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3. Tag: von Vero-O-Mar nach Fao (Ofir)

Veröffentlicht: 31.08.2020

Nach einer mäßigen Nacht ging es recht früh aus den Federn. 

Das deutsche Pärchen wollte wohl als Erstes auf dem Weg sein und so machten Beide ab 6 Uhr morgens Krach in unserem Gemeinschaftsraum. Während ER zumindest flüsterte und nur das Nötigste sagte, quakte seine Frau in voller Lautstärke und kommentierte jeden ihrer (und seiner) Schritte beim Anziehen/Packen. Nach einer halben Stunde waren Beide soweit, dass sie losziehen konnten.

Endlich konnte ich aus dem 1. Stock klettern und auf die Toilette...dachte ich zumindest! Denn der Portugiese war schneller und wollte nun erstmal duschen. Nach ihm dann ein weiterer Portugiese. 

Als die Beiden sich später aufgemacht hatten, war ich schon wieder eingedöst.

Gegen 8 Uhr stand ich dann auch auf und machte mich nach einer Dusche ans Packen. Die ältere Brasilianerin im Abteil unter mir schlief derweil noch gemütlich. 

Ich merkte hier mal wieder zwei Sachen.  Erstens: ich hasse es, mich andauernd an unterschiedliche Betten  gewöhnen zu müssen und Zweitens: Ich brauche Platz! Ich möchte mich ausbreiten können UND ich möchte meine Ruhe! 

Ok, daran werde ich in diesem Urlaub wohl noch arbeiten müssen.

Aber erstmal gibts als Nächstes  als Belohnung für diese Nacht eine Übernachtung im 4 Sterne Hotel.

In Fao Axis Ofir Beach Resort Hotel checke ich über Booking.com schon mal für 59,- Euro ein und freue mich auf Platz/Ruhe und den Pool.

20 Kilometer wird der heutige Trip dauern. 

Was ich noch nicht weiß: ich werde es fast in einem Rutsch durchlaufen, da auf ca 5 km Länge entlang des Strandes ein Golfplatz liegt, an dem auf der östlichen Seite der Wanderpfad-Steg entlang führt.

Es gibt keinen Schatten und keine Geschäfte. Ich hatte mir (Intuition) eine Packung Vollkornkekse, Obst und Wasser im ersten und letzten Laden vor dieser langen Strecke gekauft.

Bei einer kleinen Verschnaufpause finde ich einen schönen runden Stein, den ich als Erinnerung mitnehme.

Während ich ihn im Rucksack verstaue, sagt mein innerer Schweinehund : Ja, genau...Pack noch mehr Steine rein. Der Rucksack wiegt ja auch nichts...😄

Der Steg wird zum Sandweg und ich bin froh, dass ich über das Handy navigieren kann. Das mache ich immer nebenbei, was natürlich auch am Akku zerrt.

Auf dem Weg finde ich eine Sohle von einem Schuh. Ich hoffe, Derjenige der sie verloren hat, hatte noch ein zweites Paar dabei!😄🙈

Apropos Schuhe: ich hatte mir Wochen vor der Reise richtig gute Marken-Wanderschuhe bestellt und diese auch eingelaufen. Allerdings hatte ich plötzlich eine Blase. Deshalb hatte ich sie zu Hause gelassen und auf die günstigere Variante gesetzt, die ich eigentlich als Zweitschuhe eingeplant hatte. Stattdessen hatte ich mir nun zusätzlich noch Sandalen Und Flip-Flops eingepackt. Die Flip-Flops nutze ich fürs Duschen und den Strand. 

Zu Beginn hatte ich zwei Hamburgerinnen überholt, die schon öfter den Camino gelaufen waren. Wir kamen kurz ins Gespräch.

Da sie aber mitten in der Wildnis plötzlich auf die Toilette gehen mussten, ging ich alleine weiter. Für Frauen ist das sicherlich nicht so schön, mit dem ganzen Gerödel....

Auf dem Weg kam mir ein alter Portugiese entgegen und ich grüßte wie gewohnt mit „Bom Dio“. Er hielt an und fragte in schlechtem Englisch, woher ich käme. 

Er riet mir, bloss nicht gerade aus zu laufen, sondern vor dem Campingplatz nach rechts abzubiegen. Ansonsten sei ich ‚lost‘!

Mit einem „Bom Camino“ verabschiedet er sich.

Etwas verwirrt und mich fragend, was er damit meinte, gehe ich weiter und denke mir, dass er vermutlich Verwandte hat, die rechts vom Weg einen Laden haben. 

Dass er den langen Steg durch die Pampa meinte, merke ich erst später.

Im nächsten Ort bin ich froh, erstmal richtig sitzen zu können und bestelle mir zu Mittag einen Hamburger und eine kalte Cola.

Ich muss leider schon wieder feststellen, dass die Qualität des Essens nicht dem eines deutschen Restaurants gerecht wird. 

Das Fleisch des Hamburgers ist durch, aber wohl eher gedünstet als gebraten. 

Das hätte jeder Koch in Deutschland wieder zurückbekommen. Aber...ich will nicht meckern und esse. Schließlich hab ich auch Hunger.

Aber dasselbe Problem gab es bereits am Vorabend, als ich den Rand des Steaks abschneiden musste, weil er hart wie ein Fahrradschlauch war. 

Ich bin mir auch nicht sicher, ob es am Schluck Wasser, den ich am Wegesrand aus einer dafür vorgesehenen Einrichtung am Strand(stehen dort öfter) oder am Steak lag, aber mein Magen rumort und ich nehme zur Sicherheit eine Kohletablette. 

Obwohl ich eigenes Toilettenpapier dabei habe (das wurde mir angeraten und ich muss sagen: zurecht), möchte ich nicht in die Verlegenheit kommen und es in der Wildnis ausprobieren zu müssen. Und heute wäre DIE Gelegenheit dafür gewesen.

Bereits nach 5 Stunden habe ich die 20 km geschafft und bin verwundert über mich selbst: durchgelaufen und keine Blasen, kein Muskelkater. 

Ich hoffe, dass es nicht noch kommt, aber eigentlich ist der 3.Tag der Schlimmste, sagt man.

Ich checke im Hotel ein, breite mich aus und lege mich an den Strand, der vor der Tür ist. 

Danach gehts in den Pool. Der Spa-Bereich ist wegen Corona leider geschlossen. Schade! 

Die heutige Bilanz: 25280 Schritte und 1521 Kalorien verbrannt. 


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