frajo-ontour

Unser Reiseblog für Freunde, Familie oder auch einfach Interessierte an unseren Eindrücken. Thailand, Laos, Vietnam, Marokko und bald hoffentlich noch viel mehr ... - Franzi + Jonas
Alle Artikel

Grenzübertritt nach Laos

Jonas vor der Ausreise aus ThailandUnser Tuk Tuk zur GrenzeDie Grenze auf Thailändischer SeiteBustickets für über die BrückeWir beide im Pickup Tuk Tuk nach VientianeJonas lehnt sich aus dem Tuk TukUnser Zimmer im Hostel in Vientiane

[von Jonas] Am Morgen unserer Weiterreise haben wir recht zeitig ausgecheckt, da wir vor allem an einem Montag Morgen mit einem hohen Andrang an der Grenze gerechnet haben. Das war ganz einfach, wenn auch das erste Mal, dass wir den Aufenthalt und das Abendessen am Vortag inklusive Selbstbedienungsgetränke erst im Nachhinein gezahlt haben. Wir informierten uns außerdem noch schnell über die zu erwartenden Tuk Tuk Preise für die knapp 4 km Fahrt, damit wir nicht zu überteuerten Preisen in ein Tuk Tuk steigen. Die nette Dame an der Rezeption, die übrigens gleichzeitig die Küche war, sagte uns, dass es pauschal 100 Baht (2,58€) für 2 Personen sein sollten.

Kurz um die nächste Ecke und da stand auch schon der erste Tuk Tuk Fahrer. Wir sprachen mit ihm den Preis von 100 Baht ab und schon waren wir auf dem Weg zum Grenzübergang. 

Unser Tuk Tuk zur Grenze
Unser Tuk Tuk zur Grenze

Es war also soweit, wir fuhren ins nächste Land...

Die Fahrt dauerte ca. 20 Minuten und als wir ankamen wurden wir direkt von Taxifahrern belagert, die uns anboten uns direkt zu unserem Hostel in Vientiane zu fahren. Wohlgemerkt: Sogar noch auf thailändischer Seite der Grenze. Das lehnten wir aber natürlich gekonnt ab.

Die Grenze auf Thailändischer Seite
Die Grenze auf thailändischer Seite


Jonas vor der Ausreise aus Thailand
Jonas vor der Ausreise aus Thailand


Die Ausreise aus Thailand gestaltete sich dann recht einfach. Ohne groß anzustehen konnten wir zum Schalter und der Ausreisestempel wurde uns beiden direkt in den Reisepass gestempelt. Hinter dem Gebäude mussten wir uns dann für jeweils 15 Baht (0,39€) ein Busticket kaufen. Dieser Bus brachte uns dann über die Thai-Lao Freundschaftsbrücke 1 über den Mekong. 

Bustickets für über die Brücke
Bustickets für über die Brücke


Auf der anderen Seite angekommen wurde es dann ein wenig chaotisch. Keiner wusste so genau wo er zuerst hin muss und eine eindeutige Beschriftung gab es auch nicht. An einem der Schalter holte ich dann unsere Visa-Anträge und wir füllten diese an den Tischen aus, die vor den Schaltern zur Verfügung stehen. Hilfe bekamen wir dabei von jemandem, bei dem wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz sicher waren, welche Funktion er erfüllte. Aber er half uns bei Unklarheiten mit dem Visa-Antrag und zeigte uns an, dass wir mit den fertig ausgefüllten Anträgen nochmal an den gleichen Schalter mussten. Dort mussten wir dann unsere Reisepässe, die ausgefüllten Anträge inklusive eines Passfotos und der Antragsgebühr in Höhe von 30 US-Dollar pro Person (24,32€) abgeben. Die Dollar hatten wir schon in Udon Thani zu einem guten Kurs aus Thai-Baht in US-Dollar gewechselt. Entgegen vieler Erfahrungsberichte im Internet mussten wir keine sogenannte „stamp fee“ bezahlen. Diese soll aber an einigen Grenzübergängen nach Laos üblich sein und ist einfach ein kleines Trinkgeld in Höhe von 1-2 US-Dollar pro Stempel, dass sich die Beamten dazu verdienen. Es wird geraten nicht dagegen zu argumentieren, da die Beamten das Recht inne haben die Einreise ohne Angabe von Gründen zu verweigern. Das alles war bei uns aber nicht der Fall und nach einer kleinen Wartezeit von ca. 5 Minuten ging ein weiteres Fenster an einem anderen Schalter auf und ein Franzose mit dem wir gewartet hatten wurde an den Schalter gebeten. Danach waren wir dran: Es wurde wie auch schon in Thailand am Flughafen ein einfaches Foto mit einer Webcam gemacht und man hat den Pass inklusive Visum und Einreisestempel zurück bekommen.
Die eben schon erwähnte Person zeigte uns dann den Weg durch die Polizeikontrolle und nachdem unser Gepäck durchleuchtet wurde führte sie uns zu ihrem Pickup Tuk Tuk, zusammen mit dem Franzosen, der, wie sich herausstellte, auch zu unserem Hostel musste. Doch trotzdem fanden wir diese Masche und die Aufdringlichkeit etwas bedenklich. Auf dem Weg nach draußen hatte der Mann zudem seinen umhängenden Ausweis an eine andere Person weiter gegeben, die außerhalb des Gebäude wartete. Deswegen fragten wir ihn nach dem Preis. Er antwortete mit 200 Baht pro Person (5,16€) was uns wiederum ok vorkam und den ausgeschriebenen Preisen für diese knapp 25 km lange Stecke entsprach. Also stiegen wir ein und waren 40 Minuten später an unserem Hostel.

