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04/08/2018 - Mount Taranaki erfolgreich eingefangen

Veröffentlicht: 11.09.2018

Jeden Morgen wanderte unser Blick zwischen die Bäume. Ist „Mount Taranaki“ heute endlich zu sehen?! Und tatsächlich. Nach der vierten Nacht in „Stratford“ waren die schneebedeckten Hänge des Vulkans schon vor der Morgendusche zu erkennen. Die Aufregung stieg in uns an! Da wir keinerlei Zeit verlieren wollten, verzichteten wir auf das Spülen des Frühstücksgeschirrs, stapelten und stellten es in den Fußraum des Autos und fuhren los in Richtung Mt Taranaki! Bereits nach wenigen Minuten hielten wir am Straßenrand, um die ersten Bilder zu schießen. Er erhebt sich eindrucksvoll aus der weitläufigen, flachen Region und thront über die angrenzenden Weidefelder. Ein fantastisches Bild! 
Wir zögerten nicht lange und setzten die Reise fort. Umso näher wir dem Vulkan kamen, umso dichter wurde der Wald. Irgendwann wurde aus der zweispurigen Landstraße eine einspurige Allee. Links und rechts ragten viele Bäume in die Höhe. Wir waren begeistert. 
Bevor wir unser Ziel, das Visitor Centre am Fuße des Berges erreichten, legten wir einen Zwischenhalt bei den „Dawson Falls“ ein. Diese fallen einen ehemaligen Lavastrom hinab. Auch wenn die heutige Außentemperatur nicht sonderlich angenehm war, bauten wir unsere Fotoausrüstung in der Nähe des 18 Meter hohen Wasserfalls auf. Dabei erwies sich der kleine, aus dem Wasserfall resultierende Bach als schöner Vordergrund. :) 
Anschließend ging es zurück zum Auto und auf den Hauptparkplatz des Visitor Centers. Von hier starten mehrere Wanderungen mit unterschiedlichen Längen. Da wir uns mitten im Winter befinden, waren die Wege zum Teil eingeschneit und deswegen nicht für jedermann zugänglich. Wir entschieden uns für den 45-minütigen Track, der zu den „Wilkies Pools“ führt. Der Wanderweg ist als rollstuhlgerecht eingestuft und daher sehr gut ausgebaut. Man läuft vorbei an moosbewachsenen Bäumen, über kleinere Brücken und an einem Bachlauf entlang. Vor uns baute sich stets der schneebedeckte Mount Taranaki auf. Keine einzige Wolke schränkte die Sicht ein, wodurch sogar die Umrisse des Gipfels klar zu sehen waren. 
Eine halbe Stunde später kamen wir an den eben genannten Pools an. Wo einst ein Lavastrom floss, haben sich heute kleinere Kaskaden und mehrere Wasserbecken gebildet. Die Umgebung wirkte unwirklich. Die grauen, teils mit Moos überzogenen Steine und der klare Bach, der sich seinen Weg ins Tal bahnt, sahen märchenhaft aus. Wir verließen den gutausgebauten Wanderweg und entdeckten das Gebiet auf eigene Faust. Dabei kletterten wir am Rande des Bachs hinauf. Meter für Meter suchten wir uns einen Weg zum nächsten Felsvorsprung. Umso weiter wir vorankamen, desto beeindruckender wurde die Szenerie. Der Ort zog uns trotz der ausstrahlenden Kälte magisch an. Wir stellten uns vor, wie es wohl sein würde, sich im Sommer hier in die Pools zu legen. Hätte definitiv seinen Reiz - von der tollen Aussicht mal abgesehen. :) 
Etwas Zeit verging und wir verließen das schöne Fleckchen, um der Wanderroute weiter zu folgen. Dabei bogen wir vom Hauptpfad ab und benutzten eine Alternativroute. Diese, so hofften wir, würde uns zu einem weiteren Highlight des Nationalparks leiten. Jedoch wurde der Trampelpfad immer beschwerlicher. Die wenigen, verbauten Holzstufen waren mit Wasser überflutet und das Gestrüpp am Wegesrand übernahm zunehmend die Überhand. Schon bald war keine deutliche Route mehr zu erkennen. Durch die schlechte Sicht auf den Untergrund passierten gelegentlich kleinere Malheure - wir standen knöcheltief im Matsch. ;) Doch aufgeben wollten wir nicht … 
Nach gut 20 Minuten war es dann endlich geschafft. Zurück auf dem etwas breiteren Wanderweg nahmen wir eine Abzweigung und gelangten auf den richtigen Pfad, der zu einer Hängebrücke führte. Vor Ort begrüßte uns eine der höchsten Hängebrücken des Nationalparks. In einer Höhe von 40 Metern führt die schmale Brücke über eine tiefe Schlucht hinweg. Die maximale Personenkapazität von „1 Person“ wirkte sich nicht gerade positiv auf die Vertrauenswürdigkeit aus. Beim Überqueren wackelte die Brücke enorm. Vorsichtig ließen wir den Blick in die Schlucht hinunter schweifen - und zuckten zusammen. Auch wenn wir keine Höhenangst haben, waren wir heilfroh, das andere Ende erreicht zu haben. Allerdings ging es von hier aus nur noch zu einer Hütte … und das war nicht unser nächstes Ziel. Sondern der Parkplatz am Besucherzentrum. Also schlichen wir ein weiteres Mal über die hohe, schwankende Hängebrücke. 
Auf dem restlichen Weg überquerten wir erneut den Bachlauf, bestaunten versteinerte Lavabrocken und genossen die freie Sicht auf den majestätischen Berg. 
Nach drei Stunden kamen wir zurück am Auto an. Und wie sollte es anders sein? Genau in diesem Moment zogen die ersten Wolken vor den Vulkan. Schon bald war sein Gipfel nicht mehr zu sehen. Ab 14:00 Uhr war der schöne Mt Taranaki, wie schon in den vergangenen Tagen, hinter einer Wolkenwand verschwunden. 
Wir fuhren zurück zum Campingplatz, legten die Füße hoch und schauten uns die entstandenen Bilder an. Schnell waren wir uns einig, dass sich das Warten auf besseres Wetter absolut gelohnt hat!

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Antworten (1)

Wolfgang
Klasse Bilder!

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