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Roadtrip - Nationalpark Ranomafana

Veröffentlicht: 30.05.2025

Fahrt
Tana → … → Ranomafana
400 km
Unterkunft
Artisan Hotel
1 Nacht · Hotel · Ambositra
Attraktion
Nationalpark Ranomafana
Ranomafana, Madagaskar
Tour
Besuch im Nationalpark Ranomafana
Tour

Der Nationalpark Ranomafana gilt mit als wichtigster Ort, um Flora und Fauna Madagaskars erleben zu können. Doch alleine die Reise dorthin ist schon ein einzigartiger Roadtrip - mit ordentlich Sitzfleisch als Voraussetzung! Zwei volle Tage hat unser Fahrer Patrick für die Strecke eingeplant. Es sind über 400 km und die haben es in sich 😆

Wir sehen sehr viele Landschaften, Menschen und Dörfer an uns vorbeiziehen. Durch Patrick lernen wir dabei so Einiges über dieses ganz besondere Land Madagaskar.

Der Boden im Hochland Madagaskars ist sehr fruchtbar. Reis kann hier bis zu vier Mal im Jahr geerntet werden! 

Der jährliche Prokopfverbrauch liegt bei durchschnittlich 250 kg! Reis ist das absolute Grundnahrungsmittel für jede Mahlzeit. Neben den Reisfeldern, die quasi unter Wasser stehen, wird auch Trockenreis in den Bergen angebaut (s.u.).

Am Straßenrand liegen immer wieder Matten aus, auf denen die Reiskörner getrocknet werden.


Die Häuser im ländlichen Raum werden in der Regel aus roten Backsteinen erbaut. Die dafür verwendete Erde ist sehr lehmhaltig und überall zu sehen.


Die Lebensverhältnisse sind sehr einfach. Wasser- und Stromanschlüsse gibt es nur in städtischen Bereichen. Durch Misswirtschaft und Korruption fehlten es im Land an einer grundlegenden Infrastruktur!

Leider haben nur 43 % der Madagassen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Um sich täglich mit Wasser zu versorgen, müssen viele Familien weite Stecken zu Fuß zurücklegen und es teilweise aus Flüssen oder Seen holen.

Trotz Schulpflicht besuchen einige Kinder nicht die Schule oder schaffen auch keinen erfolgreichen Abschluss der Grundschulzeit. Zum einen sind die Kosten für Schuluniform und -materialien hoch, zum anderen befinden sich die Schulgebäude oft weit weg. Zudem werden öffentliche Schulen schlecht ausgestattet und die Klassenzimmer sind überfüllt.


Ein großer Teil der Bevölkerung Madagaskars ist christlichen Glaubens.

 

Alte religiöse Traditionen sind allerdings weit verbreitet! Zentral ist dabei die Ahnenverehrung: Vorfahren haben weiterhin Anteil am Leben. Sie nehmen eine Mittlerrolle zu Gott ein und können im Auftrag mit ihm kommunizieren. 

Je nach Region werden Verstorbene in speziellen Gruften bestattet. Zu Zeremonien werden sie herausgeholt, neu gekleidet und geehrt.

Zudem existieren unterschiedlichste Fady. Das sind Tabus, die für bestimmte Personen oder auch ganze Dorfgemeinschaften gelten und sich auch verändern können. Sie beziehen sich auf alle Lebensbereiche, z. B. zeigen die Madagassen nicht mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf eine Gruft, wo die Toten ruhen um sie nicht zu beleidigen. Auch sind bestimmte Nahrungsmittel verboten oder heilige Orte dürfen nicht entehrt werden.


Taxi-Brousse sind DAS öffentliche Verkehrsmittel im Land. Die Kleinbusse fungieren als Sammeltaxis, sind allerdings sehr alt und hoffnungslos überfüllt.

 

Zudem werden auf dem Dach zusätzliche Güter transportiert - für die Fahrer ein einträgliches Zusatzgeschäft.

Dadurch kommt es allerdings häufiger zu Pannen und Unfällen. Wir sehen mehrmals umgekippte Fahrzeuge, die wegen der Überladung auf dem Dach einen ungünstigen Schwerpunkt haben…


Auf dem Rückweg haben wir dann auch mal Pech. Der Belag eines Reifens schält sich komplett ab… 

Dank Ersatzreifens können wir aber schnell wieder weiterfahren 😊


Auf dem Hinweg in den Nationalpark legen wir einen Übernachtungsstopp im ruhigen Ort Ambositra ein. 

In dieser Gegend ist die Holzschnitzerei sehr bedeutsam.


Unsere Unterkunft „Artisan Hotel“ ist mit einigen traditionellen Holzelementen gestaltet.

Die Gemeinschaft der Zafimaniry hat diese Kunst über Generationen perfektioniert. Sie zählt zum Unesco Weltkulturerbe. In erster Linie werden Holzelemente, wie Türen, Fenster und Säulen der Häuser aufwendig dekoriert!

Wir erhalten auch direkt eine Präsentation wie anspruchsvolle Holzpattern erstellt werden. 

Die Abbildungen werden komplett aus verschiedenen Weichholzarten zurechtgesägt und passgenau zusammengefasst!


Nach zwei beschwerlichen Tagen sind wir schließlich im Dorf Ranomafana angekommen. Es liegt in den Bergen im höher gelegenen Dschungel. 

Ganz in der Nähe besuchen wir den gleichnamigen Nationalpark Ranomafana. Unser Guide führt uns zu Stellen im Wald, an denen wir mehrere Lemuren bestaunen können. 

Von den 12 vorhandenen Lemuren sehen wir Bambuslemuren, braune Maki und Diademsifaka.

Außerdem sehen wir weitere besondere Tiere und Pflanzen! Die Stabschrecke und der satanische Blattschwanzgecko sind hervorragend getarnt! Beide sind kaum zu erkennen (s.u.)!

Die Stabschrecke sieht aus wie kleine Zweigteile.

Der satanische Blattschwanzgecko wirkt wie trockenes Laub. Er schaut besonders teuflisch aus: Sein Kopf erinnert an einen Drachen!

Zudem wachsen vor Ort auch jede Menge Vanilleblüten.

Die heißbegehrten Schoten hatten zeitweise während Covid einen höheren Wert als Gold. Ein Großteil des weltweiten Bedarfs stammt aus dem Nordosten Madagaskars.


Während einer Kanutour den Fluss hinunter sehen wir einige Familien bei der Goldsuche. Von Hand stehen sie stundenlang gebückt im Flusswasser. Die Männer schleppen zusätzliche Erde heran, die im Flusswasser ausgewaschen wird. 

Auch treffen wir auf kleine Rum-Brennereien. Zuckerrohr ist jede Menge vorhanden. Die eigene Produktion ist offiziell illegal, wird aber dennoch geduldet.

Wir machen uns auf den Rückweg, zwei Tage fahren wir wieder zurück nach Tana. Dann verabschieden wir uns schweren Herzens von unserem netten Begleiter Patrick.

Als nächstes reisen auf die Insel Nosy Be im Norden Madagaskars.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
4 Tage
Wetter
Sommer
AbenteuerlichKulturell
  • Überlandfahrt durch das Hochland Madagaskars
  • Übernachtungsstopp in Ambositra
  • Nationalpark Ranomafana mit Lemuren und weiteren Tieren
  • Einblicke in ländliches Leben, Reisbau und Holzschnitzerei
RoadtripNaturTierweltKultur
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