Geburtstag in Mannaminne
Wir feiern meinen Geburtstag :)


Veröffentlicht: 23.06.2026
Wir wachen fröstelnd auf und bemerken, dass der Regen gegen das Aufstelldach peitscht. Durch den Wind ist das Wasser an Henry's Seite leicht durch den Reißverschluss gedrungen. Wir trockenen es schnell und beratschlagen uns was wir jetzt mit dem Dach und mit dem Tag machen. Eigentlich wollten wir in den nahe gelegenen Skoleskogens Nationalpark, um die Natur in der Region Höga Kusten zu erkunden. Das wird wohl nichts.
Regenradar sagt, dass das Unwetter noch anhalten wird. Also stellen wir uns auf einen Tag im Camper ein. Das Dach lassen wir dabei auf, damit die Nässe nicht auf die Matratze übertragen wird. Die Hoffnung ist, dass das bisschen Wasser beim Regenende schnell trocknet.
Die Zeit vertreiben wir mit unserem Vorrat an Brettspielen und der zweiten Staffel Fargo, die erfreulicherweise fast mit der ersten mithalten kann. Schön eingemuckelt lässt sich die Zeit super vertreiben und am Nachmittag lässt auch der Regen endlich nach. Wir überlegen am selben schönen Platz zu bleiben, wollen uns aber an die implizite Regel "maximal 24h an einem Ort stehen" halten und ziehen weiter.
Die anderen Camper scheinen genau denselben Gedanken gehabt zu haben, denn als wir den auserkorenen Platz erreichen, parkt gerade ein anderer Van dort. Die Straße weiter rauf, vorbei an weiteren bunten Häusern, finden wir einen Platz an dem bisher nur zwei Motorräder stehen und beschließen dort zu bleiben. Etwa 5min später kommt schon der nächste Camper, verziert mit Wolfs- und Federmotiven mit Münchener Kennzeichen (funfact: in München gibt es so viele Autos, dass es für die Stadt insgesamt drei Kennzeichen gibt: M ; MU ; MUC) an. Der Mann der aussteigt sieht sehr nach Hippie aus und fragt uns ob es okay wäre sich dazu zu stellen. Er sagt man müsse ja nicht eng auf eng stehen. Klar kann er dass! Wir plaudern ein bisschen, wie alle möchte auch er nach Norden, ist sogar 6 Monate unterwegs. Am liebsten würde er midsommar mit Samischen Schamanen verbringen. Wir wollen uns Grade verabschieden und uns im Trockenen die Beine vertreten, da kommt ein weiterer Van mit französischem Kennzeichen an. Hektisch springt der Mann (nennen wir ihn Andreas) in seinen Van und zieht rückwärts den hinter den Neuankömmling, der gerade ebenfalls rückwärts einparken möchte. Unter wildem Hupen macht er den Franzosen den Platz streitig, so dass sie nur notdürftig am Rand ein enges Plätzchen finden - übernachten werden sie dort sicher nicht! Wir machen uns schleunigst aus dem Staub und hoffen, dass die Franzosen erahnen können, dass Andreas für uns nicht mehr als eine flüchtige Bekanntschaft ist.
Man kann zwar nur die Straße auf uns ab gehen, aber nach dem Tag drinnen ist das eine Wohltat. Als wir zurückkommen sind die Franzosen schon weg.