Tag 24: Santa Monica
Unser halber Tag in Santa Monica geht nun zu Ende. Heute früh ließen wir uns Zeit. Wir merken wie kaputt wir sind und dementsprechend langsam agieren wir. Das Hotel hatte ein...

Veröffentlicht: 24.08.2016


























Heute morgen um 5:30 Uhr klingelte der Wecker. Die Nacht war trotz Drive Thru Schalter gegenüber leise aber ich konnte nicht richtig schlafen weil ich Angst hatte zu verschlafen, wie üblich wenn ich vor dem Aufstehen etwas vorhabe. Um den Verkehr ein wenig entgegenzuwirken sollten wir uns heute für die LA Stadtrundfahrt bereits um 7 Uhr treffen. Die Tour ging so 8 Stunden, 4h davon saßen wir schätzungsweise im Kleinbus.
Wie soll ich es sagen. Erstmal das positive. Diese Tour war sehr informativ und nicht zu aufdringlich, auf Deutsch gehalten und der "Reiseleiter" war ein netter Kerl. Nun das negative - Los Angeles an sich ;-) Ich wurde von mir wichtigen Leute vorgewarnt und heute durfte ich es selbst erleben. Nein, ich werde LA jetzt nicht ultimativ dissen aber ich finde ein Tag reicht vollkommen um sich das wichtigste anzusehen, vielleicht noch einen zweiten aber dann hat man auch schon alles gesehen.
Die Tour begann nach dem Treffpunkt in LA Downtown. Dort zeigte uns Dennis, der Reiseleiter gleich 3 Gebäude:
Gebäude 1: den Hauptbahnhof, Union Square - mit 10 Gleisen kleiner als der in Cottbus
Gebäude 2: die erste Feuerwehrwache in LA
Gebäude 3: das Pico Haus, das erste Haus mit getrennten WCs auf jeder Etage
Das waren die Highlights von Downtown. Erschüttert war ich nicht davon, sondern eher wieder von den vielen Obdachlosen an jeder Ecke zu Hauf. Es gibt in LA offiziell 50.000 Obdachlose (die Dunkelziffer sei wohl die doppelte Zahl) und andererseits 100.000 Millionäre - ist das nicht schizophren? Auch haben wir gelernt, dass ein Einzimmer-Appartment in LA bei 1.400 Dollar im Monat liegt bei circa dem gleichen Einkommen wie in Deutschland. Darum pendeln die meisten vom bezahlbaren Bereich (durchschnittlich verbringt jeder in LA 3h pro Tag im Auto). Die nichts bezahlen können, landen auf der Straße. In Deutschland sieht man die Obdachlosen eher ohne bzw. mit einer kleinen Tasche rumlaufen. Aber hier ziehen sie immer einen Korb mit Bergen mit Müll hinter sich her. Sie sehen so verdammt abgewrackt aus, also ob sie monatelang nicht geduscht haben. Wie ein Land mit Menschen umgeht, die nicht mehr im sozialen Gefüge verankert sind, ist einfach eine Blamage, wirklich zum Schämen!
Der nächste Anfahrtspunkt war Chinatown, welches kein Foto wert war und danach ging es hoch zum Griffith Observatory. Von hier hat man einen schönen Blick auf LA und das Hollywood Sign. - Es ist alles trotzdem noch ziemlich fern aber kein Wunder, da LA durch die Erdbebensituation immer in die Breite als in die Höhe gebaut wurde. Ja, war ganz nett aber hat mich nicht beeindruckt. Ich denke im dunkeln wenn alles beleuchtet ist, lohnt sich das sicher nochmal dort hin zu fahren.
Anschließend fuhren wir zum berühmten Walk of Fame. Dieser geht übrigens 3km lang wobei der belebte Teil vorm Chinese Theatre nur circa 250 m lang ist. Übrigens, die Sterne werden nicht einfach so vergeben. Man muss sich darauf "bewerben" wenn man 5 Jahre "im Geschäft" ist und 30.000 Dollar dafür zahlen. Nur die Handabdrücke vor dem Chinese Theatre werden offiziell verliehen. Da habe ich wieder was gelernt und das hat mir den letzten kleinen Schimmer für den Walk of Fame entzogen. Falls es mich nochmal nach LA ziehen sollte, würde ich diesen 3km langen Walk of Fame gemütlich ablaufen um zu sehen wer sich alles so eingekauft hat ;-)
Eine kurze Fahrt führe noch am Broadway von LA vorbei. Dieser nimmt hier allerdings keine schöne Geschichte. Es gab 10 Häuser, wovon heute keins mehr regelmäßig bespielt wird. Es sieht richtig runtergekommen aus.
Nun ging es zum Farmers Market - ich war hier so schockiert, dass ich kein Foto gemacht habe. Es war kein Foto wert, wirklich nicht! Uli sagt grad "Ich war och entäuscht. Da gab es das gleiche Essen was es sonst hier och gibt" (Hihi)
Anschließend sind wir durch Beverly Hills, Sunset Boulevard und Rodeo Drive gedüst. Gelernt habe ich, dass die Häuser in Beverly Hills ja grade noch zu Schnäppchenpreisen von ab 5 Mio Dollar zu erwerben gibt.. Teuerer sind schon Bell Air (mit circa ab 25 Mio Dollar Häusern) - hier darf man übrigens durchfahren aber man darf nicht anhalten und rumlungern. Die teuerste Gegend ist übrigens die Holmby Gegend, wo man durch Tore zu den Stars und Sternchen getrennt wird. Da würde ich auch wohnen wollen, wenn ich Star in der USA wäre, da man hier scheinbar kein recht auf Privatleben hat.
Nun haben wir alle Highlights von LA gesehen und fuhren nach Santa Monica und machten unseren letzten Halt in Venice Beach. Das haben wir gestern zwar schon gesehen aber doppelt hält besser.
Das war also Los Angeles, die tatsächlich mal zu Mexiko gehörte und für schlappe 15 Mio Dollar von der USA gekauft wurde, kurz danach wurden die ersten Goldpfunde gemacht. Pech Mexiko und jetzt diskriminiert Trump die Mexikaner noch ungeniert im Wahlkampf!
Ich war heute froh LA in dieser Art und Weise gesehen zu haben. Es war super interessant alles gesehen zu haben aber ich frage mich, was der Reiz an dieser Stadt sein soll? Es wird im Moment viel gebaut, um den Touristen mehr bieten zu können. Vielleicht lohnt es sich in 10 Jahren ja wieder. Allerdings möchte ich diesen Tag in LA nicht missen. Ich bin froh mir diese Stadt angesehen zu haben.
Tja, und das war der letzte Tag von unserer 3 einhalb wöchigen Reise durch Teile der USA. Ich werde sicherlich noch ein Fazit schreiben, vielleicht auch schon morgen im Flieger weil ich da eh nie schlafen kann. Einerseits bin ich traurig, dass der schöne Teil des Jahres vorbei sein wird und das harte Arbeitsleben ab nächster Woche wieder beginnen wird. Andererseits könnte ich jetzt keine weiteren neuen Eindrücke mehr aufnehmen. Ich freue mich jetzt wieder auf Deutschland und mein Leben dort.