Hinz&Cunz
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01.08.-05.08. - Riobamba, Ecuador

Veröffentlicht: 06.08.2023

Am 01.08. ging es wie gesagt weiter nach Riobamba. Das Städtchen (etwa 260.000 Einwohner) liegt südlich der Hauptstadt. Die Busfahrt war ziemlich entspannt, dauerte etwa 4 Stunden und wir kamen gut an. Der Bus ist übrigens ohne Caro losgefahren, weil die kurz vor der Abfahrt noch aufs Klo wollte/musste (im Terminal). Caro ist dann über den Busbahnhof gesprintet und in den fahrenden Bus gesprungen. Alles kein Problem. In Riobamba angekommen bezogen wir unsere Unterkunft, eine echt schicke Wohnung. Es gibt nur keine Heizung, das macht es meistens ziemlich kalt (hier in der Region sind es tagsüber nur 10-15°C).

Am 02. August schauten wir uns die Stadt an. Viel gibt es hier nicht zu sehen, um ehrlich zu sein. Wie in fast jeder größeren südamerikanischen Stadt gibt es einige große Plätze, viele Kirchen und natürlich viele Verkäufer von allen möglichen Sachen. Essen, insbesondere Mittagessen ist wie gesagt sehr günstig in Ecuador. Caro bestellte sich im Restaurant zum Mittag "Papas con Librillo", da das ja irgendwas mit Kartoffeln sein muss und Kartoffeln sind Caros Leibspeise. Librillo ist der Blättermagen vom Rind. Sieht ungekocht ziemlich ekelhaft aus, schmeckt gekocht auch nicht viel besser. Aber nachher ist man bekanntlich immer schlauer.

Am 03. August fuhren wir mit dem Bus zum Eingang des "Reserva de Produccion Faunistica Chimborazo", auf deutsch gesagt zum Eingang des Chimborazo-Nationalparks. Der Chimborazo ist mit 6310 m der höchste Berg Ecuadors und - wenn man vom Erdmittelpunkt misst - der höchste Berg der Erde. Der Eingang des Nationalparks liegt auf knapp 4400 m Meereshöhe (und damit höher als 67 der 82 4000er der Alpen), hier kann man sehr entspannt mit dem Bus hinfahren (der kostet von Riobamba aus ungefähr 2 $ und fährt etwa eine Stunde). Im Bus merkt man von der Höhe auch noch nichts. Am Eingang ausgestiegen pfiff uns ein starker Wind entgegen. Caro musste man eigentlich permanent festhalten, damit sie nicht wegfliegt. Hier im Nationalpark leben viele Vikuñas, das sind auch irgendwelche Tiere aus der Lama/Alpaka-Familie. Ab Nationalpark-Eingang kann man relativ bequem mit dem Auto zum Refugio Carrel auf 4800 m Höhe fahren, aber wir entschieden uns zu laufen. Der Weg für die gut 400 Höhenmeter vom Eingang zur Hütte dauert laut Nationalparkrangern etwa 2,5 Stunden - aber topfit wie wir sind schafften wir es in 1,5 Stunden. Bei der Hütte machten wir eine kurze Rast und liefen anschließend weiter zum 300 m höhergelegenen Refugio Whymper (5080 m Meereshöhe). Die 300 Hm fielen uns unglaublich schwer, jeder Schritt tat weh und man war permanent außer Puste wie beim Marathonlauf. Immerhin fand ich 40 $ auf dem Weg, da hat sich die Anstrengung zumindest gelohnt. Vom Refugio Whymper ging es nochmal knapp 100 Hm weiter hoch zur Laguna Cóndor, auch dieser Weg tat unglaublich weh und allmählich machten sich bei uns beiden mehr oder minder starke Kopfschmerzen breit. Auch den Weg nach unten legten wir zu Fuß zurück, zumindest bis auf 4400 m vom Nationalpark-Eingang. Hier setzten wir uns an die Straße und warteten auf einen Bus, der uns zurück nach Riobamba bringt. Zu unserm Glück sind wir am Refugio Whymper mit einen Tourenbetreiber ins Gespräch gekommen, der uns anschließend in seinem Minibus (mit den Touristen der Tour) mitfahren ließ. Was ein netter Kerl - anscheinend zahlen sich meine (mittlerweile nicht mehr ganz rudimentären) Spanischkenntnisse langsam aus ;-). Mir ging es anschließend den ganzen Abend ziemlich beschissen - die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer, ich bekam Schüttelfrost, mir war schwindelig & schwarz vor Augen, ich hatte (leichtes) Fieber und Bauchkrämpfe. Ich hab mich mit mehreren Leuten darüber unterhalten, manche sagen Höhenkrankheit, andere sagen Grippe oder sowas. Was es auch immer war, angenehm war es nicht. Die fürs Wochenende geplante Tour sagte ich dementsprechend ab.

Den Freitag (04.08.) verbrachten wir aufgrund meines Unwohlseins in der Wohnung mit Tee trinken und Serie gucken. Da es draußen eh nicht so tolles Wetter war, war das auch ganz ok.

Samstag & Sonntag hatten wir nun aufgrund der abgesagten Tour auch noch nichts vor. Wir machten ein paar Spaziergänge, kochten mal wieder unser eigenes Essen (was zur Abwechslung sehr angenehm ist) und kümmerten uns um einige organisatorische Dinge (Schadensmeldung Reiserücktritt, weiterer Reiseverlauf, Hostels zum Schlafen, ...).

Morgen gehts weiter nach Baños de Agua Santa (Bad des heiligen Wassers), hier soll es nach Meinung einiger (mitunter ziemlich dubioser) Uber- und Taxifahrer wohl sehr schön sein. Wir haben dort angeblich auch die Möglichkeit, Rafting und Canyoning zu machen. Hoffentlich klappt das!

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