11. Tag: Barcelos nach Fátima
Wieder startete ich früh (8:30 Uhr) nach dem Frühstück, um der Sonne zu entgehen. Es waren 5 km von der Unterkunft in die Innenstadt, die ich wegen der Steigungen in 1,5 Std...


Veröffentlicht: 09.09.2020




















Warum bin ich nach Fátima gefahren? Ich kann nicht behaupten, dass ich es aus religiöser Überzeugung getan habe. Das würde man Jemandem, der aus der Kirche ausgetreten ist wohl auch nicht abnehmen. Obwohl das nicht heißen soll, dass ich nicht glaube. Aber das würde hier zu tief greifen.
Ich tat es eher, um solch einen geschichtsträchtigen, religiösen Ort (neben Jerusalem einer der wichtigsten christlichen Wallfahrtsorte)selbst zu erleben. Gerade, wenn man in der ‚Nähe‘ ist.
Ich wollte spüren, ob ich die Energie fühle, die hier herrschen soll.
Das tat ich leider nicht🤷🏼♂️ Aber wenn Andere das hier empfinden ist es ja ok.
Wer mit dem Begriff Fátima nichts anfangen kann:
Am 13. Mai 1917 erschien die Heilige Mutter drei Hirtenkindern, die auf einem Feld spielten.
Danach erschien sie den Dreien bis Oktober an jedem 13. des Monats und gab ihnen drei Botschaften, wobei nur Lucia ihre Stimme hören konnte. Diese Botschaften wurden erst viele Jahre später komplett durch den Vatikan veröffentlicht. Es soll sich um die Voraussagung eines 2. Weltkrieges, der Bekehrung des kommunistischen Russlands und das Attentat auf Papst Johannes Paul II. handeln.
Sie versprach, drei Monate später, am 13.10.1917 allen zu erscheinen, woraufhin sich 70.000 Menschen an diesem Tag auf das Feld begaben.
Bei strömendem Regen wurden sie Zeuge des sog. ‚Sonnenwunders‘.
Die Sonne kam wie eine silbrige Scheibe durch die Wolkendecke und begann zu kreisen, was die Menschen in Ehrfurcht versetzte.
Im Anschluss an den Besuch in Fátima fuhr ich wieder mit dem Bus nach Porto, um dort die letzten beiden Tage zu verbringen.
Im dortigen Hostel, das zentral liegt (24,-€ für 2 Übernachtungen) gehe ich allerdings nochmal back to basics und werde in einem 8 Bett-Zimmer schlafen. Ich weiß, dass ich nicht unbedingt der Typ dafür bin, aber ich möchte hier nochmal unter Leute kommen und das Feeling zum Ende der Reise mitnehmen.
Von den Betten sind nur 6 besetzt, so dass es gehen wird. Ich habe Ohrstöpsel dabei und es gibt eine Klimaanlage.
Nachdem ich ich in der Innenstadt essen war, unterhalte ich mich mit zwei brasilianischen Zimmerkollegen über meine Reise auf dem Caminho und trinke mit Thomas, einem polnischen Rechtsanwalt zwei Bierchen draußen im Biergarten des Hostels. Hier muss ich mal wieder mein Englisch bemühen, komme aber gut klar.
Das ist eine Sache, die mir auf der Reise doch oft fehlte: sozialer Kontakt.