Die Salzwüste in Bolivien
Bei Villazón reisen wir zu Fuß über die Grenze nach Bolivien ein. Mit dem nostalgischen Zug „Expreso del Sur“ starten wir eine einmalige Fahrt durch die bolivianische...


Veröffentlicht: 25.11.2024

























La Paz ist der Regierungssitz Boliviens und hat einen geradezu magischen Reiz auf uns, diese Stadt ist einfach etwas ganz Spezielles! Modernes Leben und die Kultur der Inka haben hier nebeneinander ihren Platz.
Aufgrund ihrer Lage in einem schmalen Tal kriecht die Millionenstadt die steilen Hänge hinauf. Vom reichen und wärmeren Südteil auf 3200 m bis auf den ärmeren Teil auf 4100 m gibt es viel zu entdecken. Wir bleiben über eine Woche hier und können uns nicht sattsehen.
Mit einem Netz aus Gondeln sind die verschiedenen Stadtteile miteinander verbunden und schnell zu erreichen.
Unsere Unterkunft ist perfekt und hat viel Charme. Das Hotel „El Consulado“ ist die ehemalige Botschaft von Panama und sehr stilvoll eingerichtet.
Überall gibt es Straßenstände, meistens wird etwas zu essen oder zu trinken angeboten. Vor allem die Cholitas prägen das Straßenbild. Es sind indigene Frauen, die für ihr Durchhaltevermögen und ihre Freundlichkeit bekannt sind. Sie sind leicht zu erkennen: Sie tragen flache Schuhe, eine breite Rockkombination (oft sind es 6 Röcke übereinander, die ihre Waden bedecken sollen), geflochtene lange Haare und einen Hut.
In der Innenstadt wechseln sich historische Gebäude, Geschäfte und Hochhäuser ab. Wir bahnen uns unseren Weg durch die überfüllten Hauptstraßen.
In der touristischen Altstadt gibt es jede Menge Shops mit Kleidung aus Alpaka- und Lamawolle, dazwischen Cafés, Restaurants und Streetart.
Auf der Straße finden wir als Vegetarier auch einige leckere Snacks: Am besten sind die Yawitas, heiß gefüllte Taschen mit Käse oder auch pikant 😋 Als Lieblingsgetränke passt dazu sehr gut „Api“, ein Heißgetränk aus lilafarbenem Mais mit Zimt, Nelken und Zucker - schmeckt fast wie Glühwein, ist aber ohne Alkohol.
Ebenfalls super gut kommt eine „sopa de maní“ (Erdnuss-Suppe)👌
Cocablätter
Die berüchtigte Cocapflanze wächst in Peru, Bolivien und Kolumbien und ist dort legal. Sie gilt den Indigenen als heilige Pflanze und ist mit dem weißen Pulver, welches draus auch hergestellt wird, nicht vergleichbar. Einheimische zählen Cocablätter zu den Grundnahrungsmitteln: Die Blätter werden als Tee aufgegossen oder im Mund seitlich in der Backe „gespeichert“. Sie wirken ähnlich wachmachend wie grüner Tee, beruhigen den Magen und helfen besonders gut gegen Symptome der Höhenkrankheit. Oft liegen sie auch in Hotels zum Frühstück bereit.
Gefängnis von San Pedro
Das Gefängnis von San Pedro ist eines der berüchtigsten der Welt! Zufällig befindet sich unsere zweite Unterkunft direkt an dem schönen Platz davor, nichts wirkt hier unsicher oder ungewöhnlich.
Das Gefängnis wird von den Gefangenen selbst verwaltet. Polizei steht nur am Eingang davor. Was im Gefängnis passiert, darauf hat der Staat keinen Einfluss. Entscheidend für die Insassen ist, ob sie Geld haben und welches Verbrechen sie begangen haben. Ein Vergewaltigter hat wohl geringe Überlebenschancen.
Es gibt Zimmer unterschiedlicher Preiskategorie und dafür muss auch Miete gezahlt werden. Wer hier sitzt, hat auch einen Job und darf seine Familie mit sich leben lassen.
Die Gefangenen können gegen Gebühr das Gefängnis verlassen, und auch Besucher dürfen nach gezahltem Eintritt hineinkommen. Morgens bildet sich eine lange Schlange an Besuchern: Familie, Freunde, aber auch Menschen, die etwas im Gefängnis verkaufen wollen.
In der Vergangenheit gab es sogar geführte Touren für Touristen. Wir könnten in Eigeninitiative leicht hineinschauen, nur wäre dann nicht sicher, ob wir am selben Tag wieder herauskämen.
El Alto
El Alto (die Höhe) ist eine eigene Stadt, welche sich am oberen Rand von La Paz auf der Hochebene auf 4100 m entwickelt hat. Da der Platz unten sehr begrenzt ist, mussten die Leute oben in der Höhe siedeln.
El Alto fasst mittlerweile mehr als eine Millionen Menschen. Wir erkunden die weitläufigen Märkte - hier muss nicht mal gehandelt werden, denn es gibt keine extra Touristenpreise 👌
In El Alto gibt es eigene Shops von Schamanen, die traditionelle Rituale durchführen. Bei neuen Herausforderungen, Hoffnungen auf Erfolg in Geschäft oder Liebe und bei anderen Wünschen erhalten Kunden eine Einkaufsliste und besorgen in speziellen Fachgeschäften die entsprechenden Gegenstände für das Ritual.
Auch heute noch werden beim Hausbau Lama-Föten in den Grundstein integriert! Unser Guide sagte uns, dass es häufiger vorkommt, dass bei der Geburt einzelne Lamas sterben. Diese Föten werden dann für das Ritual verwendet. Der Glaube der Inkakultur besagt nämlich, dass Pachamama (Mutter Erde) etwas zurückgegeben werden muss.
