13. Tag: Porto
Die Nacht war überraschend ok gewesen. Ich kam zwar schwer in den Schlaf, obwohl ich mir ein paar Gute-Nacht-Bierchen gegönnt hatte (Happy Hour im Hostel:!2,- € für gezapftes...


Veröffentlicht: 10.09.2020
Am letzten Tag räumte ich um 12 Uhr mein Bett und ging nochmal ohne Gepäck (blieb im Hostel) zum Essen in die Stadt.
Von der Station Trindade fahren auch regelmäßig Bahnen zum Flughafen (30 min ; 2,20 €).
Um 17:15 Uhr ging mein Flug und ich landete knapp drei Stunden später in Bremen, wo mich ein Freund abholte. Endlich wieder zu Hause!
FAZIT: ich bin ca. 300 km in diesem Urlaub gelaufen. Anders als ursprünglich geplant, aber so ist nun mal gelaufen. Corona sei dank.
Es war ein Urlaub, der mal nicht komplett durchgeplant war und von mir viel Spontanität ‚einforderte‘, denn ich mag es eigentlich lieber durchdacht.
Die religiöse Komponente kam vielleicht etwas kurz, aber was nicht ist, kann man nicht erzwingen. Vielleicht war es dieser eine Moment in der Kapelle in ... in der ich den Tränen freien Lauf ließ...
Ich habe trotzdem ein Stück weit zu mir finden können. Besonders die erste Woche an der Küste hat mir unheimlich gut getan und sehr viel an Negativität von mir genommen. Ich merkte, wie ich aufblühe und meine Seele etwas zur Ruhe kommt, auch wenn das vielleicht pathetisch klingen mag. Die Schönheit der Natur hat mich oft sprachlos und glücklich gemacht. Glücklich, weil ich in diesem Moment an diesem Ort sein durfte.
Oft war ich am Strand müde und kaputt, musste dann aber nur nach links zum Meer und dem Strand schauen und es huschte ein Lächeln über meine Lippen.
Die härteste Etappe war sicherlich die 45 km-Tortur von Valença nach Ponte de Lima.
Niemals zuvor hab ich mich körperlich so verausgabt, war aber mental so klar und fokussiert, dass ich es einfach durchgezogen habe.
Das macht mich immer noch Stolz und ich nehme das sicherlich mit für die Zukunft.
Wozu habe ich die Steine mitgeschleppt? Sie haben soviel Sonne, Strand und Meer abbekommen, dass sie einfach nur positive Energie geladen haben können. Immer, wenn es mir mal schlecht geht, werde ich diesen Stein in die Hand nehmen und die Negativität abgeben, versuchen positive Energy aufzunehmen.
Bei einem weiteren Camino werde ich den Stein mitnehmen und ihn auf dem Weg lassen.
Eine Freundin sagte mir vor der Reise, dass ich mich ganz schön aus meiner Wohlfühlzone begeben habe. Das trifft es gut!
Diesen Schritt brauchte ich aber auch, um mich ein bisschen weiterzuentwickeln. Klar, es wäre auf dem Sofa bequemer gewesen, aber ich möchte diese ganzen Eindrücke nicht missen.
Von vielen Bekannten wurde ich während der Reise angeschrieben, dass sie toll finden, dass ich es mache und dass sie es auch mal machen wollen. MACHT ES!
Ich hoffe, dass ich euch ein paar Eindrücke vermitteln konnte und es interessant war. Für Fragen stehe ich immer offen.
Wem mein Schreibstil gefallen hat, dem sei gesagt, dass es von mir ein Buch (Hangover in Ostfriesland) gibt, dass sich zwar nicht mit diesem Thema befasst, aber in diesem Schreibstil geschrieben wurde! 😉
Ich hoffe, dass es auch hier bald Neuigkeiten gibt.
Aber das nur am Rande.
Macht‘s gut! André