52 weeks
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27.3. Beim Zmorge und Kaffee warten wir auf den nächsten Shuttle nach Bocas. Dieser hat jetzt definitiv 40 Minutn Verspätung, doch alles halb so schlimm. Die 4 Stunden bis nach Almirante wo wir das Wassertaxi besteigen vergehen inkl. Pipipause relativ zügig. Nach der Ankunft auf Colon, der Haptinsel melden wir uns beim Tauchshop um die morgigen Tauchgänge zu bestätigen. Danach gehen wir die knapp 20 Minuten zu Fuss zu unserem Hostal am anderen Ende der Stadt. Der Besitzer will uns noch eine extra Nacht abknöpfen, doch er ist selber Schuld wenn er unsere Umbuchung auf Booking.com nicht gesehen hat. Colon ist karibisch angehaucht und entlockt uns ein Lächeln während wir beim Bier und Znacht auf die morgigen Tage anstossen.28.3. Heute startet mein PADI Advanced Kurs! Es geht los mit Gasflaschen schleppen und das ganze Equipment einmal wieder selbständig zusammensetzen. Das tut gut, wird diese Tätigkeit einem oftmals von den Divecentern abgenommen und so geht wichtiges Wissen verloren. Selber machen ist das Beste! Danach geht es an den ersten Tauchgang: Unterwassernavigation. Marie, eine junge Frau aus Frankreich, macht gemeinsam mit mir das Zertifikat. Einmal am Grund angekommen müssen wir mit dem Kompass eine möglichst genaue Linie schwimmen (Flossenschläge zählen) und danach noch ein Quadrat schwimmen. Das Ganze macht mir richtig Spass. Der 2. Tauchgang ist Fischidentifikation. Wir bekommen eine Karte mit heimischen Fischen und einen Schreibblock. Mit Bleistift müssen wir notieren welche Fische wir sehen und die ungefähre Menge davon. Habe noch nie unter Wasser geschrieben… auch das ist eine schöne Aufgabe. Nachmittags gehen wir nach Hause und ruhen uns etwas aus. Abends geht es dann nämlich auf zum 3. Tauchgang: Nachttauchen. Das gefällt mir irrsinnig gut! Die Welt unter Wasser im Schein einer Taschenlampe ist nochmals eine ganz andere. Manche Fische sind am „schlafen“ und „liegen“ rum ;) andere, die man bei Tage kaum sieht, sind dafür in ihrer aktivsten Phase. Wir tauchen sogar noch unter einem gesunkenen Katamaran durch – sehr aufregend! Alles in allem empfinde ich das Tauchen bei Nacht fast noch meditativer als bei Tage, es ist einfach speziell schön. Roman wartet am Quai auf mich. Voller Freude erzähle ich ihm von meinen Erlebnissen. Glücklich, aufgedreht und müde zugleich falle ich ins Bett.29.3. Heute morgen geht es an den 4. Tauchgang: Deep dive – das bedeutet tiefer als 30 Meter tauchen. Hier kommt auch Roman mit. Tiefes Tauchen ist per se nicht schwieriger als „normal tiefes Tauchen“. Jedoch muss man sich bewusst sein, dass man einen Tiefenrausch erleben kann: also dass es einem schwindelig wird oder man sich mutiger fühlt als man sollte – vergleichbar mit einem Alkoholrausch! Und da wird einen natürlich klar, dass das sehr gefährlich werden könnte. Ivan unser Tauchlehrer zeigt uns, einmal am Grunde angekommen, wie die Druckverhältnisse in dieser Tiefe anders sind. Das macht er anhand eines Hühnereis. Einmal aufgeschlagen, bleibt das Eiweiss als kompakte Masse um das Eigelb herum und man kann damit „spielen“ wie mit einem Ball. Auch wenn es zu Boden sinkt, bleibt das Ei in sich stabil, es fasziniert dies zu sehen. Danach müssen Marie und ich noch schriftliche Aufgaben lösen in der Tiefe: rechnen und Fragen beantworten, Dinge welche uns, wären wir in einem Tiefenrausch, nicht gelingen würden. Nach dem auch dies erfolgreich abgeschlossen ist geht es noch an den letzten Tauchgang: Wrack tauchen. Dabei besuchen wir noch einmal den gesunkenen Katamaran. Es hat viele grosse Fischschulen und ist wunderbar überwuchert mit Korallen. Wir schwimmen durch die Fensteröffnungen, immer darauf bedacht nichts zu berühren. So schliesst sich der physische Teil meines Advanced Kurses ab. Nachmittags lese ich noch das letzte Kapitel und beantworte die Fragebögen. Fertig! Abends treffen wir uns mit Marie, ein paar der Tauchmasteranwärtern und Freunden von Marie in der Brauerei und stossen auf den Kurs an. Ich freue mich, nun auch tiefer tauchen zu dürfen und durch den Kurs mehr Einblicke in verschiedene Tauch-Spezialisierungen erhalten zu haben. 30.3. Etwas Bewegung tut gut und wir beschliessen die Insel Colon mit dem Fahrrad und zu Fuss zu erkunden. Wir mieten uns im Hostal zwei Fahrräder und radeln durch den Dschungel über die Insel zur anderen Seite wo es einen schönen Surfstrand geben soll. Die Fahrt ist wunderbar abenteuerlich und wir sehen das Leben der Landbevölkerung aus nächster Nähe. Der Strand selber ist schö naaber nichts Aussergewöhnliches. Nach einem Agua de Pina machen wir uns auf den Rückweg, wobei mein rechtes Pedal bricht und ich die restlichen rund 17km auf der blanken Tretstange zurücklegen muss. Wir merken zu spät dass wir uns einschmieren sollen und fangen beide meinen ziemlichen Sonnenbrand ein. An der einzigen Kreuzung biegen wir rechts zum Playa Bluff ab und gönnen uns ein Mittagessen direkt am Strand im Sand. Playa Bluff ist ein absoluter Straumstrand wie man hin sich wünscht. Keine Hotels nur Palmen und Sonne. Der Kellner empfiehlt uns am Ende des Trands zu einer Badebucht zu wandern, was wir dann auch tun. Die Abkühlung tut gut und erfrischt uns für die knapp 8km Rückfahrt. Zurück im Hostal kaufen wir uns reines Aloe Vera Gel und packen unsere Schultern und Beine so richtig voll um den Sonnenbrand zu lindern.
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