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Zuletzt in Arequipa

Endlich wieder was Neues

Veröffentlicht: 24.02.2024

09.01.- 05.02.2024


Ja, schon zu lange her, dass wir uns hier auf unserem Blog gemeldet haben. Wir haben Thailand sehr genossen und irgendwann war Tine mit ihrem Tagebuch schon Wochen hinterher, dass es einem im Nacken lag und man erst Recht keine Lust aufs Schreiben hatte. Nun ja, jetzt gönnen wir uns gerade einen Tag Pause, Flo fängt Pokémons und Tine sitzt in der tasmanischen Sonne und hat Bock zu schreiben.

Thailand: ein Land voller Gegensätzlichkeiten. Als wir aus diesem kleinen Städtchen Kambodschas mit Hilfe einer Travelagency mit Minivan in Tailand ankamen, begrüßte uns Bangkok mit einem wunderschön dunkelroten Sonnnenuntergang. Die letzten Monate war es ja schon recht heiß, aber Bangkok hat uns, v. a. Flo zerstört. Die extreme Hitze von 37 Grad und Luftfeuchtigkeit von unerträglich. Ab 14 Uhr verkrochen wir uns in diverse Malls, in denen man tatsächlich einen ganzen Tag verbringen kann, nachdem wir nach dem Aufstehen im Lumphini Park auf Fotoshooting mit Bindenwaranen waren. Diese, bis zu zwei Meter langen und frei herumlaufenden Reptilien haben uns mehr als fasziniert, für die dortigen Anwohner was ganz alltägliches, dass sie mit ihnen den Radweg teilen müssen. Nachdem wir uns Bangkok ein wenig angeschaut hatten, fuhren wir mit dem Bus zehn Stunden nach Chiang Mai, in den Norden Thailands, wo wir zufälligerweise auch wieder Martin, den wir in Vietnam kennengelernt hatten, trafen. Chiang Mai besteht mitunter aus einem kleinen Altstadtkern, in dem ca. 200 Tempelanlagen zu finden sind, also nachdem man aus einem raus war, kam gleich der nächste. Und tatsächlich einer schöner als der andere. Die Stadt drumrum hatte auch tolle Ecken, vor allem auch weniger Touristen auf einem Fleck und angenehmeres Flair, immer mit Bergkulisse im Hintergrund. Von Chiang Mai aus werden unglaublich viele Elefantenparkbesuche angeboten. Wir belasen uns mehrere Tage, da wir einen finden wollten, der es den Tieren so angenehm wie möglich gestaltet. Wir entschieden uns für den Elephant Nature Park, in dem wir uns auch eine Übernachtung gönnten. Es war ein unglaubliches Erlebnis. Am ersten Tag besuchten wir mit unserer kleinen Gruppe von 10 anderen Besuchern mit Guide das Freilaufgehege, immer mit ausreichend Abstand zu den riesigen Tieren, manchen durfte man näher kommen, anderen nicht. Am Abend sahen wir auf einem Steg in fünf Metern Höhe zu, wie die Elefanten aus dem Wald zurück ins Nachtquartier liefen und Abendessen bekamen. Am nächsten Morgen liefen wir mit Guide und in einer noch kleineren Gruppe in den Dschungel, wo an verschiedenen Plätzen Elefanten frei umherliefen, um ihnen mitgebrachte Melonen und Bananen zu überreichen und da durften wir sie auch streicheln, wenn sie sich nicht abwandten. Das war schon ein tolles Highlight. Zum Abschluss bastelten wir noch mit Bananen, Melonen, Gurken, Reiskokosnussmilchpampe eine Elefantentorte für eine ältere Elefantendame, die wir ihr dann feierlich überreichten- sie aß sie mit wenigen Happen auf. Unsere Überlegung danach war, für eine Woche in ein Meditationskloster zu gehen. Wir entschieden uns nach reichlicher Überlegung jedoch dazu, einen Roller zu mieten, um zusammen mit ganz wenig