und Keksen ausklingen ließen.

Auf dem Heimweg nach Cairns sangen wir viele coole Lieder zusammen und die Stimmung war super und einfach schön.

Wieder im Hostel waren wir todmüde und wollten ja eigentlich noch mit den Mädels Anna, Alice und Melanie ins Gilligan's feiern gehen, weil das ja heute auch unsere letzte Nacht hier in Cairns war und wir uns dann wahrscheinlich nicht mehr so bald wiedersehen würden, aber wir waren einfach zu unmotiviert. Kurzzeitig hatten wir dann auch wieder Lust, weil wir mit einem deutschen Typen in unserem Zimmer darüber geredet hatten und er dann mit einem "Ich weiß genau, was ihr jetzt braucht" Nena mit 99 Luftballons in unserem Zimmer dröhnend laut angemacht hat, wodurch wir wieder etwas belebt wurden, aber es blieb schließlich doch beim 'früher' schlafen gehen - wir mussten ja auch morgen um 7 Uhr morgens den Bus nach Mission Beach aus Cairns hinaus bekommen. 



Song of the day: Home Among the Gumtrees von John Williamson, weil wir das Lied auf dem Rückweg gehört haben auf dem Highway to Hell, literally (schlimmste Straße Australiens mit unendlich vielen Slow Down und Don't Crash Schildern), und Jim uns vorher einige Bewegungen dazu zeigte und später der ganze Bus abging. 

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