Go East - Mit dem Fahrrad zu Ev. Gemeinden in Osteuropa
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43. Tag - 20. August: Gespräch mit Sup. und überraschende Ev. Dorfkirche in Iza

Veröffentlicht: 21.08.2022

Fast hätten wir den Gesprächstermin mit der Pastorin Maria am Samstagvormittag verpasst, so vertieft war ich im Gespräch mit dem Kircheninspektor von Nesvady, Milan. Wir kamen einige Minuten zu spät, aber das tat den folgenden 5 Stunden keinen Abbruch. Pastorin Maria - die erst in der Nacht aus dem Urlaub zurückkam - nahm sich für meine unterschiedlichen Fragen viel Zeit. Sie ist nicht nur Pastorin der Kirchengemeinde, sondern hat zugleich die Funktion der "Seniorin" des großen Dekanats (Kirchenkreis) Nitra. Vergleichbar ist dieses Amt mit dem Superintendent bei uns.

Neben der üblichen pastoralen Arbeit vor Ort, hat sie viele administrative Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehören die Abrechnungen der Kollekten und ähnliche Verwaltungsaufgaben, desweiteren hat sie auch die "Kontrolle" über die Pastoren, sie muss bei Konflikten schlichten und versucht neue Akzente zu setzen, indem sie mit einigen Kollegen, sowas wie einen Kreiskirchentag organisiert. Sie berichtete von der aufwendigen Organisation für diesen Tag, von der Umstellung des kirchlichen Finanzsystems und der mühsamen Erklärung dazu in den einzelnen Gemeinden, die ihr unterstellt sind. Auch die Evangelisch- Lutherische Kirche der Slowakei steht mittelfristig vor großen Herausforderungen. Das betrifft insbesondere die kleinen Landgemeinden, wenn sie weiterhin einen eigenen Pfarrer haben möchten. Insgesamt war es ein sehr interessantes Gespräch, weil ich einen kleinen Einblick in die interen Strukturen und Problemlagen bekommen konnte. Natürlich berichtete ich auch etwas von meiner Arbeit und unseren Strukturen und stellt fest, das es uns im Vergleich zu den Gemeinden in der Slowakei sowohl finanziell und in der Mitarbeiterschaft recht gut geht.

Am Nachmittag hörte dann auch der Regen auf, der die ganze Zeit niederging. Ich radelte weiter zu meiner letzten Station in der Slowakei, in die Kreisstadt Komarno, direkt an der Grenze zu Ungarn,  und der dazugehörigen Dorfgemeinde am Ufer der Donau, Iza, welches ich auf dem super glatten Donauradweg bequem erreichte. Dank Milan wurde ich dort von der zuständigen Küsterin Helena schon erwartet. Ich sollte es mir im Gemeindehaus bequem machen und nach einer Stunde würde sie mit einer Suppe wiederkommen. Ich nutzte die restliche Zeit für eine Fahrt zum nahen Donauufer von Iza und machte ein "Beweisfoto".

In Iza überraschte mich eine moderne Dorfkirche mit einem herrlichen farbigen Altarbild im Stil von Marc Chagall. Wegen eines aktuellen Trauerfalles in der Familie der zuständigen Pastorin, war leider kein Gespräch möglich. Weil "nur" jeden 2. und 4. Sonntag im Monat Gottesdienst im Dorf Iza stattfindet, lud mich Helena ein bei ihr im Auto zum Gottesdienst in Komarno mitzufahren, was ich gerne annahm, denn für den Sonntag war fast nur Dauerregen angesagt.

Nach insgesamt 12 Tagen habe ich die Slowakei einmal vom Norden bis zum Süden komplett durchfahren und hatte dabei sehr interessante Begegnungen und Gespräche. Am Abend recherierte ich noch lange zu den Ev.- Lutherischen Gemeinden in Ungarn - meinem nächsten Land - und war gespannt auf den Vertretungspfarrer, der zugleich Mitarbeiter im Bischofsamt der Slowakei ist.

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