Gepäck (Kameraequipment und für jeden einmal Ersatzwäsche) durch die verschiedenen Nationalsparks zu fahren, um noch mehr vom wunderschönen Norden zu sehen. Über Phayao, wo wir einen absolut unbeschreiblichen Sonnenuntergang am See mit einem Bierchen bestaunten. Danach weiter nach Chiang Rai, wo wir für eine Nacht das Backpackerleben links liegen ließen, um in einem schnuckeligen Bubblehotel mit Badewanne auf der eigenen Terasse, Wein und Sonnenuntergang im Hintergrund das Leben genossen. Natürlich besuchten wir dort den riesig großen, weißen Buddha „Goddess of Mercy“ auf dem Berg und fuhren auch zum „weißen Tempel“, den man ja unbedingt gesehen haben muss. Wir waren nach Besichtigung von so vielen Tempeln in den letzten Monaten recht unbeeindruckt von diesem Kunstwerk. Weiter nach Wiang Pa Pao, irgendwo ins nirgendwo zum Doi Inthanon Nationalpark mit dem höchsten Berg Thailands, danach nach Li zum Mae Ping und wieder zurück nach Chiang Mai. Diese Tage mit so wenig Gepäck haben einem mal wieder gezeigt, dass man wirklich nicht so viel zum Leben braucht. Wir machen uns immer wieder zu viele Gedanken, was man anzieht, ob man schick genug ausschaut. Ja, wir mussten auch ein paar neue Klamotten kaufen, da wir das Wetter unterschätzt hatten und dann auch noch bis auf die Knochen nass geworden sind, sodass wir auch einmal einen Tag im Bett verbracht hatten, damit die Klamotten wieder trocken werden konnten. Aber die Natur hat uns mehr als entschädigt. Es war so wunderschön, dass wir auch tatsächlich den Süden strichen. Eigentlich wollte Tine unbedingt noch in den Süden auf eine Insel, ein wenig Seele baumeln lassen am Strand und ein bisschen schnorcheln gehn. Uns hat es hier jedoch so gut gefallen, dass wir nicht nur geplante acht Tage auf dem Roller unterwegs waren, sondern 12 Tage. Eine unbeschreiblich tolle, meist wilde Natur und die Freiheit, auf dem Roller hinzufahren, wohin man möchte und mit dem Handy von überall aus kurzerhand eine Unterkunft für die kommende Nacht buchen. Ein Gefühl unbeschreiblicher Freiheit. Auch die Menschen, bei denen wir übernachteten oder uns auf unserem Weg begegneten waren so herzlich und nett, meist verständigte man sich mit Googletranslator und Händen und Füßen. Mit der ein oder anderen Frau hätte Tine sich sehr gerne ausführlicher unterhalten. Aber auch Google zaubert manchmal nur ein tiefes Fragezeichen ins Gesicht des Gegenübers. Wir fanden zum Beispiel durch Zufall eine alte Seidenweberei. Erstaunlich, welch tolle Seidenware hier an uralten Holzwebstühlen erschaffen werden. Eine Betonhalle, in der zwölf Webstühle eng beieinander stehen, nur schummeriges Licht, und Tine daneben. Sich nicht richtig verständigen zu können, wenn man so viele Fragen hätte, man die Frauen aber auch nicht von der Arbeit abhalten möchte. In der Unterkunft am Doi Inthanon hatten wir eine tolle Unterkunft, auch da konnten wir leider nicht mit den Inhabern richtig kommunizieren. Die Familie bestand bestimmt aus 10 Erwachsenen. Alle gingen schon frühs vermutlich aufs Feld und kamen abends wieder, um zusammen zu kochen und essen. Alle wohnten unter einem kleinen Dach, WC und Dusche im Häuschen daneben. Ob diese Menschen ein anderes Leben kennen oder sich wünschen würden? Sie waren immer freundlich, sahen jedenfalls zufrieden und glücklich aus.

