Gegen 10 Uhr umrunden wir final die Insel Island. Wir passieren Reykjavík und begeben uns Richtung Süden auf die Halbinsel Reykjanesskagi. Die Seltún Geothermal Area ist ein Teil eines großen Systems in der Region. Wieder blubbert und kocht es. Die verschiedenen chemischen Verbindungen sorgen für bunte Verfärbungen der Steine und des Bodens. Wir laufen eine Runde und nehmen dann den Abzweig zum Aussichtspunkt. Leider ist der Weg durch den Regen sehr aufgeweicht und es ist rutschig. Wir stellen oben fest, dass es keinen Rundweg gibt und wir wieder zurück müssen. Glücklicherweise finden wir einen anderen weniger rutschigen Weg. Der Ausblick ist schön mit dem grünen Berg, den themalen Flüssen und dem See im Hintergrund. Zurück am Camper gibt es Hot Dogs zum Mittag. Dann fahren wir 10 Minuten weiter zum Fagradalsfjall. Ein Tafelvulkan, welcher in den letzten Jahren vermehrt für Schlagzeilen gesorgt hat. Wir starten unsere Wanderung zu einem Lavafeld, welches zwischen 2021 und 2023 entstanden ist. Es ist aufregend, diese Gegend zu erkunden und wie die Kräfte hier gewirkt haben. Es wird gewarnt die Lavafelder zu betreten. In der Mitte dampft es noch und es kann Hohlräume geben. Das Gestein bricht schnell und weist einige Lücken auf. Wir bewegen uns nur einige Meter am Rand, zu ungewiss ist uns ein weiterer Vormarsch. Wir laufen entlang des Randes des Lavafeldes und wundern uns, über die verschiedenen Farben der erkalteten Lava. Man kann auch noch mehrere hundert Meter hoch laufen, zu verschiedenen Aussichtspunkten. Wir geben uns mit diesem Naturschauspiel zufrieden und fahren nach Grindavik. Die Stadt wurde Ende 2023 aufgrund starker seismischer Aktivitäten evakuiert. Immer wieder kam es zu mehreren Vulkanausbrüchen, die Lava trat ganz in der Nähe der Stadt aus. Bei der Fahrt durch die Stadt bemerken wir, dass viele Häuser und Geschäfte verlassen sind. Auch mehrere Erdabfälle durchziehen die Stadt. Es gibt eine Fotoserie zu den Ereignissen und es ist bedrückend zu sehen, wie sich das Leben der Menschen innerhalb weniger Augenblicke geändert hat.
Auf dem Weg zur Blauen Lagune, welche 5 Kilometer von der Stadt entfernt ist, befindet sich eine ganz neue Straße. Links und rechts befindet sich die Lava, welche Anfang dieses Jahres, seinen Weg am die Erdoberfläche gesucht hat.
Einige Teile der Infrastruktur sind zerstört.
Wir schauen uns noch kurz die berühmte blaue Lagune von außen an. Die Eintrittskarten kostet 100 € pro Person. Dies ist uns für 2 Stunden baden zu viel. Der Parkplatz ist voll und viele strömen zu den heißen Quellen. 700 000 Personen besuchen jährlich dieses Attraktion. 2019 soll sie einen Gewinn von 30 Millionen Euro erwirtschaftet haben.
Wir drehen eine kleine Runde und fahren zurück nach Grindavik. Der Campingplatz ist offen und wir wählen diesen aus. Ich unterhalte mich mit dem Mitarbeiter des Platzes und er erzählt, das von den 4000 Bewohnern der Stadt noch ca. 200 vor Ort leben und 1000 täglich zum Arbeiten in die Stadt kommen. Abends drehen wir noch eine kleine Runde und entdecken die 3 Häuser, welche von der Lava völlig zerstört wurden. Ringsrum stehen teilweise neue Häuser, welche verlassen wurden. Die Regierung hat den Bewohnern ihre Häuser abgelauft. Viele bauten sich an anderen Orten neue Häuser.
Es ist fast eine Geisterstadt und es beschäftigt mich sehr, wie schnell sich alles verändern kann
Auf einen Blick
Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Budget
100 € gesamt
Wetter
Regenzeit
Begleitung
Mit Freunden
Stimmung
AbenteuerlichAbseits der Pfade
Highlights
Seltún Geothermal Area
Fagradalsfjall und junges Lavafeld
Grindavík nach den Vulkanausbrüchen
Blaue Lagune von außen
Übernachtung auf dem Campingplatz in Grindavík
Ausrüstung
CamperWanderschuheRegenkleidung
Themen
NaturAbenteuerTransit
Kosten
Eintritt Blaue Lagune100 €
die_labis_on_tourFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (3)
Ramonavor etwa 1 Jahr
Hallo Anna, jetzt ist die tolle Islandreise vorbei und nach deinem Bericht zu urteilen, war es ein absolutes Naturschauspiel und wird unvergessen bleiben. Wenn das Wetter noch etwas schöner gewesen wäre der Hammer. Aber auf Island ist es so und nicht anders. Danke, dass ich an eurer Reise teilnehmen durfte. Es war sehr schön.
Anna-Katharinavor etwa 1 Jahr
Hallo Ramona, leider ist die Zeit schon Ende. Es ist eine tolle Insel und beim Wetter wussten wir worauf wir uns einlassen. Wir sind gut vorbereitet und unsere Kleidung hält auch Regen aus. Lg Anna