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Tag 5 - Ha Long Bay

Veröffentlicht: 28.01.2023

Mein heutiger Ausflug führte zur mich zur berühmten Bucht von Ha Long. Ha bedeutet „Landeplatz“ und Long bedeutet „Drache“. Der Legende nach ließ sich an dieser Bucht ein Drache nieder. An jeder Stelle, an der er sein Feuer spie, entwuchs ein Felsen. Die Ha Long Bucht ist bekannt für ihre zahlreichen Kalkfelsen, die diese Landschaft so zauberhaft schön machen. Da fällt es einem nicht schwer an die alten Legenden von Drachen zu glauben.

Bucht von Ha Long

Mein Tag startete jedoch zu allererst mit einem Unterkunftswechsel. Ich werde meinen Aufenthalt in Hanoi bis Montag verlängern, konnte jedoch in meiner bisherigen Unterkunft keinen Platz mehr für zwei weitere Nächte ergattern. Ich musste also spontan ein Bett in einem anderen Hostel buchen. Frühmorgens nach dem Frühstück und Auschecken wollte ich gleich einen weiteren Tipp der freundlichen Rezeptionistin des Massagesalons ausprobieren: Gojek. Über diese App kann man Taxis und Mopedfahrer buchen. Die App nennt einen zuvor den Preis für die Strecke und garantiert, dass man nicht einer Gaunerei zum Opfer fällt. Das Buchen über die App lief erstaunlich einfach und schnell. Die Fahrt auf dem Rücksitz des Mopeds mit großem Rucksack und Umhängetasche ließ mich jedoch entscheiden, für die nächste Fahrt mit Gepäck ein richtiges Taxi zu buchen. Nach dieser Kombination aus Bauchmuskeltraining und Gottesfurcht kam ich jedoch wohlbehalten im neuen Hostel an, wo ich meinen Rucksack deponierte um dann zum Abholpunkt für den Tagesausflug zu spazieren.

Eine Fahrt mit dem TukTuk wäre bequemer gewesen

Die etwa dreistündige, ruhige Busfahrt führte uns von Hanoi nach Hafen. Auf dem Weg dorthin machten wir an einer Raststätte halt, wo man neben Kaffee auch Perlenschmuck erstehen kann. Auf der Rückseite des Gebäudes wird gezeigt, wie Muscheln geöffnet und die kostbaren Perlen entfernt werden.

Frau beim Öffnen einer Muschel

Auf dem Schiff angekommen, wurden uns sogleich verschiedene vietnamesische Köstlichkeiten zum Mittagessen serviert. Ich saß zusammen mit einem jungen indischen Pärchen und zwei australischen Studentinnen am Tisch und wir verstanden uns prächtig. Das Pärchen hat Vietnam von Süd nach Nord bereist und konnte mir wertvolle Tipps für meine Weiterreise geben. Außerdem tauschten wir auch noch Reisetipps für Indien und Österreich aus. Unser erster Halt in der Ha Long Bucht ist die Ti-Top-Insel. Sie wurde zu Ehren eines russischen Austronauten nach ihm benannt. Über 500 Stufen gelangt man auf eine Aussichtsplattform am Gipfel der Insel. Von hier aus hat man einen hervorragenden Rundumblick über die Bucht und seine vielen Inseln. Wieder unten angekommen, zog ich mir schnell die Schuhe aus und ging zum Strand. Nach über eineinhalb Jahren war das wieder das erste Mal, dass ich Sand und das Meer zwischen meinen Zehen spürte.

Ti-Top-Insel
Blick vom Gipfel der Ti-Top-Insel
Blick vom Gipfel der Ti-Top-Insel

Der nächste Halt führte uns zu einer Anlegestelle im Wasser von der aus wir in Kajaks steigen und die nahgelegene Bucht auf eigene Faust erkunden konnten. Um zur Bucht zu gelangen, mussten wir durch eine Höhle hindurchfahren, was sich für so manchen Kajak-Neuling als etwas schwierig erwies. Zurück an der Anlegestelle konnte ich meine Flipflops nicht mehr finden. Recht verzweifelt wandte ich mich an unseren Guide Hom, der mir bei der Suche half und auch das einheimische Personal um Hilfe bat. Wie sich herausstellte, hatte sich ein Pärchen, das nach mir ein Kajak bestieg, meine Flipflops genommen. Das Personal konnte uns die beiden beschreiben. Also bestiegen Hom und ich gemeinsam ein Kajak und begaben uns auf die Suche nach dem dreisten Pärchen. Kurz gefasst: Wir konnten meine Flipflops zurückerobern, waren zwar danach klitschnass, hatten aber jede Menge Spaß und Gelächter bei unserer Verfolgungsjagd. Hom dankte ich dann mit einem Riegelchen Zotterschokolade, das ich noch dabei hatte und einem Trinkgeld für zwei Bier, welches er zuerst gar nicht annehmen wollte.

Schiffe in der Bucht von Ha Long
Kajakfahrt

Unser letzter Stop des Tagesausflugs führte zu den Höhlen auf der Insel Sung Sot. Ich war zuvor noch nie in einer Kalksteinhöhle und war begeistert von den beleuchteten Formationen, die ich dort sah. Das Höhleninnere wirkte auf mich wie aus einer anderen Welt. So muss es wohl auf dem Mond oder auf einem anderen Planeten aussehen.

Sung Sot Höhle
Stalagmiten
Szenen wie aus einer anderen Welt

Zurück auf dem Boot wurde uns Tee und kleine Kokosküchlein serviert, die mich stark an die Kokoswürfel meiner lieben Höttinger Oma erinnerten. An Deck bot sich uns eine traumhafte Stimmung. Das Abendlicht der untergehenden Sonne legte sich wie ein leichter Schleier über die Ha Long Bucht. 

Abendstimmung
Sonnenuntergang über der Bucht von Ha Long


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