Nachdem ich in der Bibliothek von Invercargill aufgebrochen war, fuhr ich noch ca. 25 Kilometer bis nach Bluff. Bluff ist der südlichste Ort der Südinsel und für seine weltberühmten Bluff Austern bekannt. Außerdem startet in Bluff der Highway 1 der sich durchs ganze Land und auch über die Nordinsel bis zum Cape Regina schlängelt. Da ich kein Fan von Austern bin und auch gerade keine Saison war, sodass die Austernfischereien geschlossen waren, genehmigte ich mir jedoch auf der Fahrt zum Stirling Point eine Portion Fish'n'Chips. Dort angekommen, genoß ich das leckere Mittag und beobachte das Meer. Am Stirling Point steht zudem eine Wegweiser, der die Entfernungen zu verschiedenen Städten auf der Erde angibt, eine Art riesige Schiffskette und ein kleiner Leuchtturm. Bluff an sich ist eine ziemlich dreckige Hafenstadt und das regnerische Wetter erledigte den Rest. Also ging es für mich nach dem Mittag wieder zurück nach Invercargill, um billig zu tanken und noch etwas einzukaufen. Am Nachmittag fuhr ich dann nach Fortrose, ein kleines Dörfchen am Rande des Gebiets "The Catlins". Dort verbrachte ich die kurze Nacht, bevor es am nächsten Morgen in die Catlins gehen sollte. Leider hatte es in der Nacht um 03:00 Uhr angefangen zu stürmen und stark zu regnen. Der Sturm war zwar gegen 06:00 Uhr weg, der Regen sollte jedoch bis zum Abend bleiben. Ich hatte mir für die Catlins extra alle Punkte aus dem Reiseführer und Internet rausgeschrieben, die es lohnt anzufahren und wo man nach kurzen Wanderungen tolle, landschaftliche Highlights sehen kann. In meinem Plan war allerdings kein Regen eingeplant. Dies hat mir wieder mal gezeigt, dass es oft wenig Sinn macht, auf so einer Reise, alles bis aufs kleinste Detail zu planen. Es gibt immer wieder Aspekte wie Wetter, Straßensperrungen etc., die man einfach nicht vorhersehen kann. Da ich aber eine gute Regenjacke habe, lies ich mich von meinem Plan nicht abbringen und steuerte dennoch alle Ziele an. Dies führte zwar dazu, dass ich des Öfteren pitschnass zurück an meinem Auto ankam, aber oft war ich auch total alleine an den Wasserfällen und Küsten. Ich machte immer mal wieder kurze Pause und trocknete meine Sachen so gut es ging mit der Autoheizung. Meine erste Station war der Waipapa Point Lighthouse. Dort wartete ein kleiner Leuchtturm auf mich, zu dessen Füßen man mit Glück Seelöwen sehen kann. Ich drehte aufgrund des Wetters nur eine schnelle Runde um den Leuchtturm und konnte keinen Seelöwen sichten. Erst auf dem Rückweg zum Auto, sah ich in der Ferne einen Seelöwen am Strand. Da es aber wie aus Eimer goss, entschied ich mich zurück zum Auto zu gehen und nicht den Strand vor zu laufen. Danach fuhr ich den Slope Point an, eine 20 Minuten Wanderung über eine Schafsweide führte mich zu diesem Kap. Der Slope Point stellt den südlichsten Punkt der Südinsel dar. Da ich in diesem Jahr schon an sehr vielen Kaps war, war die Entscheidung dort hinzulaufen keine Frage, sondern eine Bestimmung :D Am Kap selbst stand allerdings nur ein Schild, wie weit es noch bis zum Südpol und zum Equator ist und ein kleiner verrosteter Leuchtturm. Also fix ein paar Bilder geschossen und zurück zum Auto. Die nächste Station war die Curio Bay, dort kann man mit viel Glück die seltensten Pinguine der Erde sehen. Ja und was soll ich sagen, Pech mit dem Wetter aber immer noch Glück bei den Tiersichtungen. Als ich ankam, sah ich einen kleinen Gelbaugenpinguin. Dort war mir dann für eine kurze Zeit auch der Regen egal und ich beobachte den Pinguin recht lange, was ich später ein bisschen bereute, da sich meine Jeans inzwischen eher wie eine nasse Badehose anfühlte. Naja nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichte ich die McLean Falls. Dort machte ich erstmal eine Frühstückspause und versuchte meine Sachen etwas zu trocken. Danach lief ich ca. 30 Minuten durch den Wald und stand dann vor dem relativ kleinen aber dennoch beeindruckenden Wasserfall. Zurück am Auto, ging die Fahrt vorbei an einem Aussichtspunkt auf eine tolle Bucht, weiter zu den Purakaunui Falls, ein weiterer schöner Wasserfall, den man vom Parkplatz recht schnell zu Fuß erreichte. Als Letztes steuerte ich danach noch die Cannibal Bay an, in der Hoffnung noch weitere Seelöwen, die dort oft am Strand rumliegen, sehen zu können. Als ich dort ankam, war jedoch weit und breit kein Seelöwe zu sehen. Lediglich ein paar Möwen meckerten über meine Anwesenheit. Danach fuhr ich zum Campingplatz. Ich hatte wiedermal einen Platz rausgesucht, für den ich ein bisschen was bezahlen musste. Dafür gab es heiße Duschen und eine Küche. Nach so einem Tag im Regen, genau das Richtige! Als ich auf dem Platz ankam, hörte es natürlich auf einmal auf mit Regnen, tolles Timing. Ich nutzte die nächsten zwei Stunden um mich und meinen Camper wieder auf Vordermann zu bringen. Darüberhinaus hatte ich noch über die Surat Bay gelesen, an der auch ab und zu Seelöwen zu sehen sind. Da es nur sechs Kilometer von meinem Camp bis zum Parkplatz für die Wanderung zur Bay waren, fuhr ich am Abend nochmal dort hin. Nachdem ich mich durch die Dünen gearbeitete hatte, kam ich am Strand an und konnte dort zwei Seelöwen aus nächster Nähe beboachten. Dies war ein wirklich tolles Gefühl und auch irgendwie ein recht versöhnlicher Abschluss für diesen Regentag. Am Abend habe ich dann noch in den Nachrichten gelesen, dass es die Westküste, an der ich noch vor ein paar Tagen war, ziemlich stark mit dem Wasser getroffen hat. Die vielen Regengüsse in den letzten Tagen haben dort zu großen Überflutungen und Straßensperrungen geführt. Aktuell sind die Straßen zu den Gletschern gesperrt und ich bin wirklich froh, dass ich dort bereits war. Aber wie bereits am Anfang gesagt, alles lässt sich leider nicht planen und man brauch auch oft Glück, welches mir bislang recht hold ist. Heute morgen hat es dann mal ausnahmsweise nicht geregnet und ich habe noch einen Abstecher zum Nugget Point gemacht. Die Felsen, die vor dem Kap im Meer liegen, werden auch als Nuggets bezeichnet und haben so dem gleichnamigen Kap und Leuchtturm seinen Namen gegeben. Auf den Felsen lagen zudem ein paar Robben :) Dort vorne hätte es auch nochmal die Möglichkeit gegeben, in der Roaring Bay, Pinguine zu beobachten. Dafür wurde extra eine kleine Hütte aufgestellt, aus der man die Pinguine beobachten kann. Heute war jedoch nichts zu sehen. Nachdem ich zurück vom Leuchtturm war und noch ein paar süße Häschen auf der Wiese gesehen hatte, fuhr ich nach Dunedin. Ich hoffe jetzt einfach, dass sich das Wetter bald wieder ändert und ich in den letzten zehn Tagen noch etwas Frühlingssonne abbekomme. Heute werde ich in der größten Stadt im Süden Dunedin unterwegs sein und werde auch hier in der Nähe schlafen. Morgen fahr ich dann auf die Otago Halbinsel und bin gespannt was mich dort erwartet.

Achja es regnet inzwischen übrigens wieder :(

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