Punta Arenas
Entgegen unseres ursprünglichen Plans entschieden wir uns dagegen, nach Ushuaia zu reisen. Da wir - Stand jetzt - vorerst auf innerkontinentale Flüge verzichten möchten, sind...


Veröffentlicht: 25.01.2025












Torres del Paine ist ein absolutes Muss auf jeder Patagonienreise und auch wir träumten schon lange vorher davon.
Leider wussten wir seit einer Weile, dass wir den Nationalpark nur mit Einschränkungen genießen können unter Berücksichtigung der Flexibilität, die uns bei unserer Reise wichtig ist, und dem Geld, dass wir bereit sind auszugeben.
So mussten wir die Idee aufgeben, mehrtätige Wanderungen (insbesondere den berühmten W-Treck) zu unternehmen. Dank Insta und Co ist der Park mittlerweile so beliebt, dass halbwegs bezahlbare Camping-Möglichkeiten Monate vorher ausgebucht sind, und ansonsten ist alles so absurd teuer, dass es in keinem Verhältnis steht. Gleichzeitig ist alles in ein sehr starres Verwaltungskorsett gepresst und ohne Buchungen kommt man überhaupt nicht in den Park.
Also entschieden wir uns schweren Herzens für einen geführten Tagesausflug (um die ganzen weiten Strecken nicht selber mit dem Auto fahren zu müssen), der sich aber trotzdem als ein wunderschönes Erlebnis herausstellen sollte.
Es ging sehr früh los mit einem zauseligen, bärtigem Rocker-Guide, der uns den ganzen Tag echt viel beibringen sollte zu den Themen Biologie, Geschichte und Geologie - zumindest nachdem er nach den ersten 5 Zigaretten und 2 Kaffee richtig aufgewacht war. Unser Fahrer wirkte weniger vertrauenswürdig und leider ein bisschen überfordert mit den Straßenverhältnissen, aber am Ende des Tages hat er uns ja zum Glück nicht in irgendeinem Graben oder Abgrund versenkt.
Als erstens besuchen wir die Milodón-Höhle, in der man sich richtig vorstellen konnte, wie Caveman und -woman hier um ein Feuer saßen und zum Glauben gefunden haben.
Auf dem recht langwierigen Weg zum Park machten wir ein paar Stops, um Guanacos, Nandus und Condore, die große Kreise am Himmel zogen zu bewundern.
Im Nationalpark selber war das Wetter ziemlich durchwachsen mit Wolken, zeitweise Regen und - Überraschung - viel Wind.
Trotzdem waren die vielen verschiedenen Bergformationen mit wahnsinnigen Formen und aus verschiedensten Gesteinsschichten total beeindruckend - ein Land vor unserer Zeit. Die Fotos sind leider nicht so gut geworden bei den Lichtverhältnissen (da hilft auch kein Insta-Filter), also einfach selber hinfahren und staunen! Es tat schon ein bisschen weh, nicht zu größeren Wanderungen aufbrechen können.
Im Laufe des Tages wurde das Wetter immer stürmischer und schlechter, so dass wir die berühmten Torres del Paine-Gipfel leider nur im Neben erahnen konnten.
Nach einem sehr langen Tag mit viel Gurkerei sind wir dann abends bei strömendem Regen in einem Gruselhostel in Puerto Natales abgestiegen und waren eigentlich froh, dass wir nur eine Nacht in diesem Remotekaff für den Nationalpark verbringen müssen.
Als wir aber am nächsten Morgen wieder ganz früh aufstanden und mit Sack und Pack bei Sturm und Regen zum Busbahnhof gewatschelt sind, erfuhren wir dass wegen des Wetters die Straßen und der Grenzübergang nach Argentinien gesperrt sind. Also buchten wir den Bus um, suchten wir uns eine Alternativunterkunft und verbrachten den ganzen Tag in einem Café, beobachteten die Weltuntergangsstimmung und bemitleideten die Leute, die ihren lange durchgeplanten Treck wohl oder übel antreten mussten.
Das ist Patagonien! Man beugt sich demütig dem Wetter und stellt sich darauf ein, was kommt.
Schön wars, weiter gehts (irgendwann zumindest).
