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Peru: Wandern mit den 'Sexy Lamas'

Veröffentlicht: 06.09.2017

Peru - ab hier trägt jeder Tourist einen Alpaka / Lama Pullover (vergleichbar mit einem Weihnachts-Rentier-Strickpulli bei uns) - dieser wird wärmetechnisch trotz durchgehendem Sonnenschein auch benötigt! Außerdem fällt man als Tourist in Peru nicht mehr als Attraktion auf, die Attraktion sind eher Einheimische an Touristenplätzen.

Für uns stand Peru im Motto "Wandern" ohne, dass wir es wirklich darauf angelegt hätten. Gestartet sind wir in einem anschaulichen Bergstädtchen zu Fuße der mit bis zu knapp 6.800 m höchsten Berge Peru's, der Ausgangspunkt für viele spannende Touren. Dort haben wir uns mit einem Fußballkollegen von Thilo auf das ein oder andere Bierchen inklusive Warm-up Wanderung getroffen. Als großes Ziel hatten wir jedoch den "Santa Cruz Trek" im Auge, eine 4-Tagestour auf bis zu 4.700 m, bei kalten Temperaturen und mit Zelt. Gesagt, getan. So fanden wir uns nach zwei Akklimatisierungswanderungen und einem Lehrerstreik bei der Anfahrt, der uns mit Feuer und Steinen für drei Stunden die Straße versperrte, in unserem kleinen Grüppchen auf dem Berg wieder und konnten abseits der Touristenpfade beeindruckende Höhen und Landschaften genießen. Glücklicherweise haben die Mulis dabei die Zelte getragen und Thilo konnte als Schleppesel pausieren.

Auch der Abstecher in die Hauptstadt hat uns positiv überrascht mit super Street Food (insbesondere den besten Churros, die wir jemals gegessen haben), tollen Gebäuden und einer atemberaubenden Aussicht aufs Meer. Außerdem waren wir shoppen - auf dem Kleidermarkt in Lima gab es auf einer Fläche gefühlt in der Größe von Markdorf alles zu kaufen, was das Herz begehrte - nur keine Originalmarken. Dementsprechend wuselte es in den Straßen nur so von shoppingwütigen Peruanern und wir kamen uns teilweise etwas fehl am Platz vor, waren aber erfolgreich.

Danach ging es weiter in eine Wüstenoase, wo nicht nur der Pool unseres Luxuscampingplatzes zum Ausspannen einlud, sondern wir auch mit dem Buggy die Dünen hoch und runter gedüst sind. 

Ein schönes Städtchen (namens Arequipa) später und nach einer weiteren 2-Tageswanderung in den zweittiefsten Canyon der Welt fanden wir uns schließlich in Cusco, nahe des Mach Picchu's, wieder, wo wir mit einer großen Parade begrüßt wurden. 

Natürlich wollten wir es uns hier nicht nehmen lassen, in 4 Tagen die berühmte Inka Stadt wandernd zu erklimmen. Wir dachten, das kann ja nicht so schwer sein, schließlich waren wir ja nun erprobt. Unser Guide, ein Pferdeschwanz tragender Peruaner mit Bäuchlein, führte unsere Gruppe, die er liebevoll die "Sexy Lamas" taufte (was, nebenbei gesagt, zu großen Irritationen und Gelächter anderer Wanderer führte), mit ordentlichem Tempo an und stellte dabei den Rekord im "möglichst viele Koka-Blätter auf einmal kauen und dabei auch noch reden" auf. Die Koka-Blätter sollen übrigens gegen die Höhenkrankheit helfen, weshalb wir alle ordentlich gekaut haben. 

Der Wanderweg führte in 8 - 10 h Tagen durch eine abwechslungsreiche Vielfalt an Landschaften. So starteten wir mit schneebedeckten Gipfeln und endeten in der Hitze des Dschungels, um uns zum Schluss den Machu Picchu in einem knackigen letzten Anstieg um 5:00 Uhr morgens zu verdienen. Erschwert wurde die Mission durch die wenig hygienische Essenszubereitung auf der Tour, die uns das ein oder andere gesundheitliche Problemchen bereitete. Zumindest mussten wir uns nicht die ganze Nacht lang übergeben, wie ca. 30 % der Mitwandernden. Der Ausblick entschädigte allerdings auch für alle Strapazen. Den Abschluss unserer Peru Reise und die Erklimmung des Machu Picchu's haben wir dann mit unserer Wander-Gang gebührend im Irish Pub gefeiert.

Um mal kurz Bilanz zu ziehen: Wir verbrachten insgesamt 24 Tage in Peru, davon waren wir 12 Tage am Wandern, haben 4 Nächte im Bus geschlafen und sind an 11 Tagen zwischen 3:00 Uhr und 5:00 Uhr aufgestanden. Wir befanden uns 20 Tage über 3.000 m, bei 23 Tagen strahlendem Sonnenschein und 1 Regentag - der Regentag war übrigens am Machu Picchu. 24 Tage haben wir sehr genossen und viele supernette Leute kennengelernt. Wir waren beeindruckt von dem Land, das uns so viele schöne Erinnerungen beschert hat. 

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