Omarama - Lake Pūkaki - Aoraki/Mount Cook - Lake Tekapo
Schon von Deutschland aus hatte Markus einen zweistündigen Segelflug in Omarama gebucht, um eine Aussicht auf die Alpen zu bekommen. Leider hatte es geregnet, weshalb der Flug...


Veröffentlicht: 20.01.2025



















"Richtung gutes Wetter" hieß in diesem Fall nach Wānaka. Auf dem Weg dorthin wollte Markus sein Glück beim Angeln aber doch noch probieren, deshalb haben wir in Twizel Angelzubehör gekauft und den Tipp bekommen zum Lake Ruataniwha zu fahren. Das haben wir gemacht und naiverweise dachte ich, Markus wirft drei Mal die Angel ins Wasser und wir haben unser Abendessen. Long Story short: Zum Abendessen in Wānaka gab es zwar keinen Fisch, aber dafür Sonnenschein.
Gegen 23 Uhr sind wir nochmal in die Stadt gefahren und wollten dort in eine Bar gehen, um das alte Jahr gemütlich ausklingen zu lassen. Wie wir kurz vor dem Ortseingang feststellen mussten, waren wir nicht die einzigen mit dieser Idee bzw. waren viele andere deutlich besser informiert: es gab ein abgesperrtes Partygelände mit zwei Bühnen und für 0 Uhr war ein Feuerwerk geplant (privates Feuerwerk war im ganzen Distrikt verboten). Also haben wir es uns am Strand gemütlich gemacht und mussten gar nicht mehr lang warten, bis das 10-minütige, wirklich schön zusammengestellte Feuerwerk losging und wir als dritte Zeitzone das neue Jahr begrüßen konnten.
Nach dem Feuerwerk sind wir noch ein wenig über das Partygelände spaziert, haben gesehen, wie eine Prügelei losging (das geht offensichtlich auch nüchtern, denn im ganzen Ort gab es für den Abend ein Alkoholverbot) und einen Stand mit gratis Pancakes entdeckt. Überraschenderweise war die Party Punkt 1 Uhr zu Ende, sofort wurde alles eingepackt und abgebaut und die Menschenmasse hat sich aufgelöst. Wir sind ebenfalls zurück zum Campingplatz gefahren und haben den (fast) Neumond genutzt, um ein paar Sternbildaufnahmen zu machen, bevor wir schlafen gegangen sind.
In den Satellitenaufnahmen konnten wir am nächsten Morgen sehen, dass eigentlich ganz Neuseeland unter einer dicken Wolkendecke lag - abgesehen von der Westküste, denn die Wolken sind an den Bergen hängen geblieben. Deshalb sind wir am Lake Hāwea und Lake Wānaka entlang über den Haast Pass zur Westküste gefahren. Bei wirklich tollem Wetter haben wir an den Blue Pools Mittagspause gemacht, bevor wir im kleinen Ort Haast zum ersten Mal auf die Küste gestoßen sind und einen Strandspaziergang gemacht haben. Dort haben wir außerdem zum ersten Mal so richtig Bekanntschaft mit Sandfliegen gemacht und ich möchte nicht allzu sehr spoilern, aber nirgends sind Sandfliegen so vorherrschend wie an der Westküste!
Einer Maori-Legende nach hatte Hinenui-te-Po, der Gott des Todes, Sandfliegen eigentlich ins Fjordland nach Milford Sound geschickt, um Menschen davon abzuhalten dort zu leben. Weshalb sie in ganz Neuseeland und insbesondere an der ganzen Westküste der Südinsel anzutreffen sind, weiß ich nicht. Dass längeres Verweilen an einem bestimmten Ort an der Westküste geschweige denn dort leben keinen besonders großen Spaß macht, kann ich aber auf jeden Fall bestätigen... Abends hatten nämlich ziemlich viele Sandfliegen den Weg in unser Auto gefunden, was uns vor dem Schlafengehen zu einer stundenlangen Sandfliegenjagd veranlasst hatte.
Am Gillespies Beach haben wir am nächsten Tag das eher trübe Wetter zum Lesen genutzt, bevor wir am späten Nachmittag zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen sind. Wir hatten die Gillespies Lagoon, den Miners Tunnel und den Galway Beach jeweils ganz für uns allein. Leider waren aber auch keine Robben am Strand. Und leider hatten wir auch etwas wenig Zeit, die Sonne war nämlich bereits am Untergehen und wir mussten noch zwei Stunden lang durch teilweise ziemlich dichten Wald zurückwandern. Dank der Sandfliegen fiel der Abschied vom Strand wiederum nicht allzu schwer.