Und doch genießt man den Luxus am Ende dieser Tour, eine Waschmaschine benutzen zu können und seine Wäsche nicht im Fluss mit Hand waschen zu müssen. Eine ausgiebige heiße Dusche nehmen zu können und seine Haare nicht mit kaltem Wasser waschen zu müssen. Dinge, auf die wir beide nicht mehr verzichten möchten und in unserem alltäglichen Leben normal waren/sind/sein werden. Zurück in Chiang Mai schlenderten wir noch ein paar Tage gemütlich in anderen Ecken herum als zuvor, bevor es wieder mit dem Bus zurück nach Bangkok ging. Denn da trafen wir Mira und Seb, Freunde von uns. An diesem Abend gingen wir mit einer Überdosis Zucker ins Bett, denn Mira hatte den Auftrag, Lebkuchen mitzubringen. Etwas, das Tine in der Weihnachtszeit am meisten vermisste. Mit den beiden verbrachten wir noch zwei ganz wundervolle Tage, mit eins, zwei, drei Bierchen in dieser Millionenmetropole, bevor die Reise weiter ging.

Bevor uns der Flieger jedoch abholte, hatten wir noch eine Mission. Wir wurden ja pitschnass als wir mit dem Roller unterwegs waren. Das Gesehene entschädigte zwar, aber änderte nichts an unseren Muffelschuhen. An diesem Tag sahen wir freilaufende, riesige Pfauen auf einer Obstplantage außerhalb einer winzigen Ortschaft auf dem Weg in unsere Unterkunft. Eigentlich wollten wir zum ausgeschilderten Wasserfall, den wir nicht fanden, dafür eben Pfauen. Einer wurde so sehr von uns aufgeschreckt, sodass er hinauf auf einen Baum flog. Das war krass, es wurde kurz mal dunkel als er über uns hinauf flog. So ein wunderschönes Tier. Aber die restliche Zeit von einer Stunde in strömendem Regen auf dem Roller wurde für Tines Füße und Flos Finger zur Tortur. Flo konnte im Hotel noch nicht mal mehr selbst seine Hemdsknöpfe öffnen, so erfroren waren sie. Am nächsten Tag waren die Klamotten und Schuhe zum Glück wieder trocken, aber Tines Schuhe müffelten. Also kauften wir Alkoholspray fürs Schuhinnere und Raumspray für die Schuhe außen. Alles klar, der Plan ging auf, sie rochen nicht mehr so stark. An diesem Tag fuhren wir in den Mae Ping Nationalpark. Zuerst fuhren wir ein bisschen durch den Wald und suchten Vögel zum Fotografieren als es dann wieder leicht zu regnen anfing. Aber diesmal waren wir vorbereitet, wir hatten morgens Regencapes gekauft, sodass wir uns nicht abhalten ließen, den Wasserfall zu besuchen. Der sah wirklich beeindruckend türkis aus. In strömendem Regen und mit Plastiktüten über unseren Schuhen fuhren wir zurück ins Hotel. Tines Tüten hielten leider nicht soviel Wasser ab als Flos und somit hatte sie wieder quakende Schuhe, ahhhhh. Diesmal bekamen wir den nach-nassem-Hund-und-verdorbenem-Fisch-Geruch nicht mehr raus. Somit mussten neue Schuhe her. In Bangkok machten wir uns auf den Weg zu einem Brooks- Flagshipstore. Nach 45 Minuten Taxifahrt Ernüchterung. Wiedereröffnung im März. Also Taxi zum nächsten Brooksgeschäft: zu. Hinterlegte Telefonnummer an der Eingangstüre, keiner geht ran. Toll. Unsere Laune am Tiefpunkt. Aber ums Eck war ein riesengroßer Straßenmarkt aufgebaut. Wir tingelten durch die verschiedenen Straßenthemen: da gab es eine mit Gartenzubehör, Dünger, Saatgut und Pflänzchen; eine mit Obst und Gemüse; eine andere mit „Haustieren“, kleine Igel, Hasen, Ziegen, Fische, Hundebabys und allerlei Zubehör; eine weitere mit allerlei Essen, welches uns fast aufgezwängt wurde zu probieren, denn weit und breit keine Touristen zu sehen. Weiter hinten waren dann Zelte, in denen die Studierenden ihre Forschungsarbeiten präsentierten, nachhaltige Toilette, Eis aus Blumen, neue Reiskulturen und ihr Geschmack, Projekte mit der NASA. Nachdem wir eine Dame hinter einem Stand fragten, ob sie für uns mit der Ladenbesitzerin telefonieren könnte, da sie wohl kein englisch versteht, nachdem wir sie tatsächlich doch noch erreicht hatten, liefen wir im affenzahn zurück zum Laden. Und als stolze Besitzer neuer schwarzer Brooksschuhe, nun im Zwillingslook, verließen wir das kleinste Schuhgeschäft, das wir je besucht hatten.

Mira und Seb brachten uns zum Bus, der uns zum Flughafen brachte und so verließen wir Thailand im Partnerschuhlook. So wie wir zuvor die anderen Pärchen belächelten, die im Partnerlook unterwegs sind, sind wir nun auch eins von denen.


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Antworten (2)

Angelavor mehr als 2 Jahren
Hallo ihr Zwei, wo in aller Welt seid ihr denn nun??? :)

Florianvon einmal_drumrumvor mehr als 2 Jahren
Hallöchen zurück… Tasmanien ist die Antwort🥳🥳

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