52 weeks
vakantio.de/einisch-randam
25.2. Eric öffnet seinen Kleiderschrank für uns und versorgt uns mit Kostümen. Ich darf die Paillettenjacke (ein Geschenk an seine Exfrau) tragen und ernte während den kommenden Tagen viele Komplimente für das Kleidungsstück. Neu gekleidet sind wir bestens gerüstet um mit den Locals und den Festivitäten zu verschmelzen. Danach fahren wir in die Innenstadt von New Orleans. Wir spazieren durchs French Quarter und haben in Eric als „Born and raised in New Orleans“ einen Top-Touristenführer. Er erklärt uns ausführlich Geschichtliches der Stadt. Zu Mittag essen wir Seafood im Station 6, ein herausragendes Restaurant für die hiesigen Spezialitäten. Danach geht es an unsere erste Strassenparade, die Hermes Parade. Bis zum „fetten Dienstag“ gibt es täglich mehrere Strassenparaden. Manche sind gross und ausladend, wie Hermes oder Orpheus. Andere sind klein und die Wagen werden von Hand gezogen oder getragen (Red Beans Parade). Bei den grossen Paraden steckt viel Geld drin: man muss richtig vermögend sein, um sich einen Platz auf einem der grossen Strassenschiffe zu sichern und das Publikum mit Geschenken, meist in Form von Beads (Perlenketten) zu bewerfen. Momentan bestehen die meisten Goodies aus Plastik, was eine Sintflut an Müll verursacht: nach einer Parade ist der Boden voll von Perlenketten, Schwertern, Leuchtdiademen und vielem mehr!
Dagegen sind die Geschenke an den kleinen Paraden oft kreativ, klein und handgemacht. Nebst den bunt geschmückten Wagen hat es viele Marching Bands von Universitäten und High Schools die sich profilieren. Meist besteht die Marching Band nicht nur aus Musikern, sondern hat zusätzlich Cheerleader, die vorab gehen oder Tänzerinnen. Aber auch die MusikerInnen selbst trumpfen mit Tanzeinlagen auf. Es ist ein gewaltiges Schauspiel, laut, bunt und man kann sich nur schwer dem Zauber dieser so anderen Welt entziehen – eintauchen ist angesagt! 


26.2. Eric besucht heute Abend einen grossen Ball im Dome zusammen mit einer Freundin. Wir fahren ihn ins Stadion und dürfen danach sein Auto nutzen um selbständig den Tag zu gestalten. Wir besuchen den Stadtpark mit den riesigen Live Oak Bäumen und degustieren Beignets im Café. (Beignets ist eine Art Fasnachtsküchlein mit einer Tonne Puderzucker drauf – lecker!) Danach suchen wir uns am Strassenrand ein gutes Fleckchen um die Endymion Parade, eine der grössten Paraden zu sehen. Es ist dicht gedrängt, doch wir schaffen es bis in die vorderste Reihe. Neben uns sind Metalheads aus Houston. Der Drummer von Superjoint und ein Typ der die Stars in der Limousine umherfährt und ihnen „Dinge“ besorgt die man als Rockstar so konsumiert… ;)Beim Sammeln von Glitzer, Bling Bling und Spielzeug, stehen die Metalheads und ihre Freundinnen den Kindern in nichts nach und füllen ihre mitgebrachten Taschen und Säcke. Ich fange heute ausnahmsweise kein Plastik: T-Shirts und Unterwäsche werden auch geworfen und erfolgreich gefangen – Souvenirs, die es in die Schweiz schaffen werden.


27.2. Um 11:00 Uhr holen wir Eric beim Hotel ab. Obwohl 66 Jahre jung, hat der Gute sich tatsächlich „abgeschossen“ gestern Abend! Fast hätte er seine Lieblingsbands Maroon 5 verpasst, weil er zu viel getrunken hat… Wir fahren also erst einmal nach Hause, damit er sich ausruhen kann. Am späteren Nachmittag rafft sich Eric auf und wir fahren gemeinsam zur Bacchus Parade. Nebst dem üblichen Plastik fängt Roman Flipflops, zwei Portionen Kidney Beans und eine Portion geröstete Kaffeebohnen. Eric fängt ein paar Socken. Sogar Bananen kamen geflogen!? Nach etwa der Hälfte der Parade ist jedoch genug. Eric muss sich erholen von seiner wilden Nacht und wir gehen alleine in einem nahegelegenen Thairestaurant essen und lassen den Abend ruhig ausklingen.


28.2. Heute geht es nochmals auf den Markt mit viel Kunsthandwerk. Wir finden ein schönes Souvenir für zuhause. Im French Quarter besuchen wir spontan ein Jazzkonzert. Rein zufällig erfahren wir von der Red Beans Parade und folgen dieser über mehrere Quartiere hinweg. Alle Kostüme sind mit Bohnen verziert, es ist familiär, kreativ und gefällt uns richtig gut! Danach besuchen wir Laury und Greg, ein befreundetes Ehepaar von Eric. Sie sind genauso Festhütten wie er und lagern im Estrich ihres Hauses unzählige Mardi Gras-Kostüme! Wir dürfen uns welche auswählen für den morgigen Tag und verabreden uns zum Frühstück bei ihnen. Danach gehen wir mit Eric nochmals ins Thairestaurant, da es erstens gut ist, zweitens nicht weit und drittens offen hat.


1.3.Mardi GrasHeute ist der grosse Tag dem alle New Orleaner ein Jahr lang entgegenfiebern! Wir kleiden uns ein, gehen zu Greg und Laury Mimosas (Sekt mit Orangensaft) trinken und Quiches essen. Laury hat Geburtstag und wir singen ihr ein Ständchen. Danach suchen wir einen Parkplatz nahe des French Quarters und schauen bei einer Bekannten von Eric vorbei wo wir gleich nochmals Buffet und Getränke kriegen. Mit der ganzen Truppe (viele haben das Thema „Space“ als Kostüm gewählt) schliessen wir uns einer Parade an die vom Aussenquartier ins French Quarter zieht. Dabei verlieren wir uns kurz aus den Augen. Zum Glück ist der diesjährige Mardi Gras covidbedingt nicht ganz so eng wie sonst und wir finden uns wieder. Im Zentrum angekommen tanzen wir auf der Strasse und geniessen die ausgelassene Stimmung. Da Eric viele Leute kennt werden wir noch zwei weitere Male in Wohnungen mit Buffets und Getränken eingeladen. Keine Ahnung wie wohlhabend man sein muss um im French Quarter eine Wohnung zu besitzen… Gemäss der Inneneinrichtungen wohl ziemlich!Die dritte kleine Wohnung die wir besuchen ist die Homebase einer Tanzgruppe die auch gleich loslegt und zu gewissen Songs Choreographien einstudiert hat. Es ist toll dabei zuzusehen! Wir treffen Greg und Laury und werden zu Sekt ins vollbepackte Hotel Monteleone zu Champagner eingeladen. Nach weiteren Runden im Quarter und etlichen Tanzeinlagen landen wir gegen Abend in der Frenchmanstreet wo wir uns verpflegen und danach noch an ein Konzert im „Spotted Cat“ gehen. Mir ist es aber einiges zu laut und ich sitze vor dem Lokal und rede mit den Leuten. Danach geht es mit dem Auto zurück zu Eric, was für ein verrückter und erlebnisreicher Tag!
Kommentare

Reiseberichte, die Dich auch interessieren könnten: