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12'236 km / 117d / -12h

Humuhumunukunukuapua‘a

Liebes Reisetagebuch 

Dienstag, 13. Juli 2021

Nach meinem Schlaf bis 8:00 Uhr, assen wir bald einmal Frühstück auf unserer Terasse und strichen gleich noch Sandwiches.

Gegen den späteren Morgen, fuhren wir dann Richtung Road to Hana von der anderen Seite her los. Dafür mussten wir zuerst in den Norden, um zu kehren, da keine Strasse direkt in den Osten führt. Der untere Teil der Road to Hana bzw. alles nach Hana kommend über die Strasse an der Nordostseite, ist als etwas gefährlich und schwierig zu fahren deklariert. Zumindest hört man von überall her solche Märchengeschichten. Wir wussten jedoch, dass das Hostel diesen Weg mit dem Büschen vollbrachte und wir dies daher gut mit unserem Pickup schaffen sollten.

Die Strasse war zum Teil eng, löchrig, kiesig und unübersichtlich, doch wir schafften es ohne Probleme bis zu unserem Ziel, dem Visitor Center. Dort wollten wir den Waimoki Wasserfall anschauen und zu den Seven sacred Pools gehen.

Bei der Ankunft sahen wir jedoch, dass diese geschlossen sind und wir nicht baden können. So liefen wir einfach runter und schauten sie uns an. Ebenfalls liefen wir zum Makahiku Fall, welcher etwas näher als der andere ist. Da dieser nicht sehr spektakulär war und wir sowieso schon zig Wasserfälle gesehen haben, kehrten wir wieder zurück und fuhren nach Hause.

Auf dem Heimweg wollten wir jedoch das Feeling von auf einer Ladefläche sitzen und mitfahren auch einmal erleben und so hockte zuerst Chantal hinten rein und anschliessend ich. Es war lustig und angenehm mit dem Fahrtwind, doch mit der Zeit auch ziemlich unbequem und schwindelerregend.

Kurz vor Zuhause machten wir einen Halt im Starbucks, da wir auch hier noch einmal das amerikanische Gefühl mit dem Becher im Getränkehalter erleben wollten.

Zum Abendessen gab es Lachs vom Grill, Reis und Maiskolben dazu. Da wir nur eine Herdplatte haben, wird es in Zukunft vermehrt etwas vom Grill geben.

Mittwoch, 14. Juli 2021

Der Morgen gestaltete sich gemütlich. Wir lagen faul im Bett, rafften uns irgendwann für das Frühstück auf der Terasse auf und belegten unsere Sandwiche für den Abend. Sogar das Mittagessen verbrachten wir noch im Airbnb und machten uns dann langsam aber sicher auf den Weg.

Heute gehen wir zum dritten Mal auf den Haleakala. Dieses Mal möchten wir jedoch eine kleine Wanderung im Krater machen und anschliessend noch einmal den Sonnenuntergang geniessen. So stiegen wir warm bekleidet ins Auto und fuhren auf die 3'055 m.ü.M. Oben angekommen wehte wie immer eine kalte Briese, welche uns schaudern liess.

Der Wanderweg im Krater war wunderschön und spannend zu gleich. Alle paar Meter änderte sich die Farbe der Erde bzw. der Steine und so fühlte man sich, als laufe man auf einem Regenbogen. Diesen sahen wir sogar in der Ferne noch hinter den rot, grün, orange und schwarzen kleinen Kratern.

Ebenfalls begegneten wir einer Nene-Familie mit acht kleinen Küken. Nene sind hühnerartige Vögel, welche vom Aussterben bedroht sind und nur noch im Nationalpark des Haleakalas und dem auf Big Island vorzufinden sind. Deshalb sieht man am Strassenrand auch immer wieder Warnschilder «Nene Xing». Süss waren die kleinen Federtiere mit ihrem Gepiepse.

Auf dem Rückweg wurden wir noch von einer Mutter mit Kind angesprochen, ob wir von ihnen ein Foto schiessen können, da ihr Handy kein Akku mehr hat. Zu Beginn war ich völlig verwirrt, wie nun das Foto von meiner Kamera in ihren Besitz kommen soll. Da meinte sie, wir können es ihr ja schicken und da ging mir dann ein Lichtlein auf (macht Sinn).

Insgesamt 1:30h liefen wir im Krater herum und kehren danach in unser Auto zurück. Da ich so müde war nach einer kurzen und wenig erholsamen Nacht, schlief ich in meinem Autositz promt ein. Erst nach 45 Minuten erwachte ich wieder und sah, wie schlecht das Wetter wurde. Nebel machte sich breit und verschluckte die Sonne.

Da es zu diesem Zeitpunkt erst ca. 17:00 Uhr war und wir somit noch ca. zwei Stunden hätten warten müssen, entschlossen wir uns, langsam wieder nach unten zu fahren. Den Sonnenuntergang haben wir bereits zweimal gesehen und auch sonst werden wir noch oft einen zu sehen bekommen.

So rollten wir im Schneckentempo um Zeit zu schinden den Berg hinunter und hielten an diversen schönen Stellen an, um die Aussicht kurz zu geniessen. An einem Ort warteten wir sogar, bis die Sonne hinter den Wolken verschwand. Während der Abfahrt war die Stimmung dem Weltuntergang ähnlich. Wunderschön und zugleich speziell und fast etwas unheimlich.

Zuhause angekommen, schlief ich sogar mit Licht und einem Telefonat neben mir ein, so müde war ich.

Donnerstag, 15. Juli 2021

Der heutige Morgen ähnelte diesem von gestern, mit Ausnahme, dass wir bereits früher aus dem Haus gingen. Mit Schnorchel und Flossen ausgerüstet, fuhren wir zum Olowalu Beach, bei dem es anscheinend gut zum Schnorcheln sei.

Kurz nach der Abfahrt bemerkten wir auf unserer Motorhaube einen blinden Passagier. Es war ein Gecko, welcher sich wohl über die Nacht auf unser Auto geschlichen hat. Durch den Fahrtwind flog er schier weg und wir fieberten regelrecht mit, dass er es schafft und an einen sicheren Ort gehen kann. Einmal hing sein Leben regelrecht nur noch an einem seidenen Faden, da es seinen Oberkörper hob und er sich nur noch mit den Hinterbeinen halten konnte. Anschliessend versteckte er sich bei meinem Fenster, wo es nicht mehr so stark windete.

Beim Strand angekommen, schlüpften wir in unsere Ausrüstung und erforschten die Unterwasserwelt. Gross farbig war sie nicht und stark belebt auch nicht. Trotzdem sahen wir ein paar schöne und spannende Fische, unter Anderem der für Hawaii bekannte Humuhumunukunukuaua’a.

Als wir dann wieder umkehren wollten, entdeckte ich plötzlich eine Schildkröte. Diese war dann so nah an uns, dass wir sie allmählich hätten berühren können. Wir konnten ihr sogar beim Fressen zuschauen, was ein wunderschönes Spektakel war. Allgemein war es faszinierend, dieser Kreatur zuzuschauen und sie durchs Wasser gleiten zu sehen.

Nach einer Tanningsession, packten wir unsere Sachen und fuhren nach Kihei in ein Kaffee, in welchem es anscheinend gutes Shave Ice gibt. Dieses haben wir nämlich immer noch nicht probiert uns steht schon lange auf unserer Bucketlist.

So bestellten wir ein Tropical Fantasy Shave Ice und versuchten es kritisch, da es uns bis jetzt noch nie richtig anmachte zu essen. Nichts Spezielles. Fast schon wie ein Eiswürfel mit etwas Sirup darauf. Fazit: Einmal genügt.

Mit dieser doch erfrischenden Zwischenmahlzeit fuhren wir kurz zurück ins Airbnb, um unsere Sachen abzuladen und weiter an den Flughafen. Dort gaben wir unser Auto wieder ab und bestellten ein Uber zurück nach Hause.

Einmal mehr war die Uberfahrt ein reines «Chäferfest». Unser Fahrer Christopher war eine Plaudertante aber richtig lieb und lustig. Er fragte uns sogar, ob wir schon einmal mit einem Truck gefahren seien, da wir andernfalls mit seinem Auto hätten fahren dürfen. Er habe dies anscheinend bereits einmal gemacht, als er zwei Passagiere hatte, welche noch nie einen Truck gefahren sind. Da wir jedoch gerade einen zurück gebracht hatten, lehnten wir seinen Vorschlag dankend ab.

Weiter ins Gespräch gekommen, erfuhr er, dass wir etwas geldsparend unterwegs sind und in der Schweiz auch kein Geld verdienen als Studentinnen. So wollte er am liebsten die Uberfahrt stornieren oder stoppen, damit wir weniger zahlen müssen. Leider funktionierte es nicht und er bekam ein schlechtes Gewissen darüber. Er meinte ebenfalls, es komme ihm zum Teil nicht aufs Geld darauf an, mehr dass er seinen Passagieren ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, was er bei uns definitiv geschafft hat.

Nun war bereits zum dritten oder vierten Mal diese Woche eine kleine OP bei mir angesagt. Seit anfangs Woche macht mein linker Zehennagel Probleme, da mir dieser im Hostel abgefallen ist. Nun muss ich ihn jeden Abend reinigen und von allfälligem Eiter befreien. Als wäre dies nicht schon genug, bin ich heute tatsächlich auch noch in einen ca. ein Zentimeter langen Dorn gestanden, welcher sich tief in meine Ferse bohrte. Für den Moment konnte ich den grössten Teil entfernen, doch ein kleines, feines Stückchen steckte immer noch im Fuss.

Da es eine mühsame Stelle war, musste ich die OP Chantal überlassen. Glücklicherweise ist der Dorn jetzt vollständig draussen und mir bleibt wieder nur noch ein Fussproblem übrig.

Anschliessend sassen wir auf die Dachterasse und genossen den Ausblick mit einem Glas Wein (von Maui) und etwas Chips. Leider schmeckte mir der Wein gar nicht, sondern setzte nur gleich im Kopf an. Mit dem Abendessen, wurde das jedoch besser und wir liessen den Abend mit Sonnenuntergang und Sternenhimmel ausklingen.


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