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Wunder der Natur - Andasibe Nationalpark

Veröffentlicht: 16.05.2025

Fahrt
Antananarivo → Andasibe
160 km · 4h 30m
Attraktion
Lemureninsel der Vacôna Forest Lodge
Andasibe, Madagascar
Tour
Nachtwanderung im Regenwald bei Andasibe
Wanderung
Tour
Frühmorgendliche Lemurenbeobachtung im Nationalpark Andasibe
Wildtiere
Sehenswert
Nationalpark Andasibe
Andasibe, Madagascar
Wir fahren am nächsten Tag schon früh los, direkt nach Osten, um den nächstgelegenen Nationalpark Andasibe zu besuchen. Schnell sind alle Wege stadtauswärts komplett verstopft! Das Straßennetz ist im Land so dünn, dass nur einzelne Strecken aus der Hauptstadt sternenförmig in verschiedene Richtungen führen. 

Die Straßen sind für madagassische Verhältnisse noch relativ gut, dennoch brauchen wir für die 160 km gut 4,5 Stunden. Wir haben Glück mit unserem Fahrer und Guide Patrick. Er weiß genau, wo wir essen und wo wir übernachten können und bringt uns zuverlässig ans Ziel. Patrick spricht Englisch und dolmetscht für uns, auch erfahren wir von ihm viel über das Leben und die Kultur Madagaskars!

Als wir bei Andasibe ankommen, besuchen wir direkt die Lemureninsel der Vacôna Forest Lodge. Per Kanu setzen wir über. Das Wasser dient als natürliche Barriere für die Lemuren auf der Insel. Sie sind an Menschen schon gewöhnt, können sich aber zumindest auf der Insel auch in ruhige Bereiche zurückziehen. Allerdings werden sie extra mit Bananen angelockt und gefüttert. Das finden wir nicht so gut, auch wenn wir sie auf diese Weise von Nahem beobachten können. Wir sehen Bambuslemuren, schwarzweiße Varis und braune Makis. Lemuren lassen sich in mehrere Untergruppen gliedern, zu denen u.a. Varis, Makis und Sifakas zählen.

Lemuren sind wirklich faszinierende Tiere! Sie gehören zu den Primaten und kommen ausschließlich auf Madagaskar vor. Es gibt immer noch über 100 Arten. Allerdings sind sie stark gefährdet, da ihr Lebensraum immer weiter schrumpft. Abholzung, Landwirtschaft und Wilderei setzen dem Bestand empfindlich zu.

Lemuren sind hauptsächlich Pflanzenfresser und leben in ausgeprägten Sozialstrukturen. Sie haben große Augen und einen langen Schwanz. Alle vier Pfoten sind mit fünf Fingern versehen, die an menschliche Hände erinnern. Damit sind sie wahre Kletterkünstler.

Wie der Name schon sagt, ernähren sich Bambuslemuren hauptsächlich von Bambus.

Die braunen Makis leben in kleinen Gruppen zusammen. Diese Lemuren sind tag- und nachtaktiv und wiegen 2-3 kg.

Die schwarzweißen Varis sind eine der größten Lemuren. Sie ernähren sich vor allem von Früchten und kommunizieren mit lauten Rufen.

Da wir schon mal vor Ort sind machen wir am gleichen Tag nach Einbruch der Dunkelheit eine kleine Nachtwanderung und sind überglücklich. Ohne große Erwartungen sehen wir viele nachtaktive Tiere. 

Den Blattschwanzgecko gibt es nur in Madagaskar. Er ist sehr gut getarnt und kann seinen blattförmigen Schwanz im Notfall zur Ablenkung abtrennen. 

Der Mauslemur ist der kleinste Primat der Welt! Er ist nicht größer als eine Maus (9-15 cm).

Auf einem Blatt entdecken wir ein regloses Chamäleon. Es ist ein tagaktives Tier. Im Dunkeln ist es fast blind und hält Nachtruhe.

Zum Ende der Tour bewegt sich ein Baumskorpion über die moosige, mit grüner Flechte überzogene Baumrinde. Er ist nicht wirklich gefährlich, aber sein Stich kann schmerzhaft sein…

Am nächsten Morgen sind wir schon früh auf den Beinen, um die Lemuren im Nationalpark Andasibe zu sehen. Sie sind in der Regel ab 8 Uhr aktiv… Unser Guide führt uns zielsicher in den Wald. Er kennt die Plätze, an denen wir Lemuren sehen können. Dazu ahmt er die verschiedenen Rufe nach. Auch koordiniert er sich mit den anderen Guides: Bei einer Sichtung wissen schnell alle Bescheid.😁

Das Gebiet des Nationalparks ist weitläufig. Die Lemuren sind hier definitiv scheu und bleiben teilweise weit oben in den Bäumen sitzen. Glücklicherweise werden sie hier auch nicht mit Futter angelockt.

Dennoch haben wir das Glück, drei verschiedene Lemurenarten sehen zu können. 

Von Weitem sehen wir den Indri. Es ist die größte noch lebende Lemurenart mit bis zu 90 cm Kopf-Rumpf-Länge. 

Auch begegnen wir Diademsifakas, sehr schöne Tiere. Sie sind die zweitgrößte Lemurenart überhaupt und bewegen sich senkrecht kletternd und springend fort. Sifakas werden auch als tanzende Lemuren bezeichnet, weil sie auf dem Boden seitliche Sprünge vollführen.       

Exotische Pflanzen und kleine Geckos gehören zur faszinierenden Vielfalt des Regenwaldes.

Auf dem Rückweg nach Tana wird uns klar: Reisezeiten sind nie vorhersagbar. Ein LKW ist in einer Kurve umgekippt, wodurch sich ein langer Stau bildet! In Madagaskar heißt es: „Mora, Mora!“ Langsam, langsam also… 😆

 

Unterwegs auf Madagaskars Landstraßen zeigt sich das Alltagsleben. Je nach Quelle leben ca. 74% der Bevölkerung von der Landwirtschaft, meist im kleinen Rahmen zur Selbstversorgung. Transportmittel sind oft Mangelware. Viele Menschen tragen Waren auf dem Kopf oder Rücken, andere nutzen Fahrräder oder Ochsenkarren, um ihre Produkte über holprige Wege ans Ziel zu bringen.

Auch ein häufiges Bild: Frauen waschen am Fluss von Hand ihre Kleidung und legen sie zum Trocknen aus, vorzugsweise auf warmen Steinen.

Nach etlichen Stunden sind wir endlich wieder in Tana angekommen. Am nächsten Tag geht's weiter Richtung Süden bis zum Nationalpark Ranomafana.

Auf einen Blick

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Dauer
2 Tage
AbenteuerlichKulturell
  • Lemureninsel der Vacôna Forest Lodge
  • Nachtwanderung im Regenwald
  • Indri und Diademsifakas im Nationalpark Andasibe
  • lange Fahrt von Antananarivo nach Andasibe
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