Jonas lehnt sich aus dem Tuk Tuk
Jonas lehnt sich aus dem fahrenden Tuk Tuk


Wir beide im Pickup Tuk Tuk nach Vientiane
Wir beide im Pickup Tuk Tuk nach Vientiane


Wir haben eingecheckt und konnten auch hier sofort in unser Zimmer, auch wenn es noch nicht die offizielle Check-In Zeit war. Jedoch hatten wir noch kein laotisches Geld und durch das Visum zu wenig US-Dollar um das Hostel zu bezahlen. Das war aber kein Problem und wir sprachen ab, dass wir das in späteren Tagesverlauf nachholen würden. Das war das erste mal, wo wir merkten, wie entspannt Laoten mit so etwas sind. Aber dazu später mehr.

Unser Zimmer (81500 Kip / 8€ pro Person pro Nacht) ist basic aber schön und definitiv besser als das in Nong Khai.

Unser Zimmer im Hostel in Vientiane
Unser Zimmer im Hostel in Vientiane

Nach dem ganzen Visums-Kram an der Grenze informierten wir uns über die Vorgehensweise in Vietnam und mussten feststellen, dass das nicht mit unseren Plänen übereinpasst. Eigentlich war der Plan, mit dem Bus von Laos nach Vietnam einzureisen, doch das ist in Vietnam nicht mit einem „Visum on Arrival“ möglich. Selbst für den Flughafen ist empfohlen sich dieses vor Abflug zu besorgen, obwohl Deutsche offiziell 15 Tage visumsfrei in Vietnam verbringen können. Doch da ist das nächste Problem: Wir wollen länger als 15 Tage in Vietnam bleiben.
Nach langem hin und her überlegen entschieden wir uns schließlich dazu der Vietnamesische Botschaft einen Besuch abzustatten und das Visum für Thailand in Vientiane zu beantragen. Glücklicherweise hat diese sogar bis 17 Uhr geöffnet und somit konnten wir das mit einem ersten Spaziergang quer durch die Hauptstadt von Laos verbinden. Schon hier merkten wir wie sich Laos von Thailand unterscheidet: Französischen Kolonialeinflüsse treffen auf buddhistische Tempel! Doch um das so richtig einzufangen fehlte uns zu diesem Zeitpunkt einfach die Zeit, da wir das Vietnam Visum auch in US-Dollar bezahlen mussten und auch noch Geld für das Hostel besorgen mussten. Letzteres war kein großes Problem: Schon am ersten Geldautomaten (ATM) konnten wir ohne Probleme mit der MasterCard 2.000.000 Kip (195,82€) abheben. Schon ein komisches Gefühl, aber trotzdem witzig auf diese Art und Weise mehrfacher Millionär zu sein. Bemerkenswert ist hierbei auch, dass der größte gängigste Schein (50.000 Kip) nur 4,90€ wert ist, was dazu führt, dass in Laos 3 Währungen parallel laufen. Hohe Beträge werden oft in US-Dollar angegeben und vieles kann man auch mit thailändischen Baht bezahlen.
Die zwei Millionen in der Tasche war es nun die nächste Aufgabe eine Millionen davon in US-Dollar zu wechseln. Doch das stellte sich als schwerer raus als gedacht. Keine der unzähligen Banken an der Hauptstraße bot einen Wechselservice an und sogar einige Wechselstuben verkauften keine US-Dollar. Den Grund dafür konnten wir nicht in Erfahrung bringen, aber umso glücklicher waren wir, als wir endlich eine Wechselstube gefunden hatten, die zwar nicht besonders gut aussah aber bereit war unsere Kip zu einem außerordentlich guten Kurs in US-Dollar zu wechseln. Also machten wir aus 1.000.000 Kip 120 US-Dollar mit einem einfachen Austausch der Scheine. In Thailand war das Geldwechseln noch ein Bürokratieprozedere ohne gleichen mit sämtlichen Unterschriften und einer Kopie unseres Reisepasses gewesen. Aber hier ist anscheinend alles etwas entspannter.

Nun hatten wir alles was wir für das vietnamesische Visum brauchten und machten uns endgültig auf den Weg zur Botschaft. Die Beantragung war ausgesprochen einfach und der einseitige Zettel zum ausfüllen verlangte sogar weniger Informationen als die von Laos und Thailand. Am Ende fragte man uns wann wir es abholen wollen und da der Preis sinkt, desto länger man der Botschaft Zeit lässt und uns die Stadt bis dahin wirklich gut gefallen hat entschieden wir uns für den „2-Day-Service“ für 55 US-Dollar pro Visum (44,5€), was aber zur Folge hatte, dass wir unser Hostel später um eine Nacht verlängern mussten.

Auf dem Rückweg gingen wir einen anderen Weg zurück. Dadurch kamen wir in einer unscheinbaren Seitenstraße an einem gut aussehendem Frisörladen vorbei, der Preise von 100.000 Kip (9,79€) pro Frauenhaarschnitt ausgeschrieben hatte. Nach kurzem überlegen entschied sich Franzi dafür, was sich als eine gute Entscheidung herausstellen sollte. Die knapp 10€ beinhalteten nicht nur den bemerkenswert guten Haarschnitt, sondern auch eine Haarwäsche inklusive Kopfmassage und zum Abschluss ein Föhnen.

Kurz bevor wir dann am Hostel angekommen sind eroberte ein Street-Food Stand mit frischen Backwaren unsere Aufmerksamkeit. 6 dieser Gebäcke wurden für 5.000 Kip (0,49€) angeboten. Kurz gesagt: Sie waren verdammt lecker! Doch als vollständiges Abendessen reichte uns das noch nicht. Also zogen wir nochmal los und auf der Suche nach Essen fällt uns sowohl der westliche, vor allem der französische, Einfluss dadurch auf, dass man öfter so etwas wie Burger oder Steaks findet, als auch die Auswirkungen des kommunistisch ausgerichteten Wirtschaftsmodells durch die Abwesenheit von großen Shoppingcentern und das Fehlen sämtlichen bekannter Fast-Food-Ketten. Wir finden uns in einem kleinen aber chamanten, familiengeführten Restaurant wieder, in welchen wir von einem Jungen bedient werden, der sicherlich nicht älter als mein kleiner Bruder (13 Jahre) ist. Franzi hatte ein mit Hühnchen und Salat gefülltes Baguette und ich hatte Chicken mit Reis. Beides war köstlich! Außerdem probierten wir das laotische Bier mit dem kreativen Namen „BeerLao“, welches ebenso gut geschmeckt hat und eine erschreckende Ähnlichkeit zu Kölsch aufweist. Ein perfekter Abschluss für diesen anstrengenden Tag!

Zusammengefasst: Wir sind gut im nächsten Land angekommen und es gefällt uns bisher wirklich gut. Mal sehen was die nächsten Tage noch so bringen, bis wir uns weiter auf den Weg nach Luang Prabang machen.

Bis dahin!
Franzi und Jonas

0
109 mal gelesen
  • Kommentare

    Noch keine Kommentare

    Dinge, die du vor Ort erleben kannst: