Canada Diary - Valentina
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Zuletzt in Kanada

Chapter two 🤦🏼‍♀️

Veröffentlicht: 13.07.2025

Spaziergang
Flughafen Vancouver → … → Hostel in Vancouver
18h
Unterkunft
Hostel in Vancouver
Hostel · Vancouver

Die Orientierung an den Bushaltestellen und die allgemeine Funktionalität des Fernverkehrs würden mir in den kommenden Tagen befremdlich erscheinen. Mein erster Auftritt fand statt, nachdem ich den Flughafen verlassen hatte. Man hatte mir geraten, die „Skyline“ zu nehmen, doch irgendwie wollte ich keine Skyline finden und stieg in den erstbesten Zug, der mir vor die Nase kam. Vor dem Zug stand eine Schranke, und ich musste mir zunächst ein Ticket kaufen. Als mir der nette Herr am Schalter erklärte, dass ich in die zweite Zone fahren würde, zückte ich meine Visakarte zur Bezahlung. „Autorisierung kann nicht erfolgen.“ Ja prima, dachte ich mir. Kurz vor den Tränen erinnerte ich mich daran, wie gut es war, bereits kanadische Dollar in der Tasche zu haben, die ich dann nutzte, um mir ein Ticket zu kaufen. (Als ich die Scheine per Post bekam, dachte ich erst, die wollen mich ver*** - die Scheine sehen aus wie Spielgeld)

Später stellte sich heraus, dass die physische Karte von Revolut in Kanada nicht akzeptiert wird, weshalb ich damit nicht bezahlen konnte. Ich konnte mir nicht helfen und musste schmunzeln, als ich daran dachte, dass ich mit meiner Karte in Deutschland problemlos ein neues Handy kaufen konnte, aber hier in Kanada nicht einmal ein Ticket für den Zug. 

Im Zug schaute ich mir zunächst die Zusammenfassung der Formel 1 aus Spielberg an, um etwas gewohntes zu spüren und verpasste dabei meine Haltestelle. Ich stieg dann drei Stationen später aus und nahm den Zug zurück. Während ich auf den nächsten Zug wartete, bemerkte ich, dass ich wie ein verlorenes Schaf wirkte, das verzweifelt nach seiner Herde suchte. 

In Waterfront angekommen, ging es weiter zur Busstation. Die Schilder an den Bushaltestellen waren so klein, dass ich eine Lupe hätte mitbringen sollen. Ich stellte mir vor, wie ich mit einer überdimensionalen Lupe durch die Gegend laufe, während Passanten mich verwundert anstarren. Aber Google Maps klärte das Ganze schon. 

Ich nahm die erstbeste Busverbindung; 11 Minuten Fußweg waren kein Problem. Fit wie ein Turnschuh, stieg ich nach 18 Stunden unterwegs aus dem Bus und lief los – einen verdammt steilen Berg hinauf. Mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken und dem super handlichen Koffer (nicht) in meiner linken Hand begann der Aufstieg. Er endete sichtlich verschwitzt und mit einem initierten Asthmaanfall am Hostel. Selbst der Rezeptionist dachte, ich hätte gerade den Mount Everest bestiegen. Faktencheck: Ich, alleine in einem fremden Land, auf der anderen Seite der Erde. Sowohl am Flughafen als auch bei der Fahrt zum Hostel gab es Schwierigkeiten, kurz vorher hab ich mich von Freunden, Familie und meinen Turngirls verabschiedet. Ich wollte einfach nur wie ein Sack Kartoffeln ins Bett fallen. Stattdessen wurde ich von Deo, Parfüm und dem heiß beliebten Fön-Duft willkommen geheißen. So schnell ich in meinem zugeteilten Zimmer war, ging ich rückwärts wieder raus.

Ich nahm all meinen Mut zusammen und ging zur Rezeption. Ich weiß immer noch nicht, ob es mein Charisma ist oder ob die Menschen einfach Mitleid mit mir haben, aber nachdem ich meine Situation geschildert hatte, gab mir der nette Mann ein Zimmer, in dem ich in der ersten Nacht alleine sein konnte. Ich bin ihm echt so dankbar und kann sagen, dass ich die erste Nacht geschlafen habe wie ein Stein. Ich war echt erleichtert. Doch bevor ich mich ins Bett verkroch, wollte ich noch schnell unter die Dusche.

Im Schnellwaschgang, nachdem ich meine Wertsachen und Kleidung in das dafür vorgesehene Gitter gelegt hatte – mit meinem eigenen Schloss, das ich extra dafür gekauft hatte – musste ich leider feststellen, dass der Zahlencode meines Schlosses nicht mehr ging. Auf dem Boden, fertig mit der Welt, fragte ich mich, ob es eigentlich normal ist, so viele kleine Herausforderungen zu haben, oder ob es einfach daran liegt, dass ich manchmal etwas zu schnell bin und mir mehr Zeit lassen sollte. Ich war so müde, dass ich mich entschied, erstmal zu schlafen, um am nächsten Tag zu überlegen, wie ich wieder an meine Sachen komme.

Eins war allerdings noch wichtig: mein Handy. Schließlich wollte ich meinen Lieblingsmenschen schreiben, dass ich angekommen bin. Ich schmierte also meinen Arm mit Creme ein und drückte ihn durch eine kleine Gitteröffnung. Es hat gute fünf Minuten gedauert, bis ich mein Handy greifen konnte, und während ich den Text schrieb: „Finally in Vancou...“, schlief ich ein. Ich kann mir nur vorstellen, wie ich ausgesehen habe – wie ein schlafender Krieger, der mitten im Gefecht einfach umkippt!

Die Nacht war gut, doch die ersten zwei Tage waren vom Jetlag geprägt. Ich fand erst allmählich heraus, wie es sich wirklich anfühlt, in einer neuen Zeitzone zu sein. Während ich versuchte, mich sowohl in der Stadt als auch innerlich zu orientieren, musste ich mir eingestehen, dass ich nicht gerne so alleine bin. Die Einsamkeit schlich sich in meine Gedanken, während ich durch die Straßen von Vancouver wanderte. Doch ich wusste, dass ich nicht aufgeben durfte. Es war an der Zeit, neue Begegnungen zu suchen und mich in dieser aufregenden Stadt zurechtzufinden. In den kommenden Tagen würde ich versuchen, die Herausforderungen des Alleinseins zu überwinden und die Schönheit von Vancouver zu entdecken.

Auf einen Blick

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Begleitung
Allein
Abseits der PfadeSolo
  • Ankunft in Vancouver
  • Fahrt vom Flughafen mit Zug und Bus
  • erste Nacht im Hostel allein
  • Probleme mit dem Schloss und Jetlag
RucksackKofferSchlossVisakartekanadische Dollar
StadtTransit
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