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27.03.2020, Der erste Tag zu Hause

Veröffentlicht: 11.04.2020

Überraschenderweise bin ich heute morgen schon um 7 Uhr aufgewacht, obwohl ich eigentlich gedacht hätte, dass ich viel länger schlafen würde durch den ganzen Stressabfall usw..
Im Nachhinein war ich aber ganz froh, weil ich mich aufgrund dessen nun direkt wieder an die deutsche Zeit gewöhne und keinen nervigen Jetlag habe.                                                                                                    

Besonders doll habe ich mich auf das Frühstück gefreut. Endlich wieder Brötchen mit Aufstrichen und kein langweiliges Weißbrot ohne irgendwas drauf! Dabei habe ich aber gemerkt was für ein Privileg es ist, so eine große Auswahlmöglichkeit zu haben - Nutella, Erdnussbutter, Marmelade oder vielleicht doch lieber herzhaft?
Davon können die Menschen in Ghana leider nur träumen und selbst bei diesen kleinen Dingen, die für uns normal sind und zum Alltag gehören, muss ich nun immer direkt an die Menschen dort denken und mir wird besonders bewusst wie gut wir es hier haben und wie dankbar wir dafür sein müssen!

Dann hieß es erstmal Rucksack auspacken und alles in die Wäsche schmeißen. Auch das wieder eine Sache die für uns völlig normal ist, einfach die Waschmaschine anschmeißen, die die ganze Arbeit für uns erledigt. Lediglich aufhängen muss man sie dann doch selber. Während ich mich in Ghana abgemüht habe bei Temperaturen von mindestens 30° meine Wäsche mit der Hand irgendwie so gut es geht sauber zu bekommen. Das hat dann für 2 kurze Hosen, 1 Kleid und 3 T-Shirts auch schonmal 1 Stunde Zeit gekostet. Denn das Wasser kam natürlich nicht einfach aus der Leitung geflossen.                                                
Das ganze wegsortieren und aufräumen hat dann auch doch ganz schön lange gedauert, weil ich in meinem Rucksack doch so einige Sachen wiedergefunden hab, die ich in irgendein kleines Fach reingestopft hatte :D Außerdem muss ich mich nun in den nächsten Tagen erstmal darum kümmern das Sportprogramm in Thailand sowie die übrig gebliebenen drei Flüge zu stornieren und mich nochmal schlau machen, welche Rechte ich nun aufgrund der Corona Krise überhaupt habe, um so gut es geht mein Geld wiederzubekommen.                     
Später bin ich dann endlich mal wieder joggen gewesen um nochmal das gute Wetter mit strahlendem Sonnenschein auszunutzen, wobei ich zugeben muss, dass mir die Kälte doch ganz schön
zu schaffen macht und ich echt Zeit brauche, um mich daran wieder zu gewöhnen. Nach einem kleinen abschließenden Workout ging es dann unter die Dusche. Das "richtige" Duschen konnte ich auf Sri Lanka ja auch bereits genießen. Hier zu Hause ist es dann aber doch noch mal etwas ganz anderes, vor allem mit heißem Wasser!                                             
Vor allem den Wert der kleinen Dinge wie das Frühstück hier, das Duschen, die Waschmaschine oder auch Spülmaschine, die Möglichkeiten zum Kochen und Backen, der konstante Stromfluss (in Ghana hatten wir mehr als 20 mal Stromausfall), ein Zimmer ohne Ameisen, funktionierende Wasserleitungen, sauberes Trinkwasser, oder auch einfach nur die Möglichkeit Fahrrad zu fahren, sowie vieles mehr, habe ich deutlich mehr zu schätzen gelernt. Vor der Reise waren dieses alles Dinge, die für mich das Normalste auf der Welt waren und nun sind es Dinge, von denen ich weiß, dass selbst diese für andere Menschen leider nie erreichbar sein werden und ein Luxusgut sind. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie mich ein Kind in der Schule gefragt hat, ob ich zuhause ein Fahrrad habe und dann total begeistert davon war, als ich die Frage bejaht habe.


Das alles hat mir gezeigt, wie privilegiert wir hier in Deutschland leben können und das man jeden Tag selbst für die kleinsten und für uns vielleicht normalsten Dinge auf der Welt dankbar sein sollte und versuchen sollte diese mehr zu schätzen!

Rückblickend für mich sehr beeindruckend wie positiv, freundlich und aufgeschlossen die Menschen in Ghana und auch auf Sri Lanka, trotz einfachster Lebensumstände und einem wirklich hartem und armen Leben sind! Mein größter Respekt!!! 


Auch wenn diese Reise nun viel früher zu Ende gegangen ist als geplant, bin ich super glücklich und dankbar so viele tolle Menschen kennengelernt und Abenteuer erlebt zu haben!
Und obwohl die letzten Wochen sehr stressig waren und wirklich an die Substanz gingen, haben sie mich auf jeden Fall geprägt und ich habe sehr viel gelernt und gemerkt, was man alles schaffen kann, auch wenn die Aufgabe auf den ersten Blick unmöglich scheint und ein großes Hindernis darstellt. Insgesamt habe ich super viele schöne Sachen erlebt, aber auch einige Dinge, die sehr unschön waren und ich niemand anderem wünsche. Trotzdem gehören auch diese zu der Reise dazu, sind ein Teil dieser und haben mich sehr geprägt.
Aber meine Familie und Freunde waren immer für mich da und ich weiß nun noch mehr, dass ich wirklich in jeder Situation auf sie zählen kann!        

So, vermutlich ist dieser nun auch mein letzter Blogeintrag und ich möchte mich bei allen bedanken, die meinen Blog so fleißig mitverfolgt haben.
Ich hoffe euch hat der kleine Einblick in mein Abenteuer gefallen! :)
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