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Mit Freundinnen unterwegs in den Rockies

Veröffentlicht: 20.09.2024

Vancouver

Am 31.8. bekamen wir Besuch von zwei lieben Freundinnen aus Deutschland, die mit uns die Rocky Mountains erkunden wollten. Kurz nach ihrer Ankunft haben wir uns auf die schöne Dachterrasse unseres Hotels begeben, um dort den Reiseverlauf durchzusprechen und ein paar Snacks zu uns zu nehmen. Auf einer Dachterrasse in Vancouver zu Abend zu essen, ist natürlich grandios, aber dass dieser Abend schön war, lag sicherlich auch daran, dass wir uns gefreut haben, unsere Freundinnen wieder zu sehen und etwas aus Lummerland zu hören! So konnten wir uns gegenseitig berichten, wie es uns die letzten 2 Monate ergangen ist.

Kelowna

Ein paar Tage später wurde der Mietwagen abgeholt und es ging los in Richtung Kelowna, eine große Stadt am Okangan See, in dem wir auch direkt ein Bad genommen haben. Das Wasser war so kalt, dass man eigentlich sagen müsste, 'Augen zu und durch', aber das wäre zu schade gewesen, da die Ausläufer der Rocky Mountains im Hintergrund zu sehen waren. Unsere hart gesottene Freundin blieb sogar 30 Minuten im Wasser! Hut ab bei diesen Wassertemperaturen!

Revelstoke

Am nächsten Morgen wollten wir schnell tanken und dann weiter nach Revelstoke fahren, einem Ort im Südosten der Provinz British Columbia. Aber 'nur schnell tanken' ist leichter gesagt als getan. Wir mussten uns ein bisschen in die Systematik des Tankens reindenken, die vor allen Dingen dann speziell ist, wenn man so wie wir gerne in bar bezahlen möchte. Man muss zunächst schätzen, für wieviel Dollar man tanken möchte, zahlt dann diesen Betrag in der Tankstelle bei dem immer freundlichen Personal, das dann die Zapfsäule freischaltet. Nun läuft man zu seinem Auto und kann tanken. Das freundliche Personal hat uns außerdem auch noch darauf hingewiesen, dass das System im nächsten Ort ganz anders sein kann – was wir bestätigen können, da bei unserer ersten Begegnung mit einem Leihwagen 2 Angestellte und ein Telefonat mit dem Chef erforderlich waren, um unseren Wagen zu betanken.

Die Fahrt nach Revelstoke war wunderschön: ein Picknick an einem türkisen See, viele Berge, nicht enden wollende Wälder sowie ein Zwischenstopp an einem der vielen Wasserfälle und das bei strahlendem Sonnenschein. Aber auch unser charmantes Hotel hielt einige Überraschungen für uns bereit: es war urig und gemütlich eingerichtet mit alten Vintage-Cars und anderen Ausstellungsstücken aus vergangenen Zeiten, hatte einen schönen Pool, einen Billardsalon und sogar ein aufgemaltes Himmel und Hölle-Feld und lag genau am Three Valley Lake, auf den wir von unseren Balkons blicken konnten. Dort hätte man sich Kanus ausleihen können, aber wir entschieden uns dafür, auf den Mount Revelstoke zu fahren, um dort die faszinierende Natur und den gigantischen Ausblick zu genießen. Auf den letzten Drücker (je größer die Gruppe, desto schwieriger das Zeitmangement…) schafften wir es noch ins Restaurant des Hotels dank raffinierter Überredungskünste– und bekamen von der sehr netten Kellnerin dann noch ihr Rezept für das perfekte Ranchdressing verraten, während Herr Ärmel seine Poutine (ist genau so schlimm, wie der Name erahnen lässt) gegen eine ausgehungerte verspätete Freundin verteidigen musste.

Banff – gerne wieder

Tags darauf ging es wieder zurück nach Banff. Die Fahrt dorthin durch die Rocky Mountains ist einfach gigantisch. Berge und Wälder und Seen wechseln sich mit Bergen, Wäldern und Seen sowie Wäldern, Seen und Bergen ab, so dass auch unsere kritische Freundin („Wälder und Berge und sogar Seen kann ich auch in Europa haben“) eingestehen musste, dass es in diesen Dimensionen nichts Vergleichbares in Europa gibt.

Wir haben uns gefreut mit Banff an einen vertrauten Ort mit wunderschönem Bergpanorama zurückzukehren - und einen vergessenen Adapter einzusammeln. Was uns trotz aller Schönheit etwas fehlte, war die Lebendigkeit des Hostels, wenngleich wir dank eines Buchungsfehlers eine große Suite für uns hatten. Wir verzichten hier aber auf eine weitere Beschreibung Banffs – Wiederholungen und lobende Adjektive beginnen irgendwann die Leser*innen zu langweilen.

Nicht Jasper sondern Valemount

Schweren Herzens mussten wir uns nach zwei Nächten von Banff verabschieden und in Richtung Valemount fahren, einen Ort, den wir nur angesteuert haben, weil der Ort Jasper und Teile des großartigen Nationalparks gleichen Namens leider nach verheerenden Waldbränden leider noch nicht wieder für Tourist*innen frei gegeben wurden. Die Route gilt völlig zu recht als die schönste Route West-Kanadas. Die Felsgipfel und die vielen Gletscher sowie die üppig bewachsenen Berghänge sind einfach atemberaubend. Dementsprechend viele Stopps haben wir eingelegt, um die Natur genießen zu können.

Ein ganz besonderes Erlebnis war auch das Columbia Icefield trotz der bereits deutlichen Schrumpfung – auch durch den menschengemachten Klimawandel. Hier sind wir zum Eisfeld gelaufen und haben uns ordentlich durchwehen lassen. Danach wurde es traurig, denn wir haben uns dem Jasper-Nationalpark genähert, in dem das Feuer gewütet hatte. Fast eine Stunde durch ein Gebiet zu fahren, in dem fast nur verbrannte Bäume zu sehen waren, war deprimierend und traurig und ließ uns das dramatische Ausmaß der Katastrophe erfassen.

In Valemount – das wir ohne Naturkatastrophe nie angesteuert hätten - sind wir in einem Hotel untergekommen, in dem sich hauptsächlich Trucker einmieten, wodurch das - wir würden sagen halb Hotel und halb Motel- einen sehr bodenständigen Charme bekam. Ohnehin konnte man in diesem Ort sehr viel Lokalkolorit aufsaugen, da es sich um einen sehr kleinen untouristischen Ort handelt. Überall fuhren Pick-Ups und nordamerikanische Trucks mit langen Schnauzen herum, die oftmals Holzstämme aus den riesigen Wäldern transportierten.

Ein Ort, dessen Stadtzentrum quasi aus 2 Tankstellen besteht, erscheint zunächst nicht sehr einladend, doch fanden sich auch hier nette Ecken. Und auch, wenn wir die in Aussicht gestellten laichenden Lachse nicht sahen, sahen wir zumindest kurz einen Fischotter, der die Lachse sicher nicht weniger vermisste.

Kulinarisch überwogen klassische Diners und Fast Food-Ketten. Sehr loben können wir aber den Caribou Grill – wenngleich mit sehr fleischlastigem Angebot konnten wir dort leckere vegane Alternativen in geschmackvoller kanadischer Atmosphäre genießen. Dass uns der sehr sympathische Kellner aufgrund einer missverständlichen Bemerkung für Franko-Kanadier*innen hielt und mit „Bonne nuit“ verabschiedete versöhnte uns außerdem mit unseren deutschen Akzenten.

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