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Auf dem Titicacasee

Veröffentlicht: 09.12.2024

Der sagenumwobene Titicacasee ist der höchstgelegene schiffbare See der Welt (mit 3800 m). Sein Name bedeutet evtl. grauer Puma (von oben erinnert seine Form daran). Auf unserer Reise von Bolivien nach Peru liegt er sehr günstig auf der Grenze zwischen beiden Ländern. Nach knapp 4 Stunden mit dem Bus von La Paz stehen wir schon an seinem Ufer, im Ort Copacabana. Der See ist so riesig, dass wir eher das Gefühl haben, an einer Meeresküste zu stehen!

Unser Ziel ist die Isla del Sol (Sonneninsel), auf die wir mit einem kleinen Boot übersetzen. Für die Inka war die Sonneninsel der Ursprung von allem: Der Sonnengott Inti ließ hier die ersten Inka auf die Erde: Mama Ocllo mit ihrem Mann Manco Cápac. Allerdings gibt es auch Spuren der Tiwanaku-Kultur, die noch davor existierte.

Es gefällt uns sehr gut hier - nachdem wir die atem(be)raubende Inkatreppe vom Bootsanleger aus erklommen haben! Die Insel ist sehr bergig, im südlichen Teil gibt es viele schöne Unterkünfte mit Blick hinunter auf den See. Unsere Unterkunft „Casa de la Luna“ ist fantastisch!                                 


Das Leben für die Bewohner ist aufwendig. Alle Dinge, ob Essen und Trinken, Kleidung oder Möbel und Materialien für den Hausbau: Alles muss mit dem Boot gebracht und auf Eseln oder auf dem Rücken den Berg hinaufgeschleppt werden.



Am zweiten Tag erkunden wir die Insel genauer. Auf einer 8-stündigen Wanderrunde besuchen wir den Nordteil der Insel und laufen unten am Ufer wieder zurück. Die Atmosphäre und die schroffe Natur mit wahnsinnigen Ausblicken auf den Titicacasee sind absolut lohnenswert!


Nach zwei Tagen legen wir wieder am Festland an. Auf der peruanischen Seite des Titicacasees besuchen wir dann die schwimmenden Inseln der Uros! Wir verbringen zwei Nächte auf einer Insel, ein absolutes Highlight! Unser Gastgeber Felix vermittelt uns unglaublich viel Wissen über seine Kultur.

 

In der riesigen Bucht vor der Stadt Puno existiert eine weitverzweigte Schilflandschaft mit Wasserwegen dazwischen. Dort leben die Uros auf selbstgeschaffenen, schwimmenden Inseln aus Schilf. Die frischen grünen Teile des Schilfs sind sogar essbar! Ansonsten flechten die Uros daraus sehr robuste Gegenstände, wie Körbe, Figuren oder Tiere.

Die Gemeinde ist weitläufig verteilt und es gibt auch eigene Schulen, Verkaufsstände und sogar kleine Sportplätze, die auf Inseln Platz finden. Die Insel von Felix befindet sich weiter weg von Puno im Norden, dort ist das Wasser sehr klar und wir empfinden die Atmosphäre als sehr idyllisch. Am Abend drehen wir eine Runde mit dem hauseigenen Kanu.

Online lassen sich Aussagen finden, dass alles nur Show sei und die Inseln nur tagsüber für Touristen bevölkert würden. Sicherlich gibt es auch solche Inseln, die als Attraktion betrieben werden. Der Tourismus stellt die Haupteinnahmequelle der Uros dar.

Der Uro Felix bewohnt allerdings tatsächlich gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn seine eigene Insel, welche regelmäßig mit neuem Schilf bedeckt werden muss, um nicht abzusinken. Wenn Boote vorbeifahren, dann schwankt die Insel durch die Wellen leicht hin und her. 

Heutzutage hat jede Familie zur Stromversorgung eigene Solarpanels auf ihrer Insel. Die Sonne knallt hier praktischerweise richtig runter 🌞 Auf der Insel von Felix ist es viel komfortabler als gedacht: Für Besucher stehen sehr geschmackvoll eingerichtete Häuser mit Terasse zur Verfügung: Strom, fließendes Wasser, eigene Toilette und ein wenig Internet.

Jede Insel ist mit mehreren Ankern befestigt, damit sie nicht abtreibt! So lassen sich zwei Inseln auch verbinden, wenn sich Familien zusammentun oder eine Insel wird einfach versetzt, wenn es Streit mit den Nachbarn gibt.

 


 

Am Ende setzen wir noch zur Insel Amantaní über. Die Menschen leben hier sehr einfach und bauen Quinoa, Kartoffeln, Mais, etc. selbst an! Das Essen ist köstlich! Von der Mitte der Insel aus haben wir einen grandiosen Ausblick - aber ganz schön windig 😁

Wir verlassen den Titicacasee und reisen weiter ins Herz des Inkareiches, nach Cusco! An einem Busbahnhof auf dem Weg wird mir leider der Tagesrucksack inkl. Reisepass gestohlen. Glücklicherweise gibt es in Cusco ein Honorarkonsulat, wodurch ich relativ schnell wieder Ersatz bekommen kann. 

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Antworten (2)

Theklavor mehr als 1 Jahr
Sehr interessant und tolle Fotos...weiterhin viel Spaß 👍

Carinavor mehr als 1 Jahr
🤗💓

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