3. Tag: von Vero-O-Mar nach Fao (Ofir)
Nach einer mäßigen Nacht ging es recht früh aus den Federn. Das deutsche Pärchen wollte wohl als Erstes auf dem Weg sein und so machten Beide ab 6 Uhr morgens Krach in unserem...


Veröffentlicht: 01.09.2020

























Wieder schlief ich nicht besonders gut, was am Vollmond oder auch daran liegen könnte, dass mein Kreislauf nun auf vollen Touren läuft. Ich brauche einfach nicht viel Schlaf.
Um 9:30 Uhr startete ich und musste erstmal den Rio Cávado überqueren.
Es waren wieder einmal keine Wolken am Himmel und die 22 Grad fühlten sich wärmer an.
Es ging zunächst wieder am Strand entlang, jedoch lief ich doch auch längere Zeit an einer vielbefahrenen Hauptstraße entlang, von wo aus das Meer nicht zu sehen war.
Als ich in einem kleinen Ort an einer Kapelle ankam, um mir einen Stempel für den Pilgerpass (wird in Santiago benötigt, um die Urkunde zu erhalten) zu holen.
Doch die Schönheit im Innern ergriff mich plötzlich und mir schossen Tränen in die Augen. Man sagt, dass das allen Pilgern so mindestens einmal auf der Reise passiert und ich schäme mich meiner Tränen auch nicht. Es war wahrscheinlich eine Art Reizüberflutung mit dem Erlebten der letzten Tage.
Als es weiterging, bemerkte ich, dass ich mein Wasser stehengelassen hatte. Ich hatte aber zumindest noch eine kleine Flasche im Rucksack.
Da es keine Möglichkeit gab, irgendwo einzukaufen, versuchte ich es einzuteilen.
Es ging nun in ein Waldgebiet und es war eine klare Steigung (es waren insgesamt 140 m Höhenunterschied) Zu bewältigen.
Der Weg war des Öfteren von Steinbrocken versperrt, über die man klettern musste.
Eine Steinbrüche war eingestürzt und auch hier musste man klettern, um über den Fluss zu kommen.
Als ich an eine Kapelle kam, füllte ich meine Flasche mit Wasser aus einer Quelle, musste aber feststellen, dass sich Chlor darin befand.
Ich traf auf Anna, eine Alleinreisende aus London, gebürtige Polin.
Da auch sie froh war, etwas sozialen Kontakt zu haben, liefen wir die letzten 2,5 Stunden zusammen und unterhielten uns.
Da sie aber erfahrene Läuferin war, legte sie ein ordentliches Tempo vor. Ich traute mich gar nicht, nach einer Pause zu fragen, was mir als Schwäche ausgelegt worden wäre.
Als wir in endlich in Viana do Castelo ankamen, tat mir alles weh. Alleine dieser Trip hatte 33 km und acht Stunden gedauert.
Doch das reichte noch nicht. Als ich später einkaufen musste, wurde ich wieder genötigt, zwei Kilometer zu laufen. Bei Lidl konnte ich Ohne Probleme mit meiner EC Karte bezahlen und Geld abheben.
Da ich mit Anna abgemacht hatte, dass wir Fisch essen gehen wollten, musste ich abends nochmal drei Kilometer in die Stadt laufen.
Am Ende des Tages war ich platt und froh in meinem Bett im Zimmer im Parque Hotel (36,- Euro) zu liegen.