Canada Diary - Valentina
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Zuletzt in Kanada

Chapter six 🚽

Veröffentlicht: 16.07.2025

Sehenswert
Canada Service Center
Vancouver, Kanada
Unterkunft
Privatunterkunft
2 Nächte · Ferienwohnung · Whistler

Zunächst einmal habe ich vergessen, meine kanadische SIN-Nummer und ein Konto zu beantragen, während ich die Tage mit den Potatoes verbrachte. Also entschied ich mich spontan, schnell noch ein Canada Service Center aufzusuchen, weil ich mich hier jetzt schon ein bisschen auskannte. Mein Gepäck stellte ich im Hostel ab und schlenderte die Pender Street entlang. Wie so oft in den letzten Tagen machte sich eine gewisse Nervosität in mir breit. Ich wusste wieder nicht, was mich erwartete, und in der letzten Woche war ich so oft aus meiner Komfortzone herausgekommen wie in meinen 28 Jahren zusammen. Man könnte sagen, ich bin jetzt ein Profi im "Unbequem sein". 

Dort angekommen, musste ich erstmal den richtigen Raum finden und fragte den „Concierge“ am Eingang. Ich verstand die Hälfte nicht, aber trotzdem fand ich den richtigen Raum – gekonnt ist gekonnt! Am Schalter meldete ich mich an und wurde nach etwa zehn Minuten aufgerufen. Mich empfing ein Mann mittleren Alters, der eine angenehme „Papa-Aura“ ausstrahlte. Wir redeten viel, auch darüber, dass er es normalerweise gewohnt ist, dass jemand mit 18 oder Anfang 20 ein Work-and-Travel-Abenteuer startet.

Ich erklärte ihm, wie meine letzten Jahre so waren und dass ich damals gar nicht wirklich an eine solche Reise gedacht hatte, weil ich einfach mit meinem Leben klarkommen musste und finanziell wäre es damals nicht möglich gewesen. Ich erzählte ihm, dass ich alles immer aus eigener Tasche bezahlen musste (Führerschein, Auto, erste Wohnung etc) und nie wirkliche finanzielle Unterstützung hatte, um so eine Reise in den Lebensjahren machen zu können. Es gibt viele Dinge an die man vorher nicht denkt, die Geld kosten. Eben ganz viele Kleinigkeiten. Dennoch habe ich das Gefühl, dass der Zeitpunkt genau richtig ist. Heute kann ich besser mit Herausforderungen und dem Handling in unterschiedlichen Situationen umgehen, als mit Anfang 20. Ich finde schneller Lösungen und kann die Dinge pragmatischer angehen. Der Nachteil ist vielleicht, dass ich manchmal zu verkopft bin und nicht so offen oder blauäugig an die Dinge herangehe, wie man es bei einer Reise vielleicht tun sollte. Manchmal ist es wichtig, einfach ins Unbekannte zu springen und die Dinge ihren Lauf nehmen zu lassen – wie die Kartoffeln, die man mit einem Lächeln erntet, auch wenn man dafür hart arbeiten musste! (Ich hab noch nie Kartoffeln geerntet, die Anekdote gefällt mir aber). 

Ich habe viel mit meinem Canada Service Ersatzpapa gesprochen, und am Ende hatte ich dann meine SIN-Nummer und ein "Prove your English Skills, good luck" mit auf den Weg bekommen. Gegen ein kanadisches Bankkonto habe ich mich allerdings entschieden, da ich in Deutschland über Wise bereits eine kanadische Bankverbindung organisiert hatte. Yay! In solchen Dingen bin ich wirklich ziemlich organisiert, und ich war dann echt mal sehr zufrieden mit mir. (Ja, Leonie, könntest mich auch mal loben)

Meine Reise von Vancouver nach Whistler begann. Bis ich die Haltestelle fand, hat es aber wieder ein bisschen gedauert – wie ich bereits im "Chapter two" erwähnt habe, hatte ich ja Probleme beim Finden der Bushaltestellen. Diesmal musste ich mein Ticket über das Handy holen und konnte nicht wie gewohnt direkt im Bus bezahlen. Da ich etwas verwirrt war mit dem Busfahrplan, fühlte ich mich kurz ein bisschen verloren. Aber wie so oft hier in Kanada war der Busfahrer überaus freundlich.

Apropos, wusstet ihr, dass man sich beim Busfahrer bedanken sollte, wenn man aussteigt? Diese Geste finde ich sehr wertschätzend. Nach 2,5 Stunden Busfahrt rief ich einmal „Thank you“ nach vorne, als ich ausstieg. Es fühlte sich gut an, diese kleine Verbindung zu schaffen, auch wenn es nur ein einfacher Dank war. Solche Momente machen das Reisen besonders und zeigen, dass Freundlichkeit überall geschätzt wird.

Mit meinem schweren Koffer und meinem Rucksack ging es dann in meine Privatunterkunft, die ich mir für zwei Tage gemietet hatte, um etwas Zeit für mich alleine zu haben. Da ich es schon im letzten Kapitel angeteasert habe, hier nochmal eine kurze Zusammenfassung: Im Großen und Ganzen habe ich die Privatunterkunft sehr genossen. Ich konnte in meine Gedanken eintauchen, meine Kapitel schreiben und die Musik aufdrehen, tanzen und singen, ohne Angst zu haben, dass sich meine Zimmernachbarin gestört fühlt. Der Rest bleibt jetzt allerdings unter Verschluss. Außer meine Unterhosen und Toilettengeschichte. 

Das Lustige war, dass meine Unterhose fast in die Badewanne versunken ist! Hier gibt es kein Trennwand am Abfluss, denn es geht direkt durch. Ich stellte mir vor, wie meine Unterhose ein kleines Schwimmfest veranstaltete, während ich versuchte, sie zu retten. Außerdem ging die Toilettenspülung nicht mehr, und da ich hier eine Kaution bezahlen musste, beschloss ich, sie selbst zu reparieren. Zum Glück war es nur die Kette, die die Spülung verbindet, die abgegangen war. Trotzdem musste ich in das eklige Wasser greifen, und meine Finger kamen mir mit dieser Mini Kette vor wie Hulks Klauen, sie ließ sich nämlich kaum greifen. Es war ein bisschen wie ein Wettkampf gegen die Zeit – ich fühlte mich wie ein Actionheld, der in einem schmutzigen Wassergraben nach dem Schatz sucht. Den Rest könnt ihr euch denken – ich habe es geschafft, aber ich war froh, dass ich keine Zuschauer hatte!


Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
2 Tage
SoloAbseits der Pfade
  • SIN-Nummer im Canada Service Center beantragt
  • Busfahrt von Vancouver nach Whistler
  • zwei Tage in einer Privatunterkunft in Whistler
  • Toilettenspülung selbst repariert
HandyKofferRucksack
StadtTransit
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