Franz Josef Glacier - Hokitika - Arthur's Pass - Christchurch
Am Franz Josef Gletscher haben wir nur einen kurzen Abstecher zum Sentinel Rock und River & Glacier Viewpoint (zwei Aussichtspunkten) gemacht, statt den Alex Knob Track zu...


Veröffentlicht: 24.01.2025





























Am nächsten Morgen habe ich bei tollem Wetter mit dem Alex Knob Track am Franz Josef Gletscher begonnen und statt der vom DOC prognostizierten 4 Stunden sogar nur 2,5 Stunden bis zum Gipfel gebraucht. Leider waren die Berge aber ziemlich wolkenverhangen, als ich gegen 11.30 Uhr oben angekommen war. Bis 17 Uhr war ich auf dem Gipfel, habe gehofft, dass sich die Wolken verziehen und mich mit den beiden Deutschen Jörn und Tom unterhalten, die sich nach dem Studium 2 Monate zum Reisen freigenommen haben. Wir konnten richtig gut beobachten, wie sich die Wolken immer wieder teilweise aufgelöst haben, leider haben sich aber auch immer wieder neue Wolken gebildet. Ärgerlicherweise war der Himmel dann aber klar, als wir gegen 19 Uhr unten angekommen sind...
Aus den verschiedenen Heli Hikes am Franz Josef und Fox Gletscher hatte ich mir den "Extreme Fox Heli Hike" ausgesucht. Dieser war die einzige Option, bei der man wirklich die Möglichkeit hatte je nach Wetter bis zu 7 Stunden auf dem Gletscher zu verbringen. Die Gruppe bestand aus 8 Personen plus zwei Guides und los ging es damit das Equipment zusammenzustellen: Socken, Schuhe, Rucksack, Helm, Regenhose, Regenjacke, Fleecejacke, Handschuhe, Steigeisen, Eispickel, Klettergurt, Proviant...
Nachdem alle ausgerüstet waren, sind wir mit zwei Helikoptern auf den Gletscher geflogen, haben dort die Steigeisen an den Schuhen befestigt und dann ging die Wanderung los. Dabei haben die Guides die Route so gewählt, dass sie auch ein wenig spektakulär ist, man sich mal an einer Fixed Line entlanghangeln musste oder abgeseilt wurde. Und nach der Wanderung wurden wir vom Helikopter wieder abgeholt und in den Ort Fox Glacier geflogen.
Das hat echt Spaß gemacht und offenbar sind die Guides schon lang mit keiner Gruppe mehr so weit hochgekommen wie mit uns. Von weiter oben konnten wir außerdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der "normalen" Heli Hikes beobachten, die nur eine Stunde Zeit auf dem Eis hatten und daher eher auf ausgetrampelten Pfaden unterwegs waren. Beim Heli Hike habe ich übrigens Kate aus Auckland kennen gelernt und mit ihr danach noch eine Wanderung um den Lake Matheson gemacht.
Vom Ausblick vom Alex Knob auf den Gletscher war ich am Tag zuvor so enttäuscht, dass ich mir vorgenommen hatte die Wanderung nochmal zum Sonnenaufgang zu machen. Dafür hatte ich den Tag nach dem Heli Hike auserkoren und bin dann 3.30 Uhr losgewandert. Ich war komplett allein unterwegs, über mir die Sterne, im Wald die Glühwürmchen, durch die Bäume hindurch sahen die Lichter vom Ort Franz Josef Glacier aus wie Feuerwerk, zwei Opossums sind mir über den Weg gelaufen und als es anfing zu dämmern, haben die Vögel angefangen zu singen. Oben angekommen, haben sich 10 Keas auf dem Gipfel getummelt, gekreischt und gezankt und der Ausblick auf den Gletscher, die Berge und das Tal waren einfach super. Die Wiederholung der Wanderung hatte sich also echt gelohnt!
Nachdem ich wieder abgestiegen war, bin ich noch einen kleinen Umweg zu Peter's Pool gegangen, wo es wirklich mal eine schöne Reflektion des Gletschers in einem See gab, und dann zum Monro Beach gefahren, um Pinguine zu beobachten. Toa, einer der Heli-Hike-Guides, hatte von seinen Erfahrungen mit Sandfliegen beim Angeln am Gillespies Beach berichtet. Er hatte erzählt, dass er außer dem Gesicht jedes Stückchen Haut mit Kleidung bedeckt hatte und die Sandfliegen dann versucht haben sich durch die Kleidung zu kämpfen, um an seine Haut zu kommen. Und dass selbst das Mückenspray sie nur für fünf Minuten abgehalten hatte. Ich dachte nur: "Ich war auch am Gillespies Beach, so schlimm ist es nicht."
Als ich aber am Monro Beach war, wusste ich, was Toa meinte. Denn kaum war ich am Strand angekommen, waren meine Beine mit Sandfliegen übersät, die versucht haben sich durch meine Hose und Schuhe zu kämpfen. Und das Mückenspray, das ich von drei Speerfischerinnen bekommen hatte, hat kaum 5 Minuten lang etwas gebracht. Deshalb habe ich nach 20 Minuten am Strand wieder den 30-minütigen Rückweg angetreten. Mission Penguin - failed